Von 1968 bis 1982 baute Chevrolet die Corvette mit der Haifischform des Mako Shark II. Sie überlebte Ölkrise und Katalysator und blieb Amerikas einziger Sportwagen
Patinamore-Redaktion · 10.10.2026 · aktualisiert 07.10.2026
Die C3 in 4 Sätzen
- Die dritte Corvette lief von August 1967 bis Oktober 1982, 542.861 Mal. Ihre Form stammt vom Showcar Mako Shark II von 1965, entworfen unter Bill Mitchell.
- Am Anfang standen Small Blocks mit 5,4 und 5,7 Litern und Big Blocks mit 7,0 Litern bis 435 SAE-PS, 1971 kam der 7,4-Liter. 1975 leistete die Basis noch 165 PS, 1982 die Cross-Fire-Einspritzung 200 PS.
- 1972 verschwanden die Chromstoßstangen, 1975 das Cabriolet, 1978 kam das Fastback-Heck aus Glas. 1979 war mit 53.807 Wagen das beste Corvette-Jahr aller Zeiten.
- Neu kostete sie 4.663 Dollar 1968 und 18.290 Dollar 1982. Heute nennt AutoScout24 im Schnitt rund 40.000 Euro, gute Wagen stehen zwischen 24.000 und 40.000 Euro.
Die dritte Corvette wurde länger gebaut als jede andere, und sie hat die meisten Gesichter. Die C3 begann 1968 mit Chrom, 7 Litern und 435 PS und endete 1982 mit Kunststoffstoßfängern, Einspritzung und 200 PS. Dazwischen lagen Ölkrise, Katalysator und 542.861 Wagen. Wer heute eine C3 sucht, sucht deshalb erst ein Jahr und dann ein Auto.
So wurde aus einem Haifisch eine Corvette
1965 stellte General Motors den Mako Shark II vor, ein Showcar mit 7-Liter-V8, das angeblich fast 3 Millionen Dollar gekostet hatte. Larry Shinoda hatte es unter Bill Mitchell gezeichnet, dem Designchef von GM, mit hohen Kotflügeln, eingezogener Taille und einer Haube so lang wie ein Esstisch. Die Serie, geformt unter David Holls, übernahm das fast unverändert. Im Herbst 1967 kam die neue Corvette als Modelljahr 1968 in den Handel.
Technik und Rahmen stammten von der Vorgängerin C2, dazu kamen Klappscheinwerfer, ein herausnehmbares Heckfenster und das T-Top: 2 abnehmbare Dachhälften über den Sitzen, bei einem Serienauto zum ersten Mal. Von 1969 bis 1976 hieß der Wagen Stingray, in einem Wort, anders als der Sting Ray der C2.
Was unter der langen Haube steckte
Zum Start gab es den Small Block mit 5,4 Litern, ab 1969 mit 5,7 Litern, und den 427er Big Block mit 7,0 Litern und 390 bis 435 SAE-PS. 1969 baute Chevrolet 2 ZL1 mit Big Block ganz aus Aluminium. 1970 kam der LT-1 Small Block, 1971 der 454er mit 7,4 Litern. Danach ging es bergab: Netto-PS statt Brutto, niedrigere Verdichtung für bleifreies Benzin, 1975 der Katalysator. Die Basis-Corvette des Jahres 1975 leistete 165 PS.
| Modelljahr | Was sich änderte |
|---|---|
| 1968 | Neue Karosserie, T-Top, 327 und 427 cui, 4.663 Dollar |
| 1969 | Name Stingray, 350 cui, ZL1 mit Aluminium-Big-Block (2 Stück) |
| 1970 bis 1971 | LT-1, 454 cui mit 7,4 Litern |
| 1972 | Letztes Jahr mit Chromstoßstangen |
| 1973 bis 1974 | Kunststoffstoßfänger vorn, dann hinten |
| 1975 | Letztes Cabriolet, Katalysator, Basis 165 PS |
| 1978 | Fastback-Heckscheibe, Silver Anniversary, Indy Pace Car |
| 1979 | 53.807 Wagen, Rekord bis heute |
| 1981 | Umzug nach Bowling Green |
| 1982 | Cross-Fire-Einspritzung mit 200 PS, Collector Edition, 18.290 Dollar |

Darum verkaufte sich die schwächste Corvette am besten
Es klingt widersinnig: Je weniger Leistung die C3 hatte, desto mehr Wagen verkaufte Chevrolet. 1978 waren es 46.776, 1979 mit 53.807 so viele wie nie zuvor und nie danach. Der Grund steht auf der Preisliste. Die Corvette war Amerikas einziger Sportwagen, und wer in den späten 1970er Jahren ein Coupé mit V8, T-Top und Klappscheinwerfern wollte, hatte kaum eine Wahl. Dazu kam das Fastback-Heck von 1978, das den Wagen moderner aussehen ließ, und die Werbung mit dem Indy 500 Pace Car.
1981 zog die Produktion von St. Louis nach Bowling Green in Kentucky, wo die Corvette bis heute entsteht. 1982 kam die Collector Edition mit Glasheckklappe, und am Ende des Jahres lief die letzte C3 vom Band.
Was eine C3 heute kostet
AutoScout24 nennt für die C3 einen Durchschnittspreis von rund 40.000 Euro, gut erhaltene Wagen stehen zwischen 24.000 und 40.000 Euro. Die Spanne nach oben öffnen die Chromstoßstangen-Jahre bis 1972 mit Big Block und Schaltgetriebe, nach unten die späten Automatikwagen. Für europäische Verhältnisse ist das viel Auto fürs Geld: 5,7 Liter, Kunststoffkarosserie ohne Rost, und Teile gibt es in den USA für jedes Jahr.
Worauf Käufer bei einer C3 achten
Die Karosserie rostet nie, der Rahmen schon. Wer eine C3 ansieht, legt sich darunter: Längsträger hinter den Vorderrädern, die Rahmenbögen über der Hinterachse und die Aufnahmen der Karosserie. Zweitens das Vogelkäfig-Gerüst aus Stahl, das Windschutzscheibe und Türen trägt; es rostet unter dem Kunststoff, und man sieht es erst an aufgeworfenem Lack. Drittens die Scheinwerfer und Scheibenwischerklappe, die bei frühen Wagen mit Unterdruck arbeiten.
Die meisten C3 in Deutschland kamen aus den USA. Was beim Import an Zoll, Steuer, Gutachten und Umrüstung anfällt, steht in unserem Beitrag zum Import aus den USA, die Baureihe im Porträt Chevrolet Corvette C3.
Du fährst eine C3? Trag sie in die Kartei ein und halte fest, welches Jahr sie ist und was an ihr noch original ist. Bei einem Auto mit 15 Gesichtern ist das die erste Frage jedes Käufers.

Foto: Barkın Yaman Özerdoğan · Unsplash License
Quellen
Was Leser zur Corvette C3 fragen
Wie lange wurde die Corvette C3 gebaut?
15 Modelljahre, 1968 bis 1982, länger als jede Corvette vor oder nach ihr. Die Produktion lief von August 1967 in St. Louis bis Oktober 1982 in Bowling Green, Kentucky, wohin Chevrolet 1981 umgezogen war. 542.861 Wagen entstanden, davon 70.586 Cabriolets bis 1975.
Woher kommt die Form der C3?
Vom Showcar Mako Shark II von 1965. Larry Shinoda zeichnete es unter Bill Mitchell, GMs Designchef; die Serie bekam ihre Form unter David Holls. Die Studie hatte einen 7-Liter-V8 und soll fast 3 Millionen Dollar gekostet haben. Die hohen Kotflügel und die eingezogene Taille blieben bis 1982.
Warum hat eine Corvette von 1975 nur 165 PS?
Weil Abgasvorschriften, Katalysator und die Umstellung auf Netto-PS zusammenkamen. Bis 1971 gab Chevrolet die Leistung brutto an, ohne Nebenaggregate; danach netto. Dazu sanken Verdichtung und Nockenwellen für bleifreies Benzin, 1975 kam der Katalysator. Die Basis-Corvette leistete 165 PS, 1982 waren es mit der Cross-Fire-Einspritzung wieder 200 PS.
Welches Jahr ist das beste für eine C3?
Für Fahrer 1968 bis 1972, für Sammler 1969 und 1982. Die Chromstoßstangen-Jahre bis 1972 haben die starken Motoren: 427 und 454 Big Block, LT-1 Small Block. 1969 ist das Jahr des ZL1 mit Aluminium-Big-Block, 2 gebaut. Die Collector Edition von 1982 mit Glasheckklappe ist das Ende der Reihe. Ab 1973 fahren sich die Wagen leiser und bequemer, kosten weniger und haben T-Top wie alle Coupés.
Was kostet eine Corvette C3 heute?
Im Schnitt rund 40.000 Euro, so AutoScout24, gute Wagen zwischen 24.000 und 40.000 Euro. Späte Wagen ab 1978 mit Automatik beginnen darunter, Chromstoßstangen-Modelle mit Big Block und Schaltgetriebe liegen deutlich darüber. Dazu kommen beim Import Zoll, Steuer und Gutachten.
Was zu „Chevrolet Corvette C3: 15 Jahre Stingray und 542.861 Stück“ noch lesenswert ist
Alles lesen
Modellporträt · 24.09.2026Corvette C3: Die Coke-Bottle-Form (1968–1982)Die Geschichte der Corvette C3: ab 1968 nach dem Vorbild Mako Shark II, Coke-Bottle-Linie, T-Top, Stingray bis 1976 und 15 Jahre Bauzeit.
Szene · 15.10.2026Swamp Cooler am Käfer: die Klimaanlage, die am Fenster hängtSwamp Cooler am VW Käfer: Verdunstungskühler am Beifahrerfenster, Thermador seit 1930, 8 bis 11 Grad kühler in trockener Luft, Nachbau ab 499 Dollar.
Szene · 14.10.2026Warum der VW Käfer der beste Einstieg in die Oldtimerwelt istVW Käfer als erster Oldtimer: 34 PS ohne Wasser, Motor in 1 Stunde draußen, 60.000 Teile bei Volkswagen Classic Parts, 55.285 Wagen im Land, ab 7.500 Euro.
Szene · 13.10.2026Citroën DS: 743 Bestellungen in 15 Minuten, 80.000 bis zum MesseendeCitroën DS von 1955 bis 1975: 12.000 Bestellungen am ersten Tag, Hydropneumatik, Kurvenlicht 1967, de Gaulle 1962, 1,46 Millionen Stück. Preise heute.