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Baltic Sea Circle: 16 Tage ohne Autobahn und ohne Navi

Mats Hagwall auf Unsplash, Unsplash License

Die nördlichste Rallye der Welt führt von Hamburg einmal um die Ostsee und ans Nordkap. Was Teams berichten, die es gefahren sind, und was ein Start wirklich verlangt

· 20.09.2026 · aktualisiert 20.09.2026

Vier Sätze zur Rallye

Die meisten Rallyes verbieten dir etwas, damit die Wertung stimmt. Diese verbietet dir zwei Dinge, damit die Reise stimmt: die Autobahn und das Navigationsgerät. Was übrig bleibt, sind Nebenstraßen, eine Papierkarte und 16 Tage Zeit, um von Hamburg einmal um die Ostsee bis ans Nordkap und zurück zu kommen.

Warum zwei Verbote die ganze Rallye tragen

Ohne Autobahn fährst du durch Orte statt an ihnen vorbei. Ohne Navi musst du die Karte lesen, dich verfahren und Leute fragen. Beides zusammen macht aus einer Strecke eine Geschichte, und genau davon leben die Berichte der Teams: vom falschen Abzweig, der zur besten Übernachtung führte, und von der Tankstelle, an der jemand geholfen hat.

Die Wertung ist entsprechend nachrangig. Du bekommst eine Aufgabenliste statt einer vorgeschriebenen Route: Orte, die abzuhaken sind, Umwege, die Punkte bringen. Wie du hinkommst, ist deine Sache.

Was die Fahrt von dir verlangt

KriteriumWas zu erwarten ist
Zeit16 Tage am Stück, Start und Ziel in Hamburg
Strecke7.500 Kilometer durch 9 Länder, ohne Autobahn
Tagespensum10 bis 12 Stunden am Steuer, im Wechsel zu zweit
TechnikEin Auto, das man am Straßenrand selbst wieder ans Laufen bringt
Geld1.500 Euro Startgeld je Team, dazu Unterkunft, Essen, Fähren und Maut
Gutes500 Euro Spendenziel je Team, gesammelt statt vorgeschrieben

Was Teams nach der Rückkehr erzählen

Die Berichte ähneln sich in einem Punkt, obwohl die Autos verschieden sind. Vier Freunde fuhren in einem ausgemusterten Polizei-Volvo V70 und nannten sich „Guardians of the Moustaches". Ein anderes Team nahm einen Renault Espace und kam damit über 8.200 Kilometer ans Nordkap. Ein Hamburger Hostel schickte zwei Leute los und ließ sie unterwegs bloggen.

Keiner dieser Berichte handelt am Ende vom Auto. Sie handeln von Mitternachtssonne, von Straßen, auf denen stundenlang niemand entgegenkommt, und von der Frage, wie man zu zweit vierzehn Tage lang in einem Fahrzeug auskommt.

Für wen sich die Nennung lohnt

Was du ein Jahr vorher entscheiden solltest

Das Startgeld ist drei Werktage nach der Anmeldung fällig, weitere Mitfahrer lassen sich bis einen Monat vor dem Start nachmelden. Wichtiger als das Datum ist die Technik: Wer im Juni 7.500 Kilometer über Nebenstraßen fahren will, prüft im Winter Kühlung, Bremsen und Reifen und nimmt Ersatzteile mit, die er selbst tauschen kann.

Baltic Sea Circle: 16 Tage ohne Autobahn und ohne Navi, Bild zum Zitat
In einem Satz16 Tage, 7.500 Kilometer, 9 Länder, Start und Ziel in Hamburg. Der nächste Sommerlauf geht vom 12. bis 27. Juni 2027.

Foto: Mats Hagwall · Unsplash License

Quellen

  1. Superlative Adventure Club: Baltic Sea Circle, Facts and figures
  2. Renault Blog: Im Espace zum Nordkap
  3. Volvo Cars News: Volvo V70 auf der Baltic Sea Circle Charity-Rallye
  4. Superbude Blog: Die nördlichste Rallye der Welt
  5. Mercedes-Benz Niederlassungsmagazin: Baltic Sea Circle Erfahrungen

Was Teams vor ihrem ersten Start fragen

Welches Auto darf starten?

Jedes. Die Ausschreibung nimmt moderne Fahrzeuge aller Baujahre und führt Klassiker ab 20 Jahren in einer eigenen Wertung, dazu Motorräder, Transporter und Lkw. Berichte von Teams zeigen die Spannweite: ein Renault Espace fuhr die Strecke ans Nordkap, ein ausgemusterter Volvo V70 aus Polizeibeständen ebenso.

Wie viele Stunden sitzt man am Tag im Auto?

Zehn bis zwölf Stunden, berichtet ein Team aus einer Mercedes-Benz-Niederlassung, das 2019 gestartet ist. Das ist der Grund, warum die Ausschreibung zwei Personen je Fahrzeug verlangt: Fahren und Navigieren wechseln sich ab.

Was ist im Startgeld enthalten?

Roadbook mit Aufgaben, die Startaufstellung mit Camping, drei Rallye-Feste unterwegs, das Rallye-Kit mit Fahrzeugbeklebung, Finisher-Urkunde, Tracking-App und Betreuung rund um die Uhr. Unterkunft, Essen, Fähren, Maut und Reparaturen sind Sache der Teams.

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