Was man über den Testarossa wissen muss
- 12 Jahre, 3 Stufen, 9.939 Stück: Testarossa von 1984, 512 TR ab 1991, F512 M ab 1994.
- Ein 4.943 cm³ großer Zwölfzylinder im 180-Grad-Winkel, längs hinter dem Fahrer, mit 390 PS im Testarossa und 440 PS im F512 M.
- Die Lamellen an der Flanke führen Luft zu den seitlichen Kühlern. Sie machten den Wagen 1.976 Millimeter breit, breiter als jeder Serienwagen seiner Zeit.
- 100.000 Euro in Zustand 2, 73.000 in Zustand 3 und 43.000 in Zustand 4, nach Classic Data. Der Testarossa ist der günstigste Weg zu einem Zwölfzylinder aus Maranello.
Kein Auto der Achtziger hat so viele Kinderzimmerwände geschmückt wie dieses. Der Testarossa kam 1984 auf den Markt, trug seinen Zwölfzylinder längs hinter den Sitzen und an den Flanken die Lamellen, die ihn unverwechselbar machten. 12 Jahre später endete die Reihe mit dem F512 M, nach 9.939 gebauten Wagen.
Warum die Lamellen keine Zierde sind
Beim Vorgänger 512 BB saß der Kühler vorn, und seine Wärme zog durch den Innenraum. Pininfarina verlegte sie beim Testarossa nach hinten an die Seiten, und die Luft dorthin muss durch die Flanke. So entstanden die Rippen, die der Wagen bis zur letzten Stufe behielt.
Der Preis dafür steht in der Datenblattzeile Breite: 1.976 Millimeter. Der Testarossa war damit breiter als alles, was sonst auf europäischen Straßen fuhr, und die Rippen waren in einigen Ländern erst noch als Zierde verboten, bis die Zulassungsstellen sie als Kühlöffnung anerkannten.
Die drei Stufen, und was sie unterscheidet
- 7.177Testarossa
- 2.261512 TR
- 501F512 M
Als Tabelle
| Stufe | Bauzeit | Leistung | Stückzahl | Was neu war |
|---|---|---|---|---|
| Testarossa | 1984–1991 | 390 PS | 7.177 | Der Anfang, früh mit einem Spiegel an der Säule |
| 512 TR | 1991–1994 | 428 PS | 2.261 | Tieferer Motor, neues Fahrwerk, bessere Bremsen |
| F512 M | 1994–1996 | 440 PS | 501 | Freistehende Scheinwerfer, letzter Zwölfzylinder mit Mittelmotor in dieser Linie |
Was der Motor kann
4.943 cm³, 12 Zylinder im 180-Grad-Winkel, 4 Ventile je Zylinder: Der Motor stammt in seiner Anlage vom Rennwagen ab und läuft im Testarossa auf 390 PS, im F512 M auf 440 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Stufe zwischen 290 und 315 km/h, der Sprint auf 100 km/h zwischen 5,7 und 4,6 Sekunden.
So fährt sich die Breite
Der Testarossa ist kein Auto für enge Gassen. Er ist leicht zu fahren, solange man geradeaus fährt, und verlangt Aufmerksamkeit, sobald es eng wird: Die Sicht nach hinten ist schmal, die Kupplung schwer, das offene Schaltgatter fordert saubere Bewegungen. Wer ihn beherrscht, fährt eines der wenigen Autos, die schnell aussehen, während sie stehen.
Das bleibt vom Testarossa
Er war der Ferrari der Achtziger, in Serie gebaut in einer Zahl, die kein Vorgänger erreichte, und genau das hält ihn heute bezahlbar. Classic Data führt ihn Ende 2022 mit 139.000 Euro in Zustand 1, 100.000 in Zustand 2, 73.000 in Zustand 3 und 43.000 in Zustand 4, für alle drei Stufen gemeinsam.
Was heute beim Testarossa zählt
- Der Riemen: Zum Wechseln kommt der Motor heraus. Ohne Beleg über den letzten Wechsel rechnest du ihn in den Kaufpreis.
- Die Kupplung: Sie verschleißt in der Stadt schnell und ist ein Fall für die Fachwerkstatt.
- Die Spiegelfrage: Der einzelne hohe Spiegel des frühen Wagens ist ein Erkennungsmerkmal und für Sammler ein Argument.
- Die Historie: Belege über Service und Vorbesitzer entscheiden hier stärker über den Preis als der Kilometerstand.
Der Testarossa ist der Zwölfzylinder, den man noch fahren kann, ohne ihn zu schonen. In der Kartei steht er als das Auto, das ein Jahrzehnt geprägt hat.

Foto: Adrian Newell · Unsplash License
Quellen
Was Käufer vor dem ersten Testarossa fragen
Welche Stufe ist die richtige?
Der frühe Testarossa mit einem Außenspiegel hoch an der A-Säule ist das Bild, das jeder im Kopf hat, und mit 7.177 Stück die häufigste Stufe. Der 512 TR von 1991 fährt besser: tieferer Motor, neues Fahrwerk, 428 PS, 2.261 Stück. Der F512 M von 1994 ist mit 501 Stück der seltenste und teuerste.
Was kostet der Riementausch?
Der Zwölfzylinder hat Zahnriemen, und zum Wechseln muss der Motor heraus. Werkstätten rechnen das als große Inspektion ab. Wer einen Testarossa kauft, fragt nach dem Beleg des letzten Riemenwechsels, bevor er nach den Kilometern fragt.
Warum ist der Wagen so breit?
Weil die Kühler an die Seiten wanderten. Beim Vorgänger Berlinetta Boxer saß der Kühler vorn, was die Hitze durch den Innenraum führte. Pininfarina legte sie beim Testarossa neben den Motor, und die Luft dorthin kommt durch die Lamellen. Das Ergebnis misst 1.976 Millimeter in der Breite.
Wie viel verbraucht er?
Zwischen 10 und 15,6 Litern auf 100 Kilometer, je nachdem, wie man ihn bewegt. Bei 5 Litern Hubraum und 12 Zylindern ist das die Rechnung, die dazugehört.

