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Renault 4: 8 Millionen Mal die Blue Jeans unter den Autos, Titelbild
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Renault 4: 8 Millionen Mal die Blue Jeans unter den Autos

Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, DeFacto, skaliert

Vorgestellt im Herbst 1961 als Antwort auf die Ente, gebaut bis 1994 in 28 Ländern. Mit Heckklappe, Frontantrieb und einem Radstand, der rechts länger ist als links

· 11.10.2026 · aktualisiert 07.10.2026

Der R4 in 4 Sätzen

Pierre Dreyfus, der Chef von Renault, wollte 1956 ein Auto, das man anzieht wie eine Blue Jeans: für jeden, überall, zu jeder Gelegenheit. 5 Jahre später stand es auf der IAA. Der Renault 4 wurde das meistgebaute französische Auto, das erste mit großer Heckklappe und das Lieblingsauto von Landärzten, Gendarmen, Studenten und einem Papst.

So sah Renaults Antwort auf die Ente aus

Citroën hatte seit 1948 den 2CV, und Renault hatte nichts dagegen. Der R4 sollte das ändern: ebenso einfach, ebenso billig, aber mit Frontantrieb, 4 Türen und einer fünften, großen Klappe am Heck. Am 28. August 1961 fuhr ihn die Presse, am 21. September stand er auf der IAA in Frankfurt, Anfang Oktober auf dem Salon in Paris.

Die Technik war schlau statt teuer. Der Motor liegt längs vor der Vorderachse, das Getriebe noch davor; deshalb kommt der Schaltknüppel aus dem Armaturenbrett und fasst über den Motor hinweg ins Getriebe. Hinten federn Drehstäbe, die quer im Wagen hintereinanderliegen, weil sie sich sonst kreuzen würden. Das rechte Hinterrad sitzt darum rund 5 cm weiter hinten als das linke. Der Radstand eines R4 ist links und rechts verschieden, und jeder Fahrer lebt gut damit.

Darum war der R4 das erste Auto mit Heckklappe

Die große, oben angeschlagene Klappe machte aus dem Kleinwagen einen Kombi. Vier Sitze, und hinter ihnen passten Kisten, Hunde, Fahrräder. Als Fourgonnette mit Kastenaufbau und dem hochgezogenen Giraffendach, dem Giraffon, wurde er das Lieferauto Frankreichs, als Plein Air von 1968 bis 1971 ein Strandauto ohne Türen, als Rodéo ein Freizeitwagen mit Kunststoffkarosserie.

Ein gelber Renault 4 Plein Air, das offene Strandauto ohne Türen, vor einer Natursteinmauer
Der Plein Air von 1968 bis 1971: ein R4 ohne Türen und Dach, gebaut von Sinpar für den Strand. Foto: Rundvald, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, skaliert.
VarianteBauzeitWas sie ausmacht
R31961 bis 1962603 cm³, das Sparmodell, 2.526 Stück
R4, ab 1965 4L1961 bis 1992747 bis 956 cm³, die Limousine
Fourgonnette F4, F61961 bis 1992Kastenwagen mit Giraffon
Plein Air1968 bis 1971Offen, ohne Türen, von Sinpar
Rodéoab 1970Freizeitwagen mit Kunststoffkarosserie
GTL1978 bis 19921.108 cm³, 34 PS, mehr Drehmoment, weniger Verbrauch
Bye-Bye19921.000 nummerierte Wagen zum Abschied

Wie 8 Millionen Stück zusammenkamen

Am 1. Februar 1966 war die erste Million voll, nach weniger als 4,5 Jahren. Der R4 entstand in 28 Ländern: Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, Italien, Irland, Jugoslawien, Argentinien, Kolumbien, Mexiko, Australien, Algerien, Marokko und weiteren. In Kolumbien hieß er Amigo fiel, treuer Freund. In Frankreich lief die Produktion 1992 aus, in Slowenien und Marokko erst Ende 1994; der letzte R4 entstand am 21. Dezember 1994 bei Somaca in Casablanca. Über 8,1 Millionen Wagen in 33 Jahren, mehr als jedes andere französische Auto.

1978 hatte der GTL mit dem 1.108er Motor den R4 noch einmal modern gemacht: 34 PS wie zuvor, aber mehr Drehmoment und weniger Verbrauch, dazu graue Kunststoffleisten an den Flanken. 2013 bekam Papst Franziskus von einem italienischen Pfarrer einen R4 von 1984 mit 300.000 km geschenkt und fuhr ihn im Vatikan.

Was ein Renault 4 heute kostet

Classic Trader nennt für R4 TL und GTL der Jahre 1987 bis 1991 ein Marktfenster von 4.500 bis 10.000 Euro, je nach Zustand, Wartung und Originalität. Frühe Wagen mit 747er Motor und die Bye-Bye von 1992 liegen darüber, Fourgonnetten in gutem Zustand ebenfalls, weil sie als Lieferwagen meist verbraucht wurden.

Der R4 ist eines der letzten Autos, bei denen Einstieg und Alltag zusammenpassen. Er kostet wenig, er ist einfach, und er fährt mit 34 PS im Verkehr mit, solange man die Autobahn meidet. Für Fahranfänger im Oldtimer ist er die französische Antwort auf den Käfer.

Worauf Käufer beim R4 achten

Rost, und zwar am Rahmen. Der R4 hat eine Plattform mit Längsträgern, auf der die Karosserie sitzt, und die Träger rosten von innen: vorn an den Aufnahmen der Drehstäbe, hinten an den Lagern der Schwingen, dazu die Bodenbleche und die Wagenheberaufnahmen. Eine schöne Karosserie sagt nichts über die Plattform. Zweitens die Drehstäbe selbst und ihre Verstellung, drittens die Schaltung durchs Armaturenbrett, deren Gelenke ausschlagen. Der Motor ist das kleinste Problem: Der Cléon-Vierzylinder lief in Millionen Renault und ist bis heute versorgt.

Mehr zur Baureihe steht im Porträt Renault 4. Du fährst einen? Trag ihn in die Kartei ein und führe sein Fahrzeugbuch: Bei einem Auto, das jeder irgendwann hatte, ist die lückenlose Geschichte das Seltene.

Renault 4: 8 Millionen Mal die Blue Jeans unter den Autos, Bild zum Zitat
In einem SatzAm 28. August 1961 zeigte Renault den R4 der Presse, im September stand er auf der IAA, im Oktober in Paris. Renault-Chef Pierre Dreyfus nannte ihn das Auto in Blue Jeans.

Foto: M.Peinado from Alcalá de Henares, España · CC BY 2.0

Quellen

  1. Wikipedia: Renault 4 (deutsch)
  2. Wikipedia: Renault 4
  3. Classic Trader: Renault R 4, Marktübersicht
  4. ADAC Autokatalog: Renault R4 GTL (1977 bis 1989)

Was Leser zum Renault 4 fragen

Wann kam der Renault 4 auf den Markt?

Im Herbst 1961. Am 28. August 1961 fuhr ihn die Presse, am 21. September 1961 stand er auf der IAA in Frankfurt, Anfang Oktober auf dem Salon in Paris. Die Produktion lief im Sommer 1961 an und endete in Frankreich 1992, in Slowenien und Marokko erst Ende 1994.

Wie viele Renault 4 wurden gebaut?

Über 8,1 Millionen in 33 Jahren, gebaut in 28 Ländern von Frankreich über Spanien, Jugoslawien und Argentinien bis Marokko, wo am 21. Dezember 1994 der letzte entstand. Die erste Million war am 1. Februar 1966 erreicht. Der R4 ist das meistgebaute französische Auto.

Warum ist der Radstand des R4 links und rechts verschieden?

Wegen der Drehstabfedern an der Hinterachse. Die beiden Stäbe liegen quer im Wagen, hintereinander statt nebeneinander, weil sie sich sonst kreuzen würden. Deshalb sitzt das rechte Hinterrad rund 5 cm weiter hinten als das linke. Im Fahren merkt man davon nichts.

Welche Motoren hatte der Renault 4?

Von 603 cm³ im R3 bis 1.108 cm³ im GTL. Der R3 von 1961 bis 1962 mit 603 cm³ verkaufte sich nur 2.526 Mal. Der R4 bekam 747, 782, 845 und 956 cm³, der GTL ab 1978 den 1.108er mit 34 PS. Alle Motoren liegen längs vor der Vorderachse, das Getriebe davor, deshalb kommt der Schaltknüppel aus dem Armaturenbrett.

Was kostet ein Renault 4 heute?

4.500 bis 10.000 Euro für einen TL oder GTL von 1987 bis 1991 in gutem Zustand, so das Marktfenster bei Classic Trader. Frühe Wagen mit kleinem Motor und die 1.000 nummerierten Bye-Bye von 1992 liegen darüber. Ein R4 mit frischem Lack über altem Rost liegt darunter, auch wenn er mehr kostet.

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