2,3 Millionen Wagen, 4 Karosserien, 12 Jahre Bauzeit. Die Knotenbleche, die Radläufe, der Zahnriemen des M40 und der rissige Kopf des M20. Was man prüft, bevor man zahlt
Patinamore-Redaktion · 25.09.2026 · aktualisiert 25.09.2026
Was man vor dem Kauf eines BMW E30 wissen muss
- 2,34 Millionen Wagen baute BMW von November 1982 bis April 1994 in München und Regensburg: 2 Türen, 4 Türen, Cabriolet ab Juli 1985, Touring ab Juli 1987, dazu das Baur Topcabriolet und rund 17.000 M3.
- Die Knotenbleche hinter den Vorderrädern sind die teuerste Stelle: 1.500 bis 2.500 Euro je Seite. Dazu die hinteren Radläufe, die Wagenheberaufnahmen, das Batteriefach und die Abschleppöse hinten rechts.
- Der M40 braucht alle 40.000 Kilometer einen Zahnriemen, der M20 reißt zwischen dem 5. und 6. Zylinder. Beim Sechszylinder gilt: Rechnung sehen oder Kopf prüfen lassen.
- Preise im Mai 2026: 316i und 318i in Zustand 2 zwischen 7.000 und 12.000 Euro, 325i zwischen 15.000 und 28.000, das 325i Cabriolet 25.000 bis 45.000, der M3 zwischen 85.000 und 150.000.
Der E30 ist der 3er, der aus einem Modell eine Baureihe machte. Von November 1982 bis April 1994 liefen 2,34 Millionen Wagen in München und Regensburg vom Band, zuerst als Zweitürer, ab Januar 1983 als Viertürer, ab Juli 1985 als Cabriolet und ab Juli 1987 als Touring. Dazu das Baur Topcabriolet ab Februar 1983 und rund 17.000 M3 zwischen Februar 1986 und Dezember 1990. Wer heute einen kauft, kauft ein Auto, dessen Technik jeder Schrauber beherrscht und dessen Karosserie an 5 Stellen entscheidet, ob der Kauf eine Freude wird.
Welche Serie und welche Karosserie zur Wahl stehen
| Karosserie | Bauzeit | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Zweitürer | Dezember 1981 bis April 1991 | Der Klassiker, am häufigsten getunt, deshalb Spaltmaße messen |
| Viertürer | Januar 1983 bis April 1991 | Der günstigste Einstieg, oft mit Vierzylinder und Alltagshistorie |
| Cabriolet | Juli 1985 bis April 1993 | Verdeckkasten, Scheibenrahmen, weichere Karosserie |
| Touring | Juli 1987 bis April 1994 | Selten, teuer, Heckklappe und Radhäuser prüfen |
| Baur Topcabriolet | ab Februar 1983 | Umbau mit Überrollbügel, eigene Dichtungen, eigene Ersatzteillage |
| M3 | Februar 1986 bis Dezember 1990 | Rund 17.000 Stück, eigene Karosserie, eigener Markt |
Zwei Modellpflegen teilen die Baureihe. Im September 1985 änderten sich Stoßfänger und Reifengrößen, im September 1987 kam die große Überarbeitung mit neuer Front, Kunststoffstoßfängern und überarbeitetem Innenraum. Die Wagen davor heißen in der Szene Vorfacelift und sind bei Sammlern gesucht, die Wagen danach fahren sich moderner und rosten an denselben Stellen.
Welcher Motor zu wem passt
| Motor | Modelle | PS |
|---|---|---|
| M10 Vierzylinder | 316, 316i, 318i | 90 bis 105 |
| M40 Vierzylinder | 316i, 318i ab 1987 | 100 bis 113 |
| M42 Vierzylinder | 318is | 136 |
| M20 Sechszylinder | 320i, 323i, 325i, 325e, 325ix | 125 bis 171 |
| M21 Diesel | 324d, 324td | 86 bis 115 |
| S14 Vierzylinder | M3 | 195 bis 238 |
- M10 im frühen 316 und 318i: der Motor aus der Zeit der Neuen Klasse, Kette statt Riemen, unkaputtbar und langsam. Wer ihn pflegt, fährt ihn 300.000 Kilometer.
- M40 ab 1987: der Nachfolger mit dem kurzen Zahnriemenintervall von 40.000 Kilometern oder 4 Jahren. Eingelaufene Nockenwellen sind sein Thema, Öldruck und Nockenwellengeräusch entscheiden über den Kauf.
- M42 im 318is: 136 PS aus 1,8 Litern mit 16 Ventilen, Steuerkette, hohe Drehzahlen. Der Geheimtipp der Baureihe, gesucht und in Zustand 2 zwischen 16.000 und 25.000 Euro.
- M20 als 320i und 325i: der Sechszylinder, der den E30 ausmacht. Zwischen dem 5. und 6. Zylinder kann der Kopf reißen, die Reparatur kostet 1.500 bis 3.000 Euro. Zahnriemen und Wasserpumpe gehören zusammen gewechselt.
- M21 als 324d und 324td: der Diesel für die Langstrecke, laut und sparsam, heute selten und deshalb gesucht.
- S14 im M3: 2,3 Liter mit 195 bis 200 PS, die Evolution II 2,5 Liter mit 238 PS. Eigene Karosserie, eigene Preise, eigene Käuferschaft.
Beim E30 kauft man die Karosserie und bekommt den Motor dazu. Ein rostfreier 316i ist mehr wert als ein durchgerosteter 325i.
Das prüft man am E30
Rost: die Knotenbleche zuerst
Die Knotenbleche sitzen im Spritzwasserbereich hinter den Vorderrädern, dort sammelt sich Schmutz in einer Tasche, die von außen niemand sieht. Die Sanierung beider Seiten kostet rund 2.000 Euro, je Seite rechnen Betriebe mit 1.500 bis 2.500. Danach kommen die hinteren Radläufe, die ab der Bogenmitte nach hinten gebördelt sind und von innen nach außen durchrosten: Lackblasen an der Bördelkante und Spachtel unter dem Magneten heißen, dass jemand die Substanz zugedeckt hat. Die Schweller mit den Wagenheberaufnahmen kosten 800 bis 3.000 Euro, das Batteriefach im Kofferraum 300 bis 1.500, die Reserveradmulde mit dem Heckabschlussblech 400 bis 1.500. Sehr viele E30 rosten unterhalb der Abschleppöse hinten rechts, und die A-Säulen gammeln, wenn die Wasserabläufe verstopft sind.
- Knotenbleche hinter beiden Vorderrädern, mit Lampe von unten
- Hintere Radläufe an der Bördelkante, Magnet und Blick von innen
- Schweller und alle 4 Wagenheberaufnahmen abklopfen
- Batteriefach und Reserveradmulde, Dichtungen der Rückleuchten
- Abschleppöse hinten rechts, Bereich darunter
- Wasserabläufe der A-Säule und im Windlauf frei
- Cabriolet: Verdeckkastenwanne, Scheibenrahmenecken, Verdeckbezug
- Touring: Heckklappe unten, Radhäuser innen, Ladeboden trocken
Motor: Riemen, Kopf, Nockenwelle
Beim M40 ist der Zahnriemen die Frage, die über den Preis entscheidet: 40.000 Kilometer oder 4 Jahre, und die Wasserpumpe gehört dazu. Eingelaufene Nockenwellen hört man im Leerlauf als Klappern, ihre Erneuerung kostet 800 bis 2.000 Euro. Beim M20 prüft man die Stelle zwischen dem 5. und 6. Zylinder: Risse dort zeigen sich als Kühlwasserverlust ohne sichtbare Undichtigkeit, der Kopf kostet mit Arbeit 1.500 bis 3.000 Euro. Öl an der Ventildeckeldichtung ist Routine, Öl im Kühlwasser beendet die Probefahrt. Bei M10 und M40 leckt der Kunststoffdichtring an der Schaltwelle des Getriebes, das ist ein kleiner Posten mit großer Pfütze.
- Kaltstart hören, Nockenwellenklappern beim M40
- Zahnriemen: Rechnung, Datum, Kilometerstand
- M20: Kühlwasserstand, Ausgleichsbehälter, Öl im Wasser
- Ventildeckel, Ölwanne, Schaltwelle des Getriebes
- Kühler und Wasserpumpe auf Schwitzwasser
- Leerlauf des M20 gleichmäßig, Leerlaufsteller sauber
Fahrwerk: die Tonnenlager der Hinterachse
Poltern beim Lastwechsel und ein schwammiges Heck in der Kurve sind die Tonnenlager der Hinterachse, ihr Wechsel kostet 300 bis 600 Euro. Vorn machen ausgeschlagene Traggelenke dasselbe Geräusch auf schlechter Straße, dazu eine unpräzise Lenkung, 250 bis 500 Euro. Beide Posten sind Verschleiß, beide sind gute Argumente beim Preis. Wer einen tiefergelegten Wagen kauft, prüft die Domlager und die Radlauf-Bördelkanten: gezogene Kanten heißen, dass die Räder angestanden haben.
- Poltern beim Lastwechsel, Tonnenlager der Hinterachse
- Traggelenke vorn, Spiel am aufgebockten Rad
- Domlager vorn, Geräusch beim Einschlagen im Stand
- Bördelkanten gezogen oder gerollt: Hinweis auf Tieferlegung
- Bremsscheiben, Handbremse im Bremstopf
Papiere und Originalität
Der E30 ist das meistgetunte Auto seiner Generation. Ein Wagen mit Originalrädern, originalem Lenkrad und lückenlosem Heft ist in jedem Modell 15 bis 25 Prozent mehr wert als ein umgebauter. Beim M3 entscheidet die Fahrgestellnummer über den halben Preis: Hier gehören ein Gutachten und ein Blick in die BMW Classic Zertifikate dazu. Wer ein H-Kennzeichen will, braucht den Zustand 2 bis 3 und einen weitgehend zeitgenössischen Aufbau, Tieferlegung und Räder müssen zum Baujahr passen.
Was ein E30 im Jahr 2026 kostet
| Modell | Zustand 3 bis 4 | Zustand 2 |
|---|---|---|
| 316i, 318i Limousine und Touring | 3.000 bis 7.000 € | 7.000 bis 12.000 € |
| 320i, 325i Limousine und Touring | 8.000 bis 15.000 € | 15.000 bis 28.000 € |
| 318is Coupé | 8.000 bis 14.000 € | 16.000 bis 25.000 € |
| 325i Cabriolet | 12.000 bis 20.000 € | 25.000 bis 45.000 € |
| M3 | 60.000 bis 85.000 € | 85.000 bis 150.000 € |
Die Zahlen stammen aus den Marktbeobachtungen vom Mai 2026. Unter 10.000 Euro gibt es kein gutes Cabriolet mehr, und ein Wagen für 3.000 Euro kostet in der Werkstatt schnell das Dreifache: Knotenbleche, Radläufe und Schweller zusammen sind ein vierstelliger Betrag, bevor der Motor an der Reihe ist. Das Ersatzteil kostet dabei selten das Geld, die Arbeitsstunde tut es. Eine originale Wasserpumpe kostet 180 Euro, der Nachbau ab 30, ein Verdeckbezug fürs Cabriolet rund 2.000, ein M3-Heckspoiler 700.
Der kurze Weg zur Entscheidung
Ein E30 ist ein einfaches Auto mit einem teuren Detail. Wer 3 Stunden mit Lampe, Magnet und Schraubendreher unter dem Wagen liegt, weiß hinterher mehr als jeder Prüfbericht. Die Reihenfolge: erst die Knotenbleche, dann die Radläufe, dann die Schweller, dann der Motor. Ein Wagen mit Rechnungen über Zahnriemen, Tonnenlager und Radläufe ist den Aufpreis wert, weil genau diese 3 Posten zusammen über 3.000 Euro ausmachen. Und wer den Wagen im Winter kauft, sieht am Unterboden mehr als im Sommer.

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Quellen
Was Leser vor dem Kauf eines BMW E30 fragen
Welcher E30-Motor ist der richtige?
Für den Alltag der M20 als 320i oder 325i, für den Geldbeutel der M10 im frühen 316 und 318i. Der M20 läuft seidig und hält 300.000 Kilometer, wenn die Kopfdichtung dicht ist und niemand ihn heiß gefahren hat. Der M40 ab 1987 ist der Motor mit dem kurzen Zahnriemenintervall von 40.000 Kilometern und eingelaufenen Nockenwellen. Der M42 im 318is dreht 7.000 Touren und gilt als Geheimtipp, der S14 im M3 gehört Sammlern.
Wo rostet der BMW E30 zuerst?
An den Knotenblechen hinter den Vorderrädern, dort trifft Spritzwasser auf eine Blechtasche, die niemand sieht. Danach die hinteren Radläufe von innen nach außen, die Schweller mit den Wagenheberaufnahmen, das Batteriefach im Kofferraum, die Reserveradmulde hinter den Rückleuchten und die Stelle unter der Abschleppöse hinten rechts. Beim Cabriolet zusätzlich die Verdeckkastenwanne und die Scheibenrahmenecken.
Was kostet ein BMW E30 im Jahr 2026?
Nach den Marktwerten vom Mai 2026: 316i und 318i in Zustand 3 bis 4 zwischen 3.000 und 7.000 Euro, in Zustand 2 zwischen 7.000 und 12.000. Der 320i und 325i liegen in Zustand 3 bei 8.000 bis 15.000 und in Zustand 2 bei 15.000 bis 28.000 Euro. Das 318is Coupé kostet 16.000 bis 25.000, das 325i Cabriolet 25.000 bis 45.000, der M3 85.000 bis 150.000.
Lohnt sich ein E30 Touring oder ein Cabriolet?
Beide kosten mehr als die Limousine und rosten an eigenen Stellen. Der Touring lief erst ab Juli 1987 und blieb bis April 1994, er ist selten und in Zustand 2 ab 15.000 Euro zu haben. Das Cabriolet hat die Verdeckkastenwanne, den Verdeckbezug für rund 2.000 Euro und die weichere Karosserie: Türen und Spaltmaße sagen hier mehr über den Zustand als der Lack.
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