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Warum den Clubs der Nachwuchs fehlt, und was die Jungen stattdessen tun

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Die Halter sind im Schnitt über 60, die Vereine altern mit ihnen, und die Jungen fahren trotzdem Klassiker: Sie organisieren sich nur anders: in Gruppen, auf Treffen, im Netz

· 14.09.2026 · aktualisiert 14.09.2026

Was man über den Nachwuchs in den Clubs wissen muss

Auf jedem Treffen steht am Rand ein Mann um die 70, der einen Club vertritt, und in der Mitte stehen Leute um die 30 mit ihren Autos, die keinem Club angehören. Beide fahren Klassiker. Beide lieben dasselbe. Und beide fragen sich, warum die anderen nicht mitmachen. Die Antwort hat mit dem Alter zu tun, aber anders, als die Clubs denken.

Wie alt die Szene ist, und wie jung

Die Zahl, die die Clubs beunruhigt

Die Halter von Oldtimern sind im Schnitt über 60 Jahre alt. Das sagt die Classic Studie 2025, für die 2.254 Halter befragt wurden, und es sagt jeder Blick in ein Vereinsheim. Die Clubs, die in den Siebzigern und Achtzigern gegründet wurden, der Dachverband DEUVET entstand 1976 auf der Veterama in Mannheim, sind mit ihren Gründern gealtert. Wer damals mit 30 seinen ersten Käfer-Club mitgründete, ist heute 80. Der Vorstand ist oft derselbe wie vor 20 Jahren, der Stammtisch am selben Dienstag, das Vereinsheim an derselben Stelle.

Die Zahl, die die Szene beruhigt

Der Bestand wächst: 923.538 Fahrzeuge mit Oldtimer-Status zum 1. Januar 2026, 4 Prozent mehr als im Jahr davor, 26 Prozent mehr als 2022. Jemand kauft diese Wagen, jemand lässt sie begutachten, jemand fährt sie. Und die Youngtimer darunter, Golf II, E30, W 124, 190er, T3, fahren nicht die Siebzigjährigen. Die Jungen sind da; sie stehen nur nicht in den Mitgliederlisten. Was sie fahren und warum, steht in Die junge Szene.

Darum sind die Jungen anders organisiert

Die Form: Verein gegen Gruppe

Ein Verein hat eine Satzung, einen Beitrag, einen Vorstand, eine Jahreshauptversammlung, und einen Dienstagabend. Eine Gruppe hat einen Chat, ein Treffen am Sonntag und niemanden, der sie gegründet hat. Die Jungen organisieren sich in der zweiten Form, weil sie in jeder anderen Lebenslage auch so organisiert sind; die Frage „warum trittst du nicht ein“ verstehen sie wörtlich: wozu? Der Club bietet Teilehilfe, Erfahrung und Versicherungsrabatte, die Gruppe bietet dieselbe Teilehilfe, dieselbe Erfahrung und dazu Fotos vom letzten Treffen.

Die Marke: Einmarkenclub gegen Szene

Die klassischen Clubs sind Markenclubs: Käfer, Strich-Acht, 02, Manta. Die junge Szene ist markenübergreifend: Auf einem Youngtimer-Treffen stehen Golf, E30, Volvo und Saab nebeneinander, und die Frage nach der Marke ist die zweite, nicht die erste. Wer mit einem E30 in einen BMW-Club eintritt, findet dort Leute mit E9 und 02, und fühlt sich am Rand. Die Clubs, die wachsen, haben die Grenze geöffnet: Sie nehmen Youngtimer auf, und sie nehmen die Marke nicht so ernst.

Der Ort: Vereinsheim gegen Straße

Der Stammtisch am Dienstag findet in einem Raum statt; die Szene der Jungen findet auf der Straße statt. Ausfahrt am Sonntag, Treffen auf dem Parkplatz, Schrauberabend in der Halle: Die Jungen wollen fahren und machen, weniger sitzen und reden. Ein Club, der seine Termine auf die Straße verlegt, hat die halbe Miete, und ein Club, dessen Termine im Kalender stehen, den die Jungen lesen, die andere Hälfte. Der Kalender der Treffen ist offen für jeden Club.

Was die Clubs tun können, und was die Jungen bringen

Drei Änderungen, die funktionieren

Youngtimer aufnehmen, auf die Straße gehen, online sichtbar sein. Die Clubs, die in den letzten Jahren gewachsen sind, haben alle 3 getan. Sie haben ihre Satzung um die Jahrgänge ab 1985 erweitert, sie treffen sich am Wochenende zu Ausfahrten statt am Abend im Heim, und sie stehen dort, wo die Jungen suchen: auf Treffen, in Gruppen, im Clubverzeichnis mit ihren Terminen und Fahrzeugen. Dazu kommt das, was die Alten haben und die Jungen brauchen: eine Halle mit Hebebühne und jemanden, der weiß, wie man einen Vergaser einstellt.

Das bringt der Nachwuchs mit

Zeit, Hände, Fotos, Reichweite, und in 20 Jahren die Wagen. Die Jungen schrauben, weil sie es sich leisten müssen; sie fotografieren, weil sie es können; sie erzählen von ihrem Club, weil sie von allem erzählen. Und sie sind die, die die Wagen übernehmen, wenn die Gründer sie hinterlassen. Ein Club ohne Nachwuchs hat in 15 Jahren eine Halle voller Autos und niemanden, der sie fährt.

Wie Patinamore dabei hilft

Die Kartei kennt keine Satzung und keine Marke: Jeder Wagen steht mit Baujahr, Berichten und Fotos da, und wer dasselbe Auto fährt, findet den anderen. Clubs tragen sich mit Treffen und Fahrzeugen ihrer Mitglieder ein und werden von denen gefunden, die nicht wussten, dass es sie gibt, wie das geht, steht hier. Wer einen Club gründen will, statt einem beizutreten, findet die Anleitung in Einen Oldtimer-Club gründen. Und wer 28 ist und einen E30 fährt: Der Club, der dich nimmt, ist der, der schon einen E30 hat. Die Kartei zeigt dir, welcher das ist.

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In einem SatzDie Oldtimer-Halter sind im Schnitt über 60 Jahre alt, und die Clubs altern mit ihnen, während der Bestand wächst: 923.538 Fahrzeuge mit Oldtimer-Status, 4 Prozent mehr als im Jahr davor.

Quellen

  1. Wirtschaftsfaktor Young- und Oldtimer 2025 (Classic Studie) von BBE Automotive für VDA, ZDK und VDIK, Befragung von 2.254 Haltern zu 4.185 Fahrzeugen; das Durchschnittsalter der Halter liegt über 60 Jahren.
  2. DEUVET Bundesverband Oldtimer-Youngtimer e.V.: Clubbetreuung und die Positionen zum Nachwuchs in Clubs und Gewerbe, Der Verband wurde 1976 auf der Veterama in Mannheim gegründet und benannte sich 2019 um; er fordert Initiativen, die das Durchschnittsalter in Clubs und Gewerbe senken.
  3. Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg: Der Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026 (Pressemitteilung Nr. 09/2026), 923.538 Fahrzeuge mit Oldtimer-Status, +4,0 Prozent. Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0.
  4. Patinamore: Die junge Szene: Warum unter 35 wieder Klassiker fahren

Was Leser über den Nachwuchs in den Clubs fragen

Warum fehlt den Oldtimerclubs der Nachwuchs?

Weil die Form der Clubs aus einer Zeit stammt, in der man sich anders organisierte. Verein, Satzung, Jahresbeitrag, Stammtisch am Dienstagabend, Vorstand seit 20 Jahren: Das passt zu Haltern über 60, die ihre Wagen seit Jahrzehnten fahren, und wenig zu einer 28-Jährigen mit einem E30, die ihre Szene auf dem Treffen am Sonntag und in der Gruppe auf dem Handy hat.

Fahren junge Leute überhaupt noch Klassiker?

Ja, und mehr als früher, nur andere Autos und in anderen Formen. Der Einstieg läuft über Youngtimer und bezahlbare Klassiker: Golf I und II, E30, W 123, Käfer, MX-5, T3. Die Szene dazu ist offen, markenübergreifend und digital; sie trifft sich auf Youngtimer-Treffen und in Gruppen, die niemand gegründet hat. Was sie antreibt, steht in „Die junge Szene“.

Was können Clubs tun?

Drei Dinge, die die wachsenden Clubs gemeinsam haben: Youngtimer aufnehmen, sich auf der Straße treffen statt im Vereinsheim, online sichtbar sein. Dazu Schrauberabende in der Halle, die den Jungen Werkzeug und den Alten Hände bringen. Ein Club, der auf Patinamore steht, mit Treffen und Fahrzeugen seiner Mitglieder, wird gefunden, von denen, die ihn suchen, ohne zu wissen, dass es ihn gibt.

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