Die nördlichste Rallye der Welt führt von Hamburg einmal um die Ostsee und ans Nordkap. Was Teams berichten, die es gefahren sind, und was ein Start wirklich verlangt
Patinamore-Redaktion · 20.09.2026 · aktualisiert 20.09.2026
Vier Sätze zur Rallye
- 16 Tage, 7.500 Kilometer, 9 Länder, Start und Ziel in Hamburg. Der nächste Sommerlauf geht vom 12. bis 27. Juni 2027.
- Zwei Regeln tragen das Ganze: keine Autobahn und kein Navigationsgerät. Gefahren wird nach Roadbook und Aufgabenliste.
- 1.500 Euro Startgeld für ein Team von zwei, jede weitere Person 300 Euro. Unterkunft, Essen, Fähren und Maut zahlst du selbst.
- 500 Euro sammelt jedes Team für Hilfsprojekte, gesammelt, nicht vorgeschrieben.
Die meisten Rallyes verbieten dir etwas, damit die Wertung stimmt. Diese verbietet dir zwei Dinge, damit die Reise stimmt: die Autobahn und das Navigationsgerät. Was übrig bleibt, sind Nebenstraßen, eine Papierkarte und 16 Tage Zeit, um von Hamburg einmal um die Ostsee bis ans Nordkap und zurück zu kommen.
Warum zwei Verbote die ganze Rallye tragen
Ohne Autobahn fährst du durch Orte statt an ihnen vorbei. Ohne Navi musst du die Karte lesen, dich verfahren und Leute fragen. Beides zusammen macht aus einer Strecke eine Geschichte, und genau davon leben die Berichte der Teams: vom falschen Abzweig, der zur besten Übernachtung führte, und von der Tankstelle, an der jemand geholfen hat.
Die Wertung ist entsprechend nachrangig. Du bekommst eine Aufgabenliste statt einer vorgeschriebenen Route: Orte, die abzuhaken sind, Umwege, die Punkte bringen. Wie du hinkommst, ist deine Sache.
Was die Fahrt von dir verlangt
| Kriterium | Was zu erwarten ist |
|---|---|
| Zeit | 16 Tage am Stück, Start und Ziel in Hamburg |
| Strecke | 7.500 Kilometer durch 9 Länder, ohne Autobahn |
| Tagespensum | 10 bis 12 Stunden am Steuer, im Wechsel zu zweit |
| Technik | Ein Auto, das man am Straßenrand selbst wieder ans Laufen bringt |
| Geld | 1.500 Euro Startgeld je Team, dazu Unterkunft, Essen, Fähren und Maut |
| Gutes | 500 Euro Spendenziel je Team, gesammelt statt vorgeschrieben |
Was Teams nach der Rückkehr erzählen
Die Berichte ähneln sich in einem Punkt, obwohl die Autos verschieden sind. Vier Freunde fuhren in einem ausgemusterten Polizei-Volvo V70 und nannten sich „Guardians of the Moustaches". Ein anderes Team nahm einen Renault Espace und kam damit über 8.200 Kilometer ans Nordkap. Ein Hamburger Hostel schickte zwei Leute los und ließ sie unterwegs bloggen.
Keiner dieser Berichte handelt am Ende vom Auto. Sie handeln von Mitternachtssonne, von Straßen, auf denen stundenlang niemand entgegenkommt, und von der Frage, wie man zu zweit vierzehn Tage lang in einem Fahrzeug auskommt.
Für wen sich die Nennung lohnt
- Das eingespielte DuoZwei Wochen, in denen die Aufgabenteilung wichtiger ist als die Motorleistung
- Der SelbstschrauberEin Auto, das man unterwegs selbst repariert, und Gelegenheit dazu
- Der SpendensammlerEin Ziel, das die Fahrt trägt, und ein Feld, das es ernst nimmt
- Der KomfortfahrerWenig: feste Quartiere und Zeitpuffer gehören nicht zum Konzept
Was du ein Jahr vorher entscheiden solltest
Das Startgeld ist drei Werktage nach der Anmeldung fällig, weitere Mitfahrer lassen sich bis einen Monat vor dem Start nachmelden. Wichtiger als das Datum ist die Technik: Wer im Juni 7.500 Kilometer über Nebenstraßen fahren will, prüft im Winter Kühlung, Bremsen und Reifen und nimmt Ersatzteile mit, die er selbst tauschen kann.

Foto: Mats Hagwall · Unsplash License
Quellen
Was Teams vor ihrem ersten Start fragen
Welches Auto darf starten?
Jedes. Die Ausschreibung nimmt moderne Fahrzeuge aller Baujahre und führt Klassiker ab 20 Jahren in einer eigenen Wertung, dazu Motorräder, Transporter und Lkw. Berichte von Teams zeigen die Spannweite: ein Renault Espace fuhr die Strecke ans Nordkap, ein ausgemusterter Volvo V70 aus Polizeibeständen ebenso.
Wie viele Stunden sitzt man am Tag im Auto?
Zehn bis zwölf Stunden, berichtet ein Team aus einer Mercedes-Benz-Niederlassung, das 2019 gestartet ist. Das ist der Grund, warum die Ausschreibung zwei Personen je Fahrzeug verlangt: Fahren und Navigieren wechseln sich ab.
Was ist im Startgeld enthalten?
Roadbook mit Aufgaben, die Startaufstellung mit Camping, drei Rallye-Feste unterwegs, das Rallye-Kit mit Fahrzeugbeklebung, Finisher-Urkunde, Tracking-App und Betreuung rund um die Uhr. Unterkunft, Essen, Fähren, Maut und Reparaturen sind Sache der Teams.
Mehr aus der Rallye-Szene
Alles lesen
Szene · 15.10.2026Swamp Cooler am Käfer: die Klimaanlage, die am Fenster hängtSwamp Cooler am VW Käfer: Verdunstungskühler am Beifahrerfenster, Thermador seit 1930, 8 bis 11 Grad kühler in trockener Luft, Nachbau ab 499 Dollar.
Szene · 14.10.2026Warum der VW Käfer der beste Einstieg in die Oldtimerwelt istVW Käfer als erster Oldtimer: 34 PS ohne Wasser, Motor in 1 Stunde draußen, 60.000 Teile bei Volkswagen Classic Parts, 55.285 Wagen im Land, ab 7.500 Euro.
Szene · 13.10.2026Citroën DS: 743 Bestellungen in 15 Minuten, 80.000 bis zum MesseendeCitroën DS von 1955 bis 1975: 12.000 Bestellungen am ersten Tag, Hydropneumatik, Kurvenlicht 1967, de Gaulle 1962, 1,46 Millionen Stück. Preise heute.
Szene · 12.10.2026Cadillac 1959: das Jahr, in dem die Heckflossen am höchsten standenDer Cadillac von 1959: die höchsten Heckflossen Detroits, 390er V8 mit 325 PS, 5,72 m, 142.272 Wagen in einem Jahr. Series 62, Eldorado, Preise heute.