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Ennstal-Classic: Warum 50 km/h schwerer sind als Vollgas, Titelbild
Szene

Ennstal-Classic: Warum 50 km/h schwerer sind als Vollgas

Matthieu Rochette auf Unsplash, Unsplash License

Seit 1993 fährt Österreichs bekannteste Klassikerrallye gegen versteckte Zeitnahmen statt gegen die Stoppuhr. Was Gleichmäßigkeit verlangt und wer dabei gewinnt

· 20.09.2026 · aktualisiert 20.09.2026

Vier Sätze zur Ennstal-Classic

Es klingt wie ein Widerspruch: eine Rallye, bei der zu schnelles Fahren bestraft wird. Genau daraus lebt die Gleichmäßigkeit. Nicht die Leistung entscheidet, sondern die Fähigkeit, über sieben Kilometer exakt den Schnitt zu halten, den das Roadbook nennt, ohne zu wissen, wo gemessen wird.

Woraus eine Gleichmäßigkeitsprüfung besteht

Zwei Menschen, zwei Aufgaben. Einer fährt, einer rechnet. Das Roadbook nennt Abschnitt für Abschnitt den Schnitt, die Uhr läuft, und irgendwo dazwischen steht eine Lichtschranke. Bei der Ennstal-Classic liegt der Schnitt bei höchstens 50 km/h, was nach Spazierfahrt klingt und es auf einer Passstraße nicht ist.

Der Reiz dabei: Ein serienmäßiger Wagen ist so gut aufgehoben wie ein Sportwagen. Gewonnen hat, wer seine Sekunden im Griff hat.

Wie aus 30 Teams ein Feld von 200 wurde

Fahrzeuge am Start — Jahr
  1. 301993
  2. 2002027
Als Tabelle
JahrFahrzeuge am Start
199330
2027200

Der Motorsportjournalist Helmut Zwickl und Michael Glöckner, damals Tourismusdirektor in Gröbming, haben die Veranstaltung 1993 aus der Idee heraus gegründet, Motorsport so zu fahren wie früher. Aus dem Versuch wurde eine der bekanntesten Klassikerrallyes Europas, mit vier Tagen durch die Steiermark und dem Demo-Grand-Prix in Gröbming am Schluss.

Was die vier Tage ausmacht

KriteriumWas dahintersteht
Termin21. bis 24. Juli 2027, die 35. Ausgabe
ZugelassenFahrzeuge bis Baujahr 1976, erstmals ein Jahr weiter als bisher
FeldRund 200 historische Automobile aus ganz Europa
WertungVersteckte Zeitnahmen, Schnitt höchstens 50 km/h
HöhepunktDer Demo-Grand-Prix in Gröbming am letzten Tag

Für wen sich der Start lohnt

Was du mitbringen solltest

Vor allem Geduld beim Üben. Eine Gleichmäßigkeitsprüfung lässt sich auf jeder Landstraße trainieren: Schnitt vorgeben, Strecke abstecken, Zeit messen, wiederholen. Wer das ein paar Mal gemacht hat, merkt schnell, dass die Kunst nicht im Gasfuß liegt, sondern im Ausgleichen der Kurven, in denen man verliert.

Ennstal-Classic: Warum 50 km/h schwerer sind als Vollgas, Bild zum Zitat
In einem SatzGefahren wird auf Schnitt, nicht auf Zeit. Versteckte Kontrollen prüfen, ob ein Durchschnitt von höchstens 50 km/h gehalten wird.

Foto: Matthieu Rochette · Unsplash License

Quellen

  1. Ennstal-Classic: Termin der 35. Ausgabe 2027
  2. EnnstalWiki: Ennstal-Classic
  3. motorline.cc: Ennstal-Classic 2023, Schlussbericht
  4. Ennstal-Classic: Geschichte

Was Einsteiger zur Gleichmäßigkeit fragen

Was heißt Gleichmäßigkeit genau?

Das Roadbook gibt einen Schnitt vor, den ihr über einen Abschnitt halten sollt. Irgendwo dazwischen steht eine Zeitnahme, von der niemand weiß, wo genau. Wer zu früh kommt, verliert so viel wie der, der zu spät kommt. Bei der Ennstal-Classic liegt die Obergrenze bei 50 km/h im Schnitt.

Brauche ich ein besonders schnelles Auto?

Nein, und das ist der Punkt. Weil nicht die Bestzeit zählt, entscheidet die ruhige Hand. Der Gesamtsieg 2023 ging an Helmut Schramke und Peter Umfahrer in einem Jaguar XK150 von 1960, ihr vierter nach 2003, 2006 und 2012.

Welche Baujahre dürfen starten?

Lange galt Baujahr 1975 als Grenze. Für die 35. Ausgabe 2027 öffnet die Ausschreibung erstmals bis Baujahr 1976 und holt damit weitere Klassiker der Siebziger ins Feld.

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