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Chevrolet Corvette C3: 15 Jahre Stingray und 542.861 Stück, Titelbild
Szene

Chevrolet Corvette C3: 15 Jahre Stingray und 542.861 Stück

Wikimedia Commons, CC BY 2.0, Jeremy (Sydney), skaliert

Von 1968 bis 1982 baute Chevrolet die Corvette mit der Haifischform des Mako Shark II. Sie überlebte Ölkrise und Katalysator und blieb Amerikas einziger Sportwagen

· 10.10.2026 · aktualisiert 07.10.2026

Die C3 in 4 Sätzen

Die dritte Corvette wurde länger gebaut als jede andere, und sie hat die meisten Gesichter. Die C3 begann 1968 mit Chrom, 7 Litern und 435 PS und endete 1982 mit Kunststoffstoßfängern, Einspritzung und 200 PS. Dazwischen lagen Ölkrise, Katalysator und 542.861 Wagen. Wer heute eine C3 sucht, sucht deshalb erst ein Jahr und dann ein Auto.

So wurde aus einem Haifisch eine Corvette

1965 stellte General Motors den Mako Shark II vor, ein Showcar mit 7-Liter-V8, das angeblich fast 3 Millionen Dollar gekostet hatte. Larry Shinoda hatte es unter Bill Mitchell gezeichnet, dem Designchef von GM, mit hohen Kotflügeln, eingezogener Taille und einer Haube so lang wie ein Esstisch. Die Serie, geformt unter David Holls, übernahm das fast unverändert. Im Herbst 1967 kam die neue Corvette als Modelljahr 1968 in den Handel.

Technik und Rahmen stammten von der Vorgängerin C2, dazu kamen Klappscheinwerfer, ein herausnehmbares Heckfenster und das T-Top: 2 abnehmbare Dachhälften über den Sitzen, bei einem Serienauto zum ersten Mal. Von 1969 bis 1976 hieß der Wagen Stingray, in einem Wort, anders als der Sting Ray der C2.

Was unter der langen Haube steckte

Zum Start gab es den Small Block mit 5,4 Litern, ab 1969 mit 5,7 Litern, und den 427er Big Block mit 7,0 Litern und 390 bis 435 SAE-PS. 1969 baute Chevrolet 2 ZL1 mit Big Block ganz aus Aluminium. 1970 kam der LT-1 Small Block, 1971 der 454er mit 7,4 Litern. Danach ging es bergab: Netto-PS statt Brutto, niedrigere Verdichtung für bleifreies Benzin, 1975 der Katalysator. Die Basis-Corvette des Jahres 1975 leistete 165 PS.

ModelljahrWas sich änderte
1968Neue Karosserie, T-Top, 327 und 427 cui, 4.663 Dollar
1969Name Stingray, 350 cui, ZL1 mit Aluminium-Big-Block (2 Stück)
1970 bis 1971LT-1, 454 cui mit 7,4 Litern
1972Letztes Jahr mit Chromstoßstangen
1973 bis 1974Kunststoffstoßfänger vorn, dann hinten
1975Letztes Cabriolet, Katalysator, Basis 165 PS
1978Fastback-Heckscheibe, Silver Anniversary, Indy Pace Car
197953.807 Wagen, Rekord bis heute
1981Umzug nach Bowling Green
1982Cross-Fire-Einspritzung mit 200 PS, Collector Edition, 18.290 Dollar
Eine silberne Corvette C3 Silver Anniversary Edition von 1978 mit der neuen Fastback-Heckscheibe
Die Silver Anniversary Edition von 1978, zum 25. Geburtstag der Corvette: das Jahr, in dem die C3 ihr Fastback-Heck aus Glas bekam. Foto: MrWalkr, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, skaliert.

Darum verkaufte sich die schwächste Corvette am besten

Es klingt widersinnig: Je weniger Leistung die C3 hatte, desto mehr Wagen verkaufte Chevrolet. 1978 waren es 46.776, 1979 mit 53.807 so viele wie nie zuvor und nie danach. Der Grund steht auf der Preisliste. Die Corvette war Amerikas einziger Sportwagen, und wer in den späten 1970er Jahren ein Coupé mit V8, T-Top und Klappscheinwerfern wollte, hatte kaum eine Wahl. Dazu kam das Fastback-Heck von 1978, das den Wagen moderner aussehen ließ, und die Werbung mit dem Indy 500 Pace Car.

1981 zog die Produktion von St. Louis nach Bowling Green in Kentucky, wo die Corvette bis heute entsteht. 1982 kam die Collector Edition mit Glasheckklappe, und am Ende des Jahres lief die letzte C3 vom Band.

Was eine C3 heute kostet

AutoScout24 nennt für die C3 einen Durchschnittspreis von rund 40.000 Euro, gut erhaltene Wagen stehen zwischen 24.000 und 40.000 Euro. Die Spanne nach oben öffnen die Chromstoßstangen-Jahre bis 1972 mit Big Block und Schaltgetriebe, nach unten die späten Automatikwagen. Für europäische Verhältnisse ist das viel Auto fürs Geld: 5,7 Liter, Kunststoffkarosserie ohne Rost, und Teile gibt es in den USA für jedes Jahr.

Worauf Käufer bei einer C3 achten

Die Karosserie rostet nie, der Rahmen schon. Wer eine C3 ansieht, legt sich darunter: Längsträger hinter den Vorderrädern, die Rahmenbögen über der Hinterachse und die Aufnahmen der Karosserie. Zweitens das Vogelkäfig-Gerüst aus Stahl, das Windschutzscheibe und Türen trägt; es rostet unter dem Kunststoff, und man sieht es erst an aufgeworfenem Lack. Drittens die Scheinwerfer und Scheibenwischerklappe, die bei frühen Wagen mit Unterdruck arbeiten.

Die meisten C3 in Deutschland kamen aus den USA. Was beim Import an Zoll, Steuer, Gutachten und Umrüstung anfällt, steht in unserem Beitrag zum Import aus den USA, die Baureihe im Porträt Chevrolet Corvette C3.

Du fährst eine C3? Trag sie in die Kartei ein und halte fest, welches Jahr sie ist und was an ihr noch original ist. Bei einem Auto mit 15 Gesichtern ist das die erste Frage jedes Käufers.

Chevrolet Corvette C3: 15 Jahre Stingray und 542.861 Stück, Bild zum Zitat
In einem SatzDie dritte Corvette lief von August 1967 bis Oktober 1982, 542.861 Mal. Ihre Form stammt vom Showcar Mako Shark II von 1965, entworfen unter Bill Mitchell.

Foto: Barkın Yaman Özerdoğan · Unsplash License

Quellen

  1. Wikipedia: Chevrolet Corvette (C3)
  2. Wikipedia: Chevrolet Corvette C3 (deutsch)
  3. AutoScout24: Corvette C3, Infos und Preise
  4. mobile.de: Corvette C3 Sportwagen

Was Leser zur Corvette C3 fragen

Wie lange wurde die Corvette C3 gebaut?

15 Modelljahre, 1968 bis 1982, länger als jede Corvette vor oder nach ihr. Die Produktion lief von August 1967 in St. Louis bis Oktober 1982 in Bowling Green, Kentucky, wohin Chevrolet 1981 umgezogen war. 542.861 Wagen entstanden, davon 70.586 Cabriolets bis 1975.

Woher kommt die Form der C3?

Vom Showcar Mako Shark II von 1965. Larry Shinoda zeichnete es unter Bill Mitchell, GMs Designchef; die Serie bekam ihre Form unter David Holls. Die Studie hatte einen 7-Liter-V8 und soll fast 3 Millionen Dollar gekostet haben. Die hohen Kotflügel und die eingezogene Taille blieben bis 1982.

Warum hat eine Corvette von 1975 nur 165 PS?

Weil Abgasvorschriften, Katalysator und die Umstellung auf Netto-PS zusammenkamen. Bis 1971 gab Chevrolet die Leistung brutto an, ohne Nebenaggregate; danach netto. Dazu sanken Verdichtung und Nockenwellen für bleifreies Benzin, 1975 kam der Katalysator. Die Basis-Corvette leistete 165 PS, 1982 waren es mit der Cross-Fire-Einspritzung wieder 200 PS.

Welches Jahr ist das beste für eine C3?

Für Fahrer 1968 bis 1972, für Sammler 1969 und 1982. Die Chromstoßstangen-Jahre bis 1972 haben die starken Motoren: 427 und 454 Big Block, LT-1 Small Block. 1969 ist das Jahr des ZL1 mit Aluminium-Big-Block, 2 gebaut. Die Collector Edition von 1982 mit Glasheckklappe ist das Ende der Reihe. Ab 1973 fahren sich die Wagen leiser und bequemer, kosten weniger und haben T-Top wie alle Coupés.

Was kostet eine Corvette C3 heute?

Im Schnitt rund 40.000 Euro, so AutoScout24, gute Wagen zwischen 24.000 und 40.000 Euro. Späte Wagen ab 1978 mit Automatik beginnen darunter, Chromstoßstangen-Modelle mit Big Block und Schaltgetriebe liegen deutlich darüber. Dazu kommen beim Import Zoll, Steuer und Gutachten.

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