Kontaktabstand, Schließwinkel, Zündzeitpunkt mit der Stroboskoplampe, Fliehkraft- und Unterdruckverstellung: und wann eine elektronische Zündung sinnvoll ist
Patinamore-Redaktion · 12.09.2026 · aktualisiert 13.09.2026
Was man über die Zündung wissen muss
- Die Zündung entscheidet, wann der Funke kommt, und ein Funke zur falschen Zeit kostet Leistung, Verbrauch und im schlimmsten Fall den Motor.
- Beim Unterbrecher gilt die Reihenfolge: Kontaktabstand (0,4 Millimeter bei den meisten), Schließwinkel, dann der Zündzeitpunkt mit der Stroboskoplampe.
- Verteiler mit Fliehkraft- und Unterdruckverstellung müssen frei laufen; ein festgegangener Verteiler ist der häufigste Grund für Klingeln unter Last.
- Eine elektronische Zündung ohne Kontakt hält den Zeitpunkt für immer, und gehört mit Fabrikat ins Fahrzeugbuch, weil der Prüfer danach fragt.
Die Zündung ist der Moment, in dem alles zusammenkommt: Der Kolben steht kurz vor oben, das Gemisch ist verdichtet, der Funke kommt. Ein paar Grad zu früh, und der Motor klingelt; zu spät, und er ist müde und heiß. Einstellen ist keine Kunst, aber eine Reihenfolge.
Wie man die Kontaktzündung einstellt
So stellt man den Unterbrecherkontakt ein
Beim klassischen Verteiler öffnet ein Nocken den Unterbrecherkontakt, die Spule entlädt sich, der Funke springt. Der Kontaktabstand, meist 0,4 Millimeter, bestimmt den Schließwinkel, die Zeit, in der die Spule lädt: 44 bis 50 Grad bei Vierzylindern. Kontakt erneuern, Abstand mit Fühlerlehre, Schließwinkel mit dem Messgerät prüfen. Der Kondensator gehört zum Kontakt und wird mit ihm getauscht.
Wie man den Zündzeitpunkt einstellt
Mit der Stroboskoplampe: Motor warm, Leerlauf, Unterdruckschlauch abgezogen und verschlossen, Lampe an Zylinder 1. Die Marke auf der Riemenscheibe blitzt gegen die Marke am Gehäuse; den Verteiler drehen, bis der Sollwert steht, 7,5 Grad vor OT beim Käfer, andere Werte bei anderen Motoren. Verteiler festziehen, Schlauch anschließen, Probefahrt: kein Klingeln unter Last bei Volllast im hohen Gang.
Was Fliehkraft- und Unterdruckverstellung tun
Der Verteiler verstellt den Zeitpunkt selbst: die Fliehkraftverstellung mit der Drehzahl, die Unterdruckverstellung mit der Last. Beide müssen frei laufen, ein Verteiler mit festen Gewichten oder einer gerissenen Membran klingelt oder ist lahm. Prüfung mit der Lampe: Bei Gasgeben wandert die Marke nach früh.

Was Kerzen und Kabel brauchen
Zündkerzen nach Wärmewert, Elektrodenabstand nach Vorschrift, Kabel ohne Risse, Verteilerkappe ohne Kriechspuren, Verteilerfinger ohne Abbrand. Die Hälfte aller Zündprobleme sitzt in Kappe und Kabeln.
Dann lohnt sich eine elektronische Zündung
Eine kontaktlose Zündung, als Modul im Verteiler oder als kompletter Verteiler mit Kennfeld, hält den Zeitpunkt für immer und startet besser. Für Vielfahrer sinnvoll, beim H-Kennzeichen akzeptiert, wenn unauffällig; die Fabrikate gehören ins Fahrzeugbuch, weil ein Prüfer und ein Käufer danach fragen.
Zündung ist Timing. Wer die Reihenfolge einhält und die Werte aufschreibt, hat einen Motor, der morgen genauso zündet wie heute.

Quellen
Was Leser über die Zündung fragen
Wie stelle ich den Zündzeitpunkt ein?
Mit der Stroboskoplampe: Motor warm im Leerlauf, Unterdruckschlauch abgezogen, Lampe an Zylinder 1, Markierung auf der Riemenscheibe mit der Marke am Gehäuse abgleichen, Verteiler drehen bis zum Sollwert (zum Beispiel 7,5 Grad vor OT beim Käfer). Verteiler festziehen, Schlauch wieder dran.
Was ist der Schließwinkel?
Der Drehwinkel, in dem der Unterbrecherkontakt geschlossen ist und die Spule lädt, bei Vierzylindern meist 44 bis 50 Grad. Er hängt vom Kontaktabstand ab und wird mit dem Schließwinkelmesser geprüft. Erst Schließwinkel, dann Zündzeitpunkt.
Lohnt eine elektronische Zündung?
Für Vielfahrer ja: kein Kontaktverschleiß, konstanter Zündzeitpunkt, besserer Start. Systeme wie 123ignition ersetzen den Verteiler komplett, Module wie Pertronix nur den Kontakt. Beim H-Kennzeichen ist eine unauffällige Nachrüstung akzeptiert; sie gehört ins Fahrzeugbuch.
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