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Die Fahrgestellnummer entschlüsseln: 17 Zeichen, die alles über den Wagen sagen

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Wie die FIN nach ISO 3779 aufgebaut ist, was Herstellercode, Typ und Seriennummer verraten, wie die Nummern vor 1981 gelesen werden: und wo sie am Fahrzeug steht

· 14.09.2026 · aktualisiert 14.09.2026

Was man über die Fahrgestellnummer wissen muss

Die Fahrgestellnummer ist der einzige Teil eines Autos, der sich nie ändert. Kennzeichen wechseln, Motoren werden getauscht, Farben neu gespritzt, die Nummer in der Karosserie bleibt, und sie erzählt, wer den Wagen wo und wann gebaut hat. Wer sie lesen kann, prüft beim Kauf in 2 Minuten, ob Papiere und Blech zusammengehören.

Wie die 17 Zeichen aufgebaut sind

Seit 1981 folgt die Fahrzeug-Identifizierungsnummer der Norm ISO 3779: 17 Zeichen, 3 Blöcke, keine Buchstaben I, O und Q, damit niemand sie mit Ziffern verwechselt.

Die Stellen 1 bis 3: der Hersteller

Der World Manufacturer Identifier nennt Land und Hersteller. Das erste Zeichen steht für die Region, W für Deutschland, Z für Italien, V für Frankreich und Spanien, S für Großbritannien, J für Japan, 1 und 4 für die USA. Die Codes, die in der Kartei am häufigsten stehen:

CodeHersteller
WVWVolkswagen Pkw
WV2Volkswagen Bus und Transporter
WDBMercedes-Benz
WP0Porsche
WBABMW
WAUAudi
W0LOpel
WF0Ford Deutschland
ZFAFiat
ZARAlfa Romeo
VF1Renault
VF7Citroën
YV1Volvo
SAJJaguar

Die Stellen 4 bis 9: das Fahrzeug

Der Vehicle Descriptor Section beschreibt Modell, Karosserie, Motor, nach dem System des Herstellers. Bei Volkswagen steht hier die Typnummer, beim Golf II etwa die 19, beim Passat B3 die 31; bei Mercedes ist es das Baumuster, 124 für den W 124, gefolgt von der Motorvariante. Die 9. Stelle ist in Nordamerika eine Prüfziffer; europäische Hersteller füllen sie nach eigenen Regeln, oft mit einer Z oder einer Ziffer ohne Prüfbedeutung.

Die Stellen 10 bis 17: Modelljahr, Werk, Seriennummer

Stelle 10 ist in den USA das Modelljahr, L für 1990, M für 1991, bis Y für 2000, dann 1 bis 9 für 2001 bis 2009, A für 2010. Volkswagen und viele europäische Hersteller nutzen dieselbe Buchstabenfolge, andere lassen die Stelle frei oder belegen sie anders. Stelle 11 ist das Werk: Bei Volkswagen steht W für Wolfsburg, E für Emden, H für Hannover, M für Mexiko, bei Porsche S für Stuttgart. Die Stellen 12 bis 17 sind die Seriennummer, fortlaufend über das Modelljahr.

So werden die Nummern vor 1981 gelesen

Vor der Norm hatte jeder Hersteller sein System, und die Klassiker der Kartei tragen es noch. Drei Beispiele, die die Muster zeigen:

Der Käfer: 10 Ziffern ab 1965

Ab dem Modelljahr 1965 trägt der Käfer eine 10-stellige Nummer, in der die ersten 4 Ziffern Typ und Modelljahr nennen. 11 steht für den Käfer, die 3. Ziffer für die Karosserie, 3 die Limousine, 5 das Cabriolet, die 4. für das Modelljahr: 1132 ist eine Käfer-Limousine des Modelljahres 1972, 1135 ein Cabriolet von 1975. Die restlichen 6 Ziffern sind die Seriennummer. Beim 1302 und 1303 heißt der Typ 13, beim Karmann Ghia 14, beim Typ 3 31. Wer die 4 Ziffern kennt, weiß beim ersten Blick unter die Rücksitzbank, welches Jahr er vor sich hat.

Mercedes-Benz: die Baumusternummer vorn

Eine Mercedes-Nummer vor 1981 hat 14 Stellen und beginnt mit dem Baumuster, 6 Ziffern, die Baureihe und Motor nennen. 123.033 ist ein 230 E der Baureihe W 123, 107.044 ein 350 SL. Dann folgen 2 Ziffern für Lenkung und Getriebe, dann die 6-stellige Seriennummer. Das Baujahr ergibt sich aus der Seriennummer über die Werkslisten; die Datenkarte des Herstellers, die Mercedes-Benz Classic zu jeder Nummer ausstellt, nennt Auslieferungsdatum, Farbe und Ausstattung, für ein Wertgutachten die wichtigste Seite.

Porsche: die Zahl, die den Jahrgang verrät

Beim 911 der Jahre 1970 bis 1980 nennt die Nummer das Modelljahr in der 2. Ziffer: 911 2 … ist ein 1972er, 911 5 … ein 1975er. Ab 1980 kommt die 17-stellige Nummer mit WP0 vorn. Beim 356 hat jede Karosserieform ihren eigenen Nummernkreis, die Kenner lesen an der Nummer, ob ein Wagen Reutter oder Karmann verließ.

Wo die Nummer steht und warum man sie vergleicht

Die Nummer steht an 3 Stellen: im Feld E der Zulassungsbescheinigung Teil I, auf dem Typenschild und eingeschlagen in ein tragendes Karosserieteil. Beim Käfer liegt die Prägung auf dem Tunnel unter der Rücksitzbank, beim Bus unter dem Beifahrersitz, bei vielen Mercedes am Kühlerträger oder rechts im Motorraum, bei Opel und Ford der Siebziger auf dem Stehblech. Was zu den Papieren gehört, sagt Fahrzeugpapiere lesen, Feld für Feld.

Beim Kauf werden alle 3 verglichen, und die Prägung wird angesehen, nicht nur gelesen. Eine Nummer, deren Schrifttyp anders aussieht als beim Modell üblich, deren Umgebung frisch lackiert oder zugespachtelt ist, oder die auf einem eingeschweißten Blech sitzt, ist ein Fall für den Sachverständigen. Nach § 59 StVZO darf nur die Prüfstelle eine unleserliche Nummer nachprägen und beglaubigen; wer sie selbst nachschlägt, macht aus einem Klassiker ein Beweismittel.

Das macht die Kartei mit der Nummer

In der Kartei liegt die Fahrgestellnummer verschlüsselt und wird nie öffentlich gezeigt. Sie dient dem Halter als Nachweis und dem Fahrzeugbuch als Anker: Ein Wagen, dessen Historie an der Nummer hängt, lässt sich verkaufen, ohne dass die Belege verloren gehen, wie das geht, steht in Das Fahrzeugbuch.

Die Fahrgestellnummer entschlüsseln: 17 Zeichen, die alles über den Wagen sagen, Bild zum Zitat
In einem SatzSeit 1981 hat jedes Fahrzeug eine 17-stellige Fahrzeug-Identifizierungsnummer nach ISO 3779: 3 Zeichen für den Hersteller, 6 für das Fahrzeug, 8 für Werk, Modelljahr und Seriennummer.

Quellen

  1. ISO 3779:2009 — Road vehicles: Vehicle identification number (VIN), Content and structure
  2. Wikipedia: Fahrzeug-Identifizierungsnummer, Aufbau, Herstellercodes und die Geschichte der Nummer.
  3. Bundesministerium der Justiz: § 59 StVZO — Fabrikschilder und Fahrzeug-Identifizierungsnummer
  4. Volkswagen Classic: Fahrgestellnummern des Käfers — Baujahr und Typ an der Nummer erkennen, Die Systematik der 10-stelligen Nummern ab dem Modelljahr 1965.

Was Leser über die Fahrgestellnummer fragen

Was verrät die Fahrgestellnummer über das Baujahr?

Bei Nummern ab 1981 steht das Modelljahr oft an Stelle 10, bei europäischen Herstellern nach eigenen Regeln; bei älteren Nummern steckt es im Herstellersystem, beim Käfer ab 1965 ist es die 4. Ziffer, bei Mercedes ergibt es sich aus Baumuster und Seriennummer über die Werkslisten. Das Baujahr ist etwas anderes als die Erstzulassung im Feld B, die über das H-Kennzeichen entscheidet.

Wo finde ich die Fahrgestellnummer am Fahrzeug?

Auf dem Typenschild und eingeschlagen in ein tragendes Karosserieteil, beim Käfer unter der Rücksitzbank auf dem Tunnel, bei vielen Mercedes am Kühlerträger oder im Motorraum, bei neueren Wagen zusätzlich unter der Windschutzscheibe. Die Zulassungsbescheinigung Teil I nennt sie im Feld E.

Was heißt es, wenn die Nummer am Fahrzeug von den Papieren abweicht?

Erst einmal: Finger weg, bis es geklärt ist. Ein verdrehter Zehner ist ein Schreibfehler der Zulassungsstelle; eine Nummer, die anders geprägt aussieht als die Umgebung, ein Verdacht auf ein Unfallauto mit fremdem Vorderwagen oder auf Diebstahl. Die Prüfstelle kann eine Nummer nachprägen und beglaubigen, nur mit lückenloser Vorgeschichte.

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