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Opel Admiral und Diplomat: als Opel die Oberklasse erobern wollte, Titelbild
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Opel Admiral und Diplomat: als Opel die Oberklasse erobern wollte

Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Alexander Migl, skaliert

Ein Admiral für 6.500 Reichsmark, ein Chevrolet-V8 aus Detroit, ein Coupé teurer als der Porsche 911 und eine De-Dion-Hinterachse, wie sie in dieser Klasse kaum jemand einbaute. Die Geschichte der großen Opel von 1937 bis 1977

· 04.10.2026 · aktualisiert 04.10.2026

Admiral und Diplomat in vier Sätzen

Opel hat drei Mal versucht, ein Oberklasseauto zu bauen, und jedes Mal hieß es Admiral oder Diplomat. 1937 forderte der erste Admiral Horch und Mercedes heraus. 1964 kam ein Diplomat mit V8 aus Detroit, dessen Coupé mehr kostete als ein Porsche 911. 1969 folgte eine Limousine mit einer aufwendigen De-Dion-Hinterachse. Gereicht hat es nie. Heute sind gerade diese Autos die interessantesten Opel überhaupt, und die seltensten.

So fing es 1937 mit dem ersten Admiral an

Ende 1937 stellte Opel seinen größten Wagen vor. Der Admiral hatte einen Sechszylinder mit 3,6 Litern und 75 PS, viel Drehmoment und eine Karosserie, die neben einem Horch nicht klein aussah. Die viertürige Limousine kostete 6.500 Reichsmark, das Cabriolet 7.000. Das war deutlich weniger, als Horch, Maybach oder Mercedes für vergleichbare Wagen verlangten.

Der Krieg beendete den Versuch nach zwei Jahren. Bis 1939 baute Opel 6.404 Admiral: 3.500 Limousinen, 2.314 Cabriolets und 590 Fahrgestelle für Karosseriebauer.

Ein schwarzes Opel Admiral Cabriolet von 1938 im Museum
Ein Admiral Cabriolet von 1938 oder 1939 im EFA Mobile Zeiten Museum in Amerang. Opel baute 2.314 davon. Foto: Norbert Pietsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, skaliert.

Darum bekam der Diplomat 1964 einen Motor aus Detroit

25 Jahre später versuchte es Opel noch einmal. Im Frühjahr 1964 kam die KAD-Reihe, benannt nach ihren drei Modellen: Kapitän, Admiral und Diplomat. Es war eine Karosserie in drei Rangstufen, und die Namen klingen bis heute wie eine Beförderung.

Der Kapitän war die einfache Version, der Admiral die mittlere. Ganz oben stand der Diplomat, und der hatte etwas, das kein deutscher Wettbewerber anbot: einen V8 von Chevrolet. Opel gehörte zu General Motors, also griff Rüsselsheim ins Regal in Detroit. Zuerst kam der 283er mit 4,6 Litern und 190 PS, dann der 327er mit 5,4 Litern und 230 PS, dazu eine Automatik. Der Diplomat lief damit über 200 km/h und brauchte weniger als 11 Sekunden auf Tempo 100.

Auch im Admiral gab es den V8, für 15.950 Mark. Bis November 1968 baute Opel 89.277 Wagen der KAD-A-Reihe.

Teurer als ein Porsche 911: das Diplomat V8 Coupé

Das eigentliche Kunststück der A-Reihe war zweitürig. Von Februar 1965 bis Juli 1967 baute Karmann in Osnabrück das Diplomat V8 Coupé, nur mit dem großen 5,4-Liter. Es kostete 25.500 Mark, ab April 1966 dann 26.000. Das war so viel wie sieben Käfer und mehr, als ein Mercedes 280 SL oder ein Porsche 911 kosteten.

Wer so viel Geld ausgab, kaufte meist doch einen Stern. Karmann baute 347 Coupés, eine polnische Quelle nennt sogar nur 304. So oder so ist es einer der seltensten Opel der Nachkriegszeit. Wer eines auf einem Treffen sieht, hat Glück gehabt.

Ein silbernes Opel Diplomat A V8 Coupé mit schwarzem Vinyldach
Ein Diplomat V8 Coupé von Karmann, gebaut zwischen 1965 und 1967, bei einem Treffen in Leverkusen. Foto: Detectandpreserve, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, skaliert.

Darum war die De-Dion-Achse des Diplomat B etwas Besonderes

Im März 1969 kam die B-Reihe, mit neuer Karosserie und einer Technik, die man bei Opel nicht erwartet hätte. Hinten saß eine De-Dion-Achse. Dabei hängt das Differenzial fest am Wagen, und nur ein leichtes Rohr verbindet die Räder. Das wog rund 20 Kilogramm mehr als eine Starrachse, senkte aber die ungefederten Massen. Der Diplomat B federte weich und lag trotzdem ruhig.

Der Diplomat V8 mit Automatik kostete im April 1970 21.556 Mark und war damit rund 35 Prozent billiger als ein Mercedes 300 SEL 3.5. Ab Mai 1973 gab es den V8 auch mit langem Radstand, für Fahrgäste, die hinten Platz brauchten. Was ihn technisch ausmacht, steht in unserem Porträt Opel Diplomat B.

Ein goldener Opel Diplomat B V8 von der Seite
Ein Diplomat B mit 5,4-Liter-V8 von etwa 1975, fotografiert in Belgien. Foto: Charles01, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, skaliert.

So verlor Opel den Kampf um die Oberklasse

Gegen den Stern half keine Achse. 1969 baute Opel 17.777 Wagen der KAD-B-Reihe, 1974 noch 1.754. Das sind 90 Prozent weniger in fünf Jahren. Den Kapitän strich Opel schon im Mai 1970. 1972 kam die neue S-Klasse, 1973 die Ölkrise, und wer 1977 einen großen Wagen kaufen wollte, ging zu Mercedes oder zum neuen BMW 7er.

Im Juli 1977 lief der letzte Diplomat vom Band. Sein Nachfolger wurde 1978 der Senator, zusammen mit dem Coupé Monza, beide eine Klasse kleiner. Für AUTO BILD erzielten die großen Opel nur Achtungserfolge, weil ihnen das Prestige von Mercedes fehlte. Das ist wohl die ehrlichste Zusammenfassung.

Ein Diplomat lebte als Bitter CD weiter

Auf der IAA im September 1969 zeigte Opel eine Studie namens CD, ein flaches Coupé auf Diplomat-Technik. Opel baute es nicht. Erich Bitter tat es. Auf der IAA 1973 stellte er den Bitter CD vor, mit Fahrgestell, V8 und Armaturenbrett des Diplomat B und einer Karosserie, die der Karosseriebauer Baur fertigte.

Auf der Messe nahm Bitter 176 Bestellungen an. Dann kam die Ölkrise, und die meisten Käufer stornierten. Bis 1979 entstanden 395 Bitter CD. Anfang 1975 kostete einer 58.000 Mark.

Ein grüner Bitter CD auf der Techno-Classica in Essen
Ein Bitter CD auf der Techno-Classica 2018 in Essen. Unter dem Blech steckt ein Opel Diplomat B. Foto: Matti Blume, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, skaliert.

So wenige fahren heute noch

Wie selten die großen Opel geworden sind, zeigt die Zählung des Kraftfahrt-Bundesamts. Für die A-Reihe führt es die Typen einzeln.

Zugelassen am 1. Januar 2026 — Typ
  1. 124Admiral A
  2. 2Admiral A V8
  3. 47Diplomat A
  4. 9Diplomat A Coupé
Als Tabelle
TypZugelassen am 1. Januar 2026Zugelassen am 1. Januar 2019
Admiral A124130
Admiral A V823
Diplomat A4741
Diplomat A Coupé911

Von 347 Coupés tragen also noch 9 ein deutsches Kennzeichen. Beim Diplomat A ist die Zahl sogar gestiegen, von 41 auf 47. Offenbar kommen Wagen zurück auf die Straße, die lange abgemeldet waren.

Einen großen Opel zu fahren, ist heute ein bewusster Schritt gegen den Strom. Wer einen Mercedes der Sechziger sucht, hat die Auswahl. Wer einen Diplomat sucht, muss Geduld haben, und wird auf jedem Treffen angesprochen.

Du fährst einen Admiral, Diplomat oder Kapitän? Dann gehört er zu den wenigen, die es noch gibt. Trag ihn in die Kartei ein und schreib seine Geschichte auf, bevor sie verloren geht.

Opel Admiral und Diplomat: als Opel die Oberklasse erobern wollte, Bild zum Zitat
In einem SatzDer erste Admiral kam Ende 1937, mit 3,6-Liter-Sechszylinder und 75 PS für 6.500 Reichsmark. Bis 1939 baute Opel 6.404 Stück.

Foto: Alexander Migl · CC BY-SA 4.0

Quellen

  1. Wikipedia: Opel Admiral
  2. Autozine: Opel Admiral bestaat 75 jaar
  3. Wikipedia: Opel Diplomat A
  4. Wikipedia: Opel Diplomat
  5. Wikipedia: Opel Admiral B
  6. AUTO BILD: Opel KAD-Serie
  7. Auto Świat: Wielka trójka Opla
  8. Driven to Write: 1969 Opel Admiral B review
  9. Wikipedia: Bitter Automotive
  10. Hagerty UK: Cars that time forgot, Bitter CD
  11. Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg: Bestand an Kraftfahrzeugen nach Herstellern und Typen (FZ 6), 1. Januar 2019 und 2026, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0. Gezählt sind die Typen ADMIRAL-A, ADMIRAL-A-V8, DIPLOMAT-A und DIPLOMAT-A-COUPE des Herstellers 0039.

Was Leser zu Admiral und Diplomat fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kapitän, Admiral und Diplomat?

Es sind drei Ausstattungsstufen derselben Karosserie, wie Dienstgrade. Der Kapitän war die einfache Version, der Admiral die mittlere, der Diplomat die Spitze mit der feinsten Ausstattung und dem V8. Opel nannte die Reihe nach den Anfangsbuchstaben KAD. Den Kapitän gab es in der B-Reihe nur bis Mai 1970.

Welchen Motor hatte der Opel Diplomat V8?

Einen V8 von Chevrolet. In der A-Reihe zuerst den 283er mit 4,6 Litern und 190 PS, dann den 327er mit 5,4 Litern und 230 PS. Die B-Reihe hatte den 5,4-Liter mit 230 PS. Dazu kam eine Automatik von General Motors.

Wie viele Diplomat V8 Coupés gibt es?

Karmann baute von Februar 1965 bis Juli 1967 347 Stück, eine polnische Quelle nennt 304. Am 1. Januar 2026 waren in Deutschland 9 davon zugelassen, so das Kraftfahrt-Bundesamt. 2019 waren es noch 11.

Warum hat Opel den Diplomat eingestellt?

Die wohlhabenden Käufer wählten Mercedes und BMW. Die neue S-Klasse von 1972 und die Ölkrise 1973 ließen die Stückzahl der KAD-Reihe einbrechen, im Juli 1977 war Schluss. Nachfolger wurden 1978 der Senator und der Monza, eine Klasse tiefer.

Was hat der Bitter CD mit dem Diplomat zu tun?

Er steht auf der Technik des Diplomat B, mit dessen Fahrgestell, V8 und Armaturenbrett. Die Idee zeigte Opel 1969 auf der IAA als Studie CD. Erich Bitter baute das Coupé ab 1973 in kleiner Serie, bis 1979 entstanden 395 Stück.

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