Warum Klassiker aus Kalifornien kommen, was Transport und Zoll kosten, wie die Zulassung mit Gutachten läuft und wo die Fallen liegen
Patinamore-Redaktion · 12.09.2026 · aktualisiert 13.09.2026
Was man über den Import aus den USA wissen muss
- Der Import aus den USA lohnt bei Fahrzeugen, die dort häufig und hier selten sind: Mercedes SL, Porsche 911 und 944, Mustang, Corvette, VW Bus, aus trockenen Staaten ohne Rost.
- Kosten: Transport 1.500 bis 3.000 Euro, Zoll 10 Prozent auf Kaufpreis plus Transport, Einfuhrumsatzsteuer 19 Prozent, oder 7 Prozent, wenn das Fahrzeug als Sammlerstück eingestuft wird (über 30 Jahre, original, selten).
- Die Zulassung braucht ein Vollgutachten nach § 21 StVZO: EU-Licht, Blinker, Tacho in km/h, Warnblinker, und oft den Rückbau amerikanischer Stoßstangen.
- Fallen: Titel-Status (Salvage), Rost trotz Sonne (Ostküste), Sonne im Innenraum, Katalysator-Versionen mit weniger Leistung, Zollwert nach Kaufvertrag.
Kalifornien hat keinen Rost, und darum kommen viele Klassiker von dort: Mercedes SL, Porsche 911, 944 und 928, Mustang, Corvette, VW Bus, Alfa Spider, Wagen, die in den USA in großer Zahl verkauft wurden und in Deutschland selten sind. Der Import ist ein Ablauf mit 5 Schritten und 3 Fallen.
Wie man in den USA einen Oldtimer kauft
Vor Ort mit Besichtigung, die beste Art, über einen Agenten, der prüft und verschifft, oder über Auktionen mit Fotos. Der Titel muss sauber sein: Clean Title, kein Salvage, kein Rebuilt. Rost gibt es auch in Amerika, an der Ostküste und in den Seen-Staaten, und die Sonne des Südwestens frisst Armaturenbretter, Leder und Gummi. Fotos von unten und vom Innenraum sind Pflicht.
So kommt der Wagen nach Deutschland
Wie der Wagen über den Atlantik kommt
Im Container (sicher, teilbar, 2.000 bis 3.000 Euro) oder RoRo (das Auto rollt auf das Schiff, günstiger, mehr Risiko). Von Los Angeles oder New York nach Bremerhaven oder Hamburg, 4 bis 8 Wochen. Ein Spediteur übernimmt Zollpapiere und Abholung.
Das verlangt der Zoll beim Import
Beim Zoll zahlt man 10 Prozent Zoll auf Kaufpreis plus Transport und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer auf alles zusammen, oder 7 Prozent und keinen Zoll, wenn das Fahrzeug als Sammlerstück nach Zolltarif 9705 gilt: über 30 Jahre, original, selten, teurer als ein Gebrauchtwagen. Die Einstufung nimmt der Zoll vor; Unterlagen und ein Gutachten helfen.

Wie die Zulassung eines Imports gelingt
Ein Vollgutachten nach § 21 StVZO bei TÜV oder DEKRA: EU-taugliches Licht (gelbe Blinker, E-Scheinwerfer), Tacho in km/h, Warnblinker, Nebelschlussleuchte je nach Baujahr, Rückbau der US-Stoßstangen nach Wunsch. Bei Sammlerstücken ist der Prüfer nachsichtiger. Dann Zulassung mit Gutachten, Zollpapieren und Titel, und das H-Kennzeichen, wenn der Wagen es verdient.
Das kostet der Import insgesamt
Ein 20.000-Dollar-Wagen kostet mit Transport, Zoll, Steuer, Gutachten und Umbau rund 28.000 bis 32.000 Euro auf der Straße, und ist dann ein Auto ohne Rost mit Papieren aus 2 Ländern. Alles davon gehört ins Fahrzeugbuch: Titel, Zollbescheid, Gutachten, Umbau.
Ein Import ist ein Klassiker mit Vorgeschichte in einer anderen Sprache. Wer sie übersetzt und aufhebt, hat einen Wagen, dessen Historie über den Atlantik reicht.

Quellen
Was Leser über den Import aus den USA fragen
Was kostet der Import insgesamt?
Grob: Kaufpreis plus 1.500 bis 3.000 Euro Transport, plus 10 Prozent Zoll, plus 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer auf Kaufpreis, Transport und Zoll, oder 7 Prozent als Sammlerstück. Dazu Gutachten und Umbau 1.000 bis 3.000 Euro. Ein 20.000-Dollar-Wagen kostet auf der Straße rund 28.000 bis 32.000 Euro.
Wann gilt ein Fahrzeug als Sammlerstück?
Nach Zolltarif 9705: über 30 Jahre alt, im Originalzustand ohne wesentliche Änderungen, selten oder von historischem Wert, und teurer als ein vergleichbares Gebrauchtfahrzeug. Dann 7 Prozent Einfuhrumsatzsteuer und kein Zoll. Die Einstufung nimmt der Zoll vor, mit Unterlagen.
Was muss ich für die Zulassung umbauen?
Blinker vorn gelb statt weiß, Rückleuchten mit gelbem Blinker (bei roten US-Blinkern), Scheinwerfer mit E-Zeichen, Tacho in km/h, Warnblinkanlage, Nebelschlussleuchte je nach Baujahr. Das Vollgutachten nach § 21 sagt, was fehlt. Bei Sammlerstücken über 30 Jahre ist der Prüfer nachsichtiger.
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