14 Tage über Pässe, Schotter und Nebenstraßen durch den früheren Ostblock. Was die Ausschreibung verlangt und was Teams erzählen, die die Strecke gefahren sind
Patinamore-Redaktion · 20.09.2026 · aktualisiert 20.09.2026
Vier Sätze zur Rallye
- 14 Tage, 5.000 Kilometer, 12 Länder. Die nächste Ausgabe läuft vom 16. bis 29. August 2027, von Böhmen bis Istrien.
- 1.350 Euro Startgeld für ein Team von zwei, jede weitere Person 300 Euro. Unterkunft, Essen, Fähren und Maut zahlst du selbst.
- 250 Euro sammelt jedes Team für Hilfsprojekte, zusätzlich zum Startgeld.
- Karte und Kompass statt Navi, Landstraße statt Autobahn. Klassiker ab 20 Jahren fahren in eigener Wertung, moderne Fahrzeuge in ihrer.
Zwei Wochen, ein Roadbook, 12 Länder: Der Balkan Express fährt von Böhmen bis an die istrische Küste und nimmt dabei die Wege, die auf keiner Schnellstraßenkarte stehen. Navigiert wird mit Karte und Kompass, gefahren wird über Landstraße und Schotter.
Warum die Strecke durch den früheren Ostblock führt
Südosteuropa hat das, was diese Rallye sucht: Pässe ohne Leitplanken, Dörfer ohne Durchgangsverkehr und Straßen, deren Zustand Teil der Aufgabe ist. Wer hier zwei Wochen unterwegs ist, fährt an einem Tag über einen Hochpass und am nächsten am Meer entlang.
Das Roadbook gibt Etappenziele und Aufgaben vor, die Route dazwischen suchst du selbst. Gewertet wird, was ein Team erledigt, nicht wie schnell es ankommt.
Was die Ausschreibung verlangt
| Kriterium | Was die Rallye festlegt |
|---|---|
| Termin | 16. bis 29. August 2027, Orient Edition bis 6. September |
| Strecke | 5.000 Kilometer durch 12 Länder, von Böhmen bis Istrien |
| Dauer | 14 Tage, die Orient Edition 22 |
| Fahrzeug | Moderne jedes Baujahrs, Klassiker ab 20 Jahren, dazu Motorrad und Lkw |
| Startgeld | 1.350 Euro je Team von zwei, jede weitere Person 300 Euro |
| Spende | 250 Euro je Team, zusätzlich zum Startgeld |
Im Startgeld stecken das Vortreffen, das Roadbook, das Rallye-Kit mit Beklebung, die Tracking-App, Betreuung rund um die Uhr sowie Urkunde und Medaille im Ziel. Unterkunft, Essen, Fähren, Maut und Reparaturen bleiben Sache der Teams.
So erzählen Teams von der Strecke
Nicole Murgg und Mona Frechen fuhren 2019 als „Sauercrowd'n'Cheese" in einem 20 Jahre alten VW Golf von Dresden nach Salzburg, rund 4.000 Kilometer in 14 Tagen. In ihrem Rückblick stehen Schotterpisten, viele Nächte auf Campingplätzen und Abendessen bei Familien in Bosnien und Rumänien. Für Klabautermann e.V. kamen dabei 1.500 Euro zusammen.
Gregor und Thomas nahmen im selben Jahr einen Mercedes-Benz E240T von 1999. Ihr Bericht liest sich wie eine Liste dessen, was auf dieser Strecke passiert: der Transfăgărășan bei 11 Grad und Dauerregen, die Serpentinen über Kotor, ein aufgelassener Militärflugplatz als Aufgabenort und ein Feldwettkampf im Armdrücken mit einem bulgarischen Lkw-Fahrer. Ihr Kombi hielt durch, das Automatikgetriebe von Startnummer 90 gab früh auf.
Für wen sich die Nennung lohnt
- Der Osteuropa-FanWartburg, Škoda und Lada auf ihren Heimatstraßen
- Das SchrauberteamZwei Wochen Schotter und Gelegenheit, unterwegs zu reparieren
- Der CampingfahrerAbende auf Plätzen statt in Hotels, Feld und Zelt inklusive
- Wer Komfort schätztDie Orient Edition mit acht zusätzlichen Tagen und mehr Zeit je Tag
Was du vor der Anmeldung klären solltest
Drei Punkte entscheiden mehr als die Motorleistung: Reifen, Bodenfreiheit und Ersatzteile. Schotter und Schlaglöcher kosten Federung und Auspuff, und die nächste Werkstatt mit Teilen für ein deutsches Fahrzeug liegt schnell 200 Kilometer entfernt. Wer im Frühjahr Bremsen, Kühlung und Radlager prüft und einen Satz Verschleißteile einpackt, fährt im August entspannter.
Für den Papierkram gilt dasselbe: Grüne Versicherungskarte, Fahrzeugpapiere und Vignetten für die Länder auf der Route gehören ins Handschuhfach, bevor die Fähre nach Istrien ruft.

Foto: Manu B · Unsplash License
Quellen
Was Teams vor ihrem ersten Balkan Express fragen
Welches Auto darf starten?
Autos, Motorräder, Transporter und Lkw. Die Ausschreibung führt zwei Klassen: moderne Fahrzeuge jedes Baujahrs und Klassiker ab 20 Jahren. Wohnmobile und Wohnwagen bleiben zu Hause, Motorradteams starten mit höchstens 2 Maschinen. Wer sein Fahrzeug selbst repariert, hat auf dieser Strecke den größeren Spielraum.
Wie groß ist das Feld?
2019 standen 144 Teams am Start, alle in Fahrzeugen ab 20 Jahren. Das Feld fährt in lockerer Folge, Teams treffen sich abends auf Campingplätzen und an den gemeinsamen Etappenzielen wieder.
Wie sind die Straßen?
Gemischt. Berichte nennen Schotterpisten im Hinterland, den Transfăgărășan als Höhepunkt und die Bergstraße über Kotor mit 125 Serpentinen und Stellen, an denen nur ein Fahrzeug passt. Dazwischen liegen lange Etappen auf gut asphaltierten Landstraßen.
Gibt es eine längere Variante?
Ja. Die Orient Edition hängt an die 14 Tage acht weitere an und läuft vom 16. August bis 6. September 2027.
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