19 Jahre Bauzeit, 2,8 Millionen Wagen der Reihe 240 und 260. Der B230 mit Zahnriemen und Freilauf, die Radläufe hinten, die Heckklappe des Kombis. Worauf es beim Schwedenpanzer ankommt
Patinamore-Redaktion · 25.09.2026 · aktualisiert 25.09.2026
Was man vor dem Kauf eines Volvo 240 wissen muss
- Gebaut von 1974 bis 1993, über 2,8 Millionen Wagen der Reihen 240 und 260. Die Ziffern sagen alles: 242 zwei Türen, 244 vier Türen, 245 Kombi. In Deutschland gab es zuletzt nur noch den Kombi.
- Rost entscheidet auch beim Schwedenpanzer: hintere Radläufe, Türunterkanten, Reserveradmulde, Wagenheberaufnahmen, beim Kombi die Unterkante der Heckklappe und der Rahmen der Heckscheibe.
- Die Motoren sind Freiläufer und trotzdem auf den Zahnriemen angewiesen. Der B230 hält bei Pflege 400.000 Kilometer, beim B230K aus dem Jahr 1987 ist der Riemen das bekannte Risiko.
- Marktwerte 2026: Zustand 3 zwischen 11.900 und 16.099 Euro, Zustand 2 zwischen 17.850 und 24.149, Topwagen 25.500 bis 34.500. Projekte beginnen bei 4.675 Euro, Kombis und Turbo liegen über der Limousine.
Der Volvo 240 ist das Auto, das 19 Jahre lang gebaut wurde, ohne sich zu verbiegen. Von 1974 bis 1993 entstanden über 2,8 Millionen Wagen der Reihen 240 und 260, als Zweitürer, Viertürer und Kombi. Die Typenbezeichnung erklärt sich selbst: Die erste Ziffer ist die Baureihe, die zweite die Zylinderzahl, die dritte die Zahl der Türen. Ab 1982 vereinfachte Volvo die Namen, ließ die Sechszylinder auslaufen, und am Ende kam nach Deutschland fast nur noch der Kombi. Wer heute einen kauft, kauft ein Fahrzeug mit einfacher Technik und einem Ruf, der ein wenig zu gut ist: Auch ein Schwedenpanzer rostet.
Welche Karosserie und welche Baujahre
| Variante | Merkmale |
|---|---|
| 242 | Der Zweitürer, heute selten und gesucht |
| 244 | Die Limousine, der Klassiker der Familie |
| 245 | Der Kombi, das Auto, für das die Marke steht, in Deutschland am häufigsten |
| 240 Turbo | Das schnelle Modell mit eigenem Markt und eigenen Preisen |
Späte Wagen ab etwa 1986 haben die reifere Technik, bessere Korrosionsvorsorge und die bekannten Motoren. Frühe Wagen mit den großen Stoßfängern und den runden Instrumenten haben mehr Charakter und mehr Arbeit. Wer ein Alltagsauto sucht, nimmt einen späten 245.
Welcher Motor zu wem passt
| Motor | PS | Charakter |
|---|---|---|
| B21 | 97 bis 107 | Der Ur-Vierzylinder, langsam, unverwüstlich |
| B23 | 112 | Mehr Hubraum, dasselbe Prinzip |
| B200 | 101 | Der kleinere Späte, sparsam |
| B230 | 113 bis 116 | Der haltbarste der Reihe, die Empfehlung |
| B230 Turbo | 155 bis 165 | Das schnelle Modell, heute gesucht |
| D24 Diesel | 82 | Sechszylinder-Diesel von VW, langsam und dauerhaft |
Alle Benziner sind Freiläufer: Reißt der Zahnriemen, treffen Ventile und Kolben einander nicht. Trotzdem gehört der Riemen ins Intervall, weil der Wagen sonst stehen bleibt, und beim B230K von 1987 gilt der Riemen als bekannter Schwachpunkt. Der B21 fährt astronomische Laufleistungen, verlangt aber Geduld beim Verbrauch. Der Turbo ist ein anderes Auto: mehr Leistung, mehr Wartung, höhere Preise.
Der 240 ist kein Auto, das man restauriert. Er ist ein Auto, das man pflegt, und deshalb kauft man den, an dem schon gepflegt wurde.
Das prüft man am Volvo 240
Rost: Radläufe, Türen, Heckklappe
Die hinteren Radläufe sind die erste Adresse, danach die Unterkanten aller Türen, die Reserveradmulde und die Wagenheberaufnahmen. Die Schweller leiden, wenn die Abläufe verstopfen: Ein Stück Draht durch jede Öffnung ist die günstigste Rostvorsorge. Beim Kombi kommen die Unterkante der Heckklappe und der Rahmen der Heckscheibe dazu, beides Folge geschrumpfter Dichtgummis. Im Innenraum verrät ein feuchter Kofferraumboden, dass die Dichtung der Heckklappe ihre Arbeit eingestellt hat.
- Hintere Radläufe innen und außen
- Unterkanten aller Türen entlang der Dichtungen
- Reserveradmulde und Kofferraumboden trocken
- Wagenheberaufnahmen und Schwellerabläufe
- Kombi: Heckklappe unten, Rahmen der Heckscheibe
- Bereich um die Frontscheibe, Windlauf frei
- Unterboden, Tankaufhängung, Bremsleitungen
Technik: Riemen, Vorderachse, Auspuff
Der Zahnriemen ist die Frage, die jeder Verkäufer beantworten können sollte, am besten mit Rechnung. Danach hört man auf die Vorderachse: Traggelenke und Spurstangen sind Verschleiß, ebenso die Buchsen der Achsträger. Die Auspuffanlage rostet und ist günstig zu ersetzen. Die Hinterachse mit Panhardstab und Längslenkern hält lange, ihre Buchsen werden hart. Im Innenraum prüft man Sitze, Himmel und Elektrik, vor allem die Kontakte der Heckscheibenheizung beim Kombi.
- Zahnriemen mit Rechnung und Datum
- Kaltstart, Leerlauf, Warmlauf der Einspritzung
- Traggelenke, Spurstangen, Achsträgerbuchsen
- Hinterachse: Längslenker, Panhardstab, Buchsen
- Auspuffanlage und Aufhängungen
- Bremsen und Handbremse in den Trommeln
- Elektrik, Heckscheibenheizung, Instrumente
Historie und Papiere
Der 240 wurde als Alltagsauto gefahren, entsprechend selten sind lückenlose Scheckhefte. Wichtiger ist die Frage, wer zuletzt geschraubt hat: Ein Ordner mit Rechnungen über Zahnriemen, Bremsen und Auspuff sagt mehr als ein niedriger Kilometerstand. Alle Wagen haben Anspruch auf das H-Kennzeichen, die Oldtimerversicherung kostet zwischen 280 und 588 Euro im Jahr.
Was ein Volvo 240 im Jahr 2026 kostet
| Zustand | Preis |
|---|---|
| Zustand 5, Projekt | 4.675 bis 6.324 € |
| Zustand 4, Alltagsauto | 7.650 bis 10.350 € |
| Zustand 3, gepflegt | 11.900 bis 16.099 € |
| Zustand 2, gut | 17.850 bis 24.149 € |
| Zustand 1, top | 25.500 bis 34.500 € |
Die Werte stammen aus der Marktbeobachtung 2026. Gepflegte Kombis und der 240 Turbo liegen darüber, ebenso die späten Sondermodelle. Der 240 galt jahrzehntelang als das langweiligste Auto der Welt und ist heute ein gesuchter Youngtimer mit einer aktiven Szene. Wer einen sucht, sucht den mit gemachten Radläufen und frischem Zahnriemen und nicht den mit dem niedrigsten Preis.
Der kurze Weg zur Entscheidung
Radläufe, Heckklappe, Zahnriemen: Diese 3 Punkte entscheiden über Freude oder Arbeit. Alles andere am 240 ist einfach, bezahlbar und in jeder Werkstatt zu machen. Und wer den Wagen als Alltagsauto kauft, fährt ihn auch so: Ein 240, der jede Woche bewegt wird, hält länger als einer, der auf bessere Zeiten wartet.

Foto: Lukmannil Hakim · Unsplash License
Quellen
- auto motor und sport: Volvo 240, 242, 244, 245 in der Kaufberatung
- auto motor und sport: Volvo 240 Kaufberatung, Langzeitauto mit Rostproblemen
- chromradar: Marktwert Volvo 240 im Jahr 2026
- Autozeitung: Volvo 240 kaufen, der Ratgeber
- auto motor und sport: Volvo 240 in der Service-Station
- Auto Bild Klassik: Volvo 240, Klassiker des Tages
Was Leser vor dem Kauf eines Volvo 240 fragen
Welcher Volvo 240 ist der richtige?
Ein später 240 mit dem B230-Motor, am besten als Kombi 245. Die Motoren sind Freiläufer, hängen aber am Zahnriemenintervall; der B230 gilt als der haltbarste der Reihe. Der frühe B21 mit 97 PS läuft ebenfalls astronomische Laufleistungen, verlangt aber mehr Nachsicht beim Verbrauch. Der 240 Turbo ist das gesuchte Modell mit eigenem Preisniveau, die Sechszylinder der 260er-Reihe sind heute eine Sache für Liebhaber.
Wo rostet der Volvo 240?
An den hinteren Radläufen, den Türunterkanten, der Reserveradmulde und den Wagenheberaufnahmen. Die Schweller leiden, wenn die Abläufe verstopfen. Beim Kombi kommen die Unterkante der Heckklappe und der Rahmen der Heckscheibe dazu, dort sind geschrumpfte Dichtgummis der Grund. Wer kauft, hebt die Matten im Kofferraum an und sieht sich die Falze der Heckklappe von innen an.
Was kostet ein Volvo 240 im Jahr 2026?
Nach den Marktwerten 2026: Zustand 4 zwischen 7.650 und 10.350 Euro, Zustand 3 zwischen 11.900 und 16.099, Zustand 2 zwischen 17.850 und 24.149, Zustand 1 zwischen 25.500 und 34.500. Restaurierungsobjekte beginnen bei 4.675 Euro. Gepflegte Kombis und der 240 Turbo liegen über diesen Werten, ebenso die späten Sondermodelle.
Taugt ein 240 als Alltagsauto?
Ja, und das ist der Grund, warum es noch so viele gibt. Die Technik ist einfach, die Teileversorgung gut, die Werkstattkosten überschaubar, und jeder Wagen hat seit 2004 Anspruch auf das H-Kennzeichen. Eine Oldtimerversicherung kostet je nach Anbieter 280 bis 588 Euro im Jahr. Wer den Zahnriemen im Intervall wechselt, die Abläufe frei hält und den Unterboden pflegt, fährt einen 240 über Jahre ohne Überraschungen.
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