Patinamore-Herz, das Zeichen der MarkePATINAMORE
HSN und TSN erklärt, und warum viele Klassiker keine haben, Titelbild
Wissen

HSN und TSN erklärt, und warum viele Klassiker keine haben

Unsplash, Unsplash License

Dienstwissen

· 10.09.2026 · aktualisiert 14.09.2026

Was man über HSN und TSN wissen muss

In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen unter 2.1 und 2.2 2 Zahlenfolgen, die kaum jemand liest: die Herstellerschlüsselnummer und die Typschlüsselnummer. Zusammen benennen sie ein Fahrzeug genauer als jeder Name.

Was die beiden Nummern sagen

Das sagt die Herstellerschlüsselnummer

Vier Ziffern, vom Kraftfahrt-Bundesamt vergeben, eine je Hersteller. Manche Hersteller haben im Lauf der Jahrzehnte mehrere bekommen, nach Fusionen, nach Umzügen, nach Umbenennungen. Deshalb kann derselbe Stern auf der Haube je nach Baujahr eine andere Nummer tragen.

Was die Typschlüsselnummer sagt

Drei Zeichen, die innerhalb des Herstellers den Typ benennen: Modell, Motor, oft die Karosserieform. Zwei Fahrzeuge mit gleicher Kombination aus beiden Nummern sind technisch dasselbe Fahrzeug, auch bei anderer Farbe, Ausstattung und Zustand.

Deshalb fragt die Kartei danach

Weil ein Name grob bleibt. „Golf“ lässt die Generation offen, „Käfer“ den Motor, „E-Klasse“ das Jahrzehnt. Die beiden Schlüssel dagegen sind eindeutig, und sie sind der Schlüssel zu den amtlichen Bestandszahlen: Das Kraftfahrt-Bundesamt zählt nach ihnen. Wer sie einträgt, verbindet sein Fahrzeug mit der Statistik, und erfährt, wie viele davon noch fahren.

Warum viele Klassiker keine haben

Ein Typschlüssel setzt voraus, dass das Kraftfahrt-Bundesamt den Typ kennt, durch eine deutsche Typgenehmigung oder eine EG-Typgenehmigung. Wer die nie hatte, bekommt bei der Zulassung die TSN 000: kein Typschlüssel.

Wer die 000 trägt

Importe, Einzelstücke, Vorkriegswagen. Der Mustang aus Kalifornien, der E-Type aus England, der Alfa aus Mailand, der in den Neunzigern nach Deutschland kam: Sie wurden nach § 21 StVZO einzeln begutachtet und tragen eine Einzelbetriebserlaubnis, keinen Typschlüssel. Dasselbe gilt für Kleinserien, für Umbauten, deren Typ sich geändert hat, und für viele Fahrzeuge aus der Zeit vor der bundesdeutschen Typgenehmigung. Die Herstellerschlüsselnummer haben sie meist, Jaguar, Ford, Alfa Romeo sind dem Amt bekannt, der Typ dahinter ist eine 000.

Was das für die Zahlen bedeutet

Die amtliche Bestandsstatistik zählt nach Hersteller und Typschlüssel, und die 000 landet bei jedem Hersteller unter „Sonstige“. Deshalb fehlen in den Tabellen des Kraftfahrt-Bundesamts die E-Types, die MG B und die Mustangs fast vollständig: Sie stehen unter „Jaguar, Sonstige“ und „Ford (USA), Sonstige“, ohne Modell. Wer in der Seltenheit nach seinem Modell sucht und es nicht findet, hat meist einen Wagen mit der 000, und einen Bestand, den die Statistik zu klein zählt. Die Kartei fragt deshalb zusätzlich nach Hersteller und Modell: Die Nummern verbinden mit dem Amt, die Namen verbinden die Wagen untereinander.

Wo HSN und TSN sonst noch stehen

In alten Fahrzeugbriefen unter „zu 2“ und „zu 3“, bei Fahrzeugen aus dem Ausland oft in anderer Form. Dann hilft die Zulassungsstelle, oder das Typschild im Motorraum mit der Erklärung des Herstellers.

Die Schlüssel lassen sich in der Garage jederzeit nachtragen. Die Kartei kommt erst einmal mit Hersteller und Modell zurecht.

HSN und TSN erklärt, und warum viele Klassiker keine haben, Bild zum Zitat
In einem SatzHSN und TSN stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter 2.1 und 2.2, und benennen ein Fahrzeug genauer als jeder Name.

Was Leser über HSN und TSN fragen

Wo stehen HSN und TSN?

In der Zulassungsbescheinigung Teil I unter 2.1 und 2.2, in alten Fahrzeugbriefen unter „zu 2“ und „zu 3“.

Was sagen die beiden Nummern?

Die HSN benennt den Hersteller mit 4 Ziffern, die TSN den Typ mit 3 Zeichen: Modell, Motor, meist die Karosserieform. 2 Fahrzeuge mit gleicher Kombination sind technisch dasselbe Fahrzeug.

Warum haben viele Klassiker keine Typschlüsselnummer?

Weil ein Typschlüssel eine deutsche Typgenehmigung voraussetzt, und die hatten Importe, Einzelstücke und viele Vorkriegswagen nie. Ein aus den USA geholter Mustang, ein aus Italien importierter Spider, ein Wagen mit Einzelbetriebserlaubnis nach § 21 StVZO trägt die TSN 000. Das Kraftfahrt-Bundesamt zählt ihn dann unter „Sonstige“ seines Herstellers.

Warum fragt die Kartei danach?

Weil ein Name grob bleibt und die Schlüssel eindeutig sind, und weil das Kraftfahrt-Bundesamt seine Bestandszahlen nach ihnen zählt.

Was über HSN und TSN noch lesenswert ist

Alles lesen