25 Sondermodelle in 32 Jahren: Stückzahlen, Farbcodes, Erkennungszeichen und die Frage, wie man ein echtes von einer Replika unterscheidet
Patinamore-Redaktion · 12.09.2026 · aktualisiert 13.09.2026
Was man über die Käfer-Sondermodelle wissen muss
- Volkswagen legte zwischen 1971 und 2003 rund 25 Sondermodelle des Käfers auf, vom Jubiläumskäfer mit 15.000 Stück bis zur Última Edición mit 3.000.
- Der Gelb-Schwarze Renner von 1973 ist das gefragteste: 3.500 gebaut, heute geschätzt 100 erhalten, am Markt das Dreifache eines normalen 1303 S.
- Jedes Werks-Sondermodell trägt eine S-Nummer (etwa S 714 für den Renner, S 703 für den Silver Bug), der Beleg gegen den Nachbau.
- Wer die Echtheit wissen will, bestellt bei Volkswagen Classic die Fahrzeug-Identitäts-Urkunde: Sie nennt Farbe, Ausstattung und Auslieferung ab Werk.
Ein Sondermodell war für Volkswagen ein Verkaufsargument: mehr Ausstattung für weniger Geld, eine Farbe, die es sonst nicht gab, ein Name auf dem Seitenteil. Für den Sammler von heute ist es das Gegenteil, ein Käfer, von dem es nur ein paar Tausend gab, und von denen nur ein paar Hundert übrig sind. Hier sind sie alle, in der Reihenfolge ihres Erscheinens.
Welche Sondermodelle es gab, Jahr für Jahr
So begannen die Sondermodelle 1971
Das erste Käfer-Sondermodell für Europa war der Jubiläumskäfer zum 20-millionsten Volkswagen, verkauft von Herbst 1971 bis 1972: 15.000 Stück auf Basis von 1300, 1302 und 1302 S, alle in Saturngelb (L13M), mit heizbarer Heckscheibe, Frischluftgebläse, Intervallwischer, Kopfstützen und einer nummerierten Messingplakette am Handschuhfach. Von außen unauffällig, den Aufkleber brachten erst die späteren.
Es folgte 1972 der Weltmeister auf Basis des 1302 S: rund 6.000 Stück zum 17. Februar 1972, dem Tag, an dem der Käfer mit 15.007.034 Wagen das Ford Modell T als meistgebautes Auto ablöste. Der Erfolg war so gut, dass Volkswagen vom 15. April bis 16. Juni 1972 den Maikäfer nachschob: 5.555 Stück als 1200 zu 5.555 DM und 6.666 als 1302 zu 6.666 DM, mit Stahlschiebedach beim 1302, Rückfahrleuchten, Radio und Cordsitzen, in Weidengrün, Saturngelb und Blutorange. Ein Modell für Kenner, weil es unauffällig blieb und darum in Vergessenheit geriet.
Warum der Gelb-Schwarze Renner der begehrteste ist
1973 kam der Gelb-Schwarze Renner, kurz GSR: 3.500 Stück auf Basis des 1303 S mit 50 PS, saturngelb (L13M) mit mattschwarzen Hauben, Stoßstangen und Zierleisten, geschlitztem Frontblech, Sportsitzen, Sportlenkrad und 175/70-Reifen auf 5,5-Zoll-Sportstahlfelgen, Sondermodellnummer S 714, 7.650 DM. Er erschien ausgerechnet in der Ölkrise mit Sonntagsfahrverboten, und im Bundestag fragte ein Abgeordneter, was die Regierung gegen „Rallyestreifen und schwarze Motorhauben“ zu tun gedenke. Heute sind nach Schätzung der Szene rund 100 Originale übrig; sie erzielen das Dreifache eines normalen 1303 S, und darum ist der GSR das meistkopierte Sondermodell.

Welche Sondermodelle 1973 und 1974 folgten
Ab September 1973 gab es den City (1303 mit 44 PS, S 764, Parkscheibe in der Sonnenblende, Ibizarot, Ischia- und Ontario-Metallic) und den Big (1303 mit 50 PS, S 763, Cordpolster, Holzdekor am Armaturenbrett, Moos-, Hellas- und Ontario-Metallic), beide offiziell unlimitiert, je nach Quelle als Modelljahr 1973 oder 1974 geführt. Dazu die 4 Winterkäfer mit 45-Ah-Batterie, heizbarer Heckscheibe und Nebelscheinwerfern.
Der Jeans-Käfer von 1973 bis 1975 (S 761) war ein 1200 mit 34 PS, mit Sitzen aus Jeansstoff mit Nietentaschen, schwarzen Zierleisten und Lampenringen, in Tunisgelb, Phönixrot, Brillantgelb, Marinogelb und Nepalorange, entworfen von Gunhild Liljequist, die auch den Samtroten gestaltete. Der Luxus-Käfer (S 729, 1303, 8.000 Export und 12.000 Inland, Diamantsilber, dunkelblauer Cord) kam im Frühjahr 1974 aus dem Werk Brüssel, der World Cup ’74 zur Fußball-WM in 300 Limousinen und 25 Cabrios, von denen heute je etwa 10 bekannt sind.
Was für Amerika entstand
Für Nordamerika gab es zwischen 1976 und 1979 auf Basis des 1303 Cabrio den Triple White, Lack, Innenraum und Verdeck weiß, 1977 die Champagner Edition (500 Stück, alpinweiß mit sandfarbenem Verdeck) und 1979 den Triple Black als letztes Cabrio-Sondermodell.
Diese Sondermodelle brachten die Achtziger
Ab 1981 kamen die Käfer aus Mexiko, und Volkswagen hielt sie in Europa mit Sondermodellen im Programm: der Silver Bug (S 703) zum 20-millionsten Käfer am 15. Mai 1981 in Puebla, 2.000 und 1.700 Stück in Diamantsilber mit Schottenkaro-Sitzen; der Jeans Bug (S 704, Frühjahr 1982, 1.000 Stück, Alpinweiß oder Marsrot); der Special Bug (S 706, September 1982, Schwarz-Metallic oder Marsrot mit goldenen Felgen und Dekorstreifen); 1983 der Eisblaue (S 708, 2.000 und 1.800 Stück), der Alpinweiß-Käfer (S 711) und der Aubergine (S 710, 3.300 Stück); 1984 der Sunny Bug (S 700, 1.800 Stück, Sonnengelb) und der Samtrote (S 701, 3.000 Stück, Samtrot LG3C).
Den Abschluss machte der Jubi (S 712) zum 50. Geburtstag des Käfers, vorgestellt auf der IAA 1985: 3.150 Stück, davon 2.400 für Deutschland, Zinngrau-Metallic, Golf-GTI-Lenkrad, 50-Jahre-Plakette, und das letzte Sondermodell, das Volkswagen offiziell in Deutschland verkaufte.
Was aus Mexiko kam
Nach 1985 lief der Käfer in Puebla weiter, und seine Sondermodelle kamen als Grauimporte nach Europa: der Firebeetle (1994, 1600i mit 50 PS und Kat, geschätzt 200 bis 500 Stück), der Jeans von 1995, der Harlekin von 1996 bis 1998 (141 Stück in 4 Farben, als Blickfang für Messen gebaut, heute rund 5 in Deutschland), der Summer (2002 und 2003, je 400 in Himmelblau und Lemongelb), und vom 10. bis 30. Juli 2003 die Última Edición, 3.000 Stück in Aquarius Blue und Harvest Moon Beige. Der letzte davon steht in der Autostadt Wolfsburg.
Daran erkennt man ein echtes Sondermodell
Jedes Werks-Sondermodell trägt seine Sondermodellnummer (S 700 bis S 764) im Typenschild-Aufkleber und in den Papieren, seine Werksfarbe mit L-Code und die Ausstattung, die zum Modell gehört. Ein GSR in Saturngelb mit mattschwarzen Hauben ist noch kein GSR, die S 714 und die Fahrgestellnummer sind es. Wer sicher gehen will, bestellt bei Volkswagen Classic die Fahrzeug-Identitäts-Urkunde, die Farbe, Ausstattung, Produktions- und Lieferdatum ab Werk nennt. Gegen einen gut gemachten Nachbau spricht nichts, solange er als Nachbau verkauft wird.
Was davon ins Fahrzeugbuch gehört
Die S-Nummer, der L-Code, die Urkunde, Fotos der Plakette und der Ausstattung: Bei einem Sondermodell ist die Historie der halbe Wert. Wer sie führt, hat beim Verkauf das, was den Nachbau vom Original trennt.
25 Namen, 32 Jahre, ein Auto. Wer die S-Nummer kennt und die Urkunde hat, fährt ein Sondermodell, und kein Sondermodell-Kostüm.

Foto: Annie Spratt · Unsplash License
Quellen
Was Leser über die Käfer-Sondermodelle fragen
Welches Käfer-Sondermodell ist das wertvollste?
Der Gelb-Schwarze Renner (GSR) von 1973 auf Basis des 1303 S: 3.500 gebaut, heute rund 100 erhalten, saturngelb mit mattschwarzen Hauben. Er erzielt das Dreifache eines normalen 1303 S, und ist darum das am häufigsten nachgebaute Sondermodell.
Woran erkenne ich ein echtes Sondermodell?
An der Sondermodellnummer (S 700 bis S 764) auf dem Typenschild-Aufkleber und in den Papieren, an der Werksfarbe mit ihrem L-Code und an der Ausstattung, die zum Modell passt. Sicherheit gibt die Fahrzeug-Identitäts-Urkunde von Volkswagen Classic, die den Auslieferungszustand nennt.
Wie viele Sondermodelle gab es?
Rund 25 für Europa und Nordamerika zwischen 1971 und 1985, dazu die mexikanischen Serien von 1994 bis 2003, Firebeetle, Jeans, Harlekin, Summer und die Última Edición als Abschluss mit 3.000 Wagen im Juli 2003.
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