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Ford Mustang 1964 bis 1973: warum er in Deutschland T5 hieß, Titelbild
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Ford Mustang 1964 bis 1973: warum er in Deutschland T5 hieß

Wikimedia Commons, CC BY 4.0, Coolalabright, skaliert

Am 17. April 1964 stand der Mustang auf der Weltausstellung in New York, am Abend waren 22.000 bestellt. Nach Deutschland kam er ohne seinen Namen

· 08.10.2026 · aktualisiert 07.10.2026

Der erste Mustang in 4 Sätzen

Es gibt Autos, die einen Markt erfinden. Der Ford Mustang erfand gleich eine Gattung: das Pony Car, lange Haube, kurzes Heck, 4 Sitze, ein Preis wie ein Falcon. Am 17. April 1964 stand er auf der Weltausstellung in New York, und am Abend hatten die Händler 22.000 Bestellungen. In Deutschland lief dieselbe Geschichte mit einem Schönheitsfehler: Der Wagen fuhr hier über 15 Jahre lang unter falschem Namen.

So begann die Geschichte am 17. April 1964

Lee Iacocca, damals Chef der Ford Division, wollte ein Auto für die geburtenstarken Jahrgänge: jung, günstig, mit langer Aufpreisliste. Gale Halderman zeichnete die Linie, die Technik kam vom Ford Falcon. Am 9. März 1964 lief die Produktion an, am 14. April ging der erste Wagen in Neufundland an einen Kunden, 3 Tage vor der offiziellen Premiere in New York.

Die Rechnung ging auf wie selten eine zuvor. Ford hatte mit weniger als 100.000 Stück im Jahr geplant. Es wurden 22.000 am ersten Tag, 680.992 im verlängerten ersten Modelljahr und 1 Million binnen 18 Monaten. Der Grundpreis lag bei 2.368 Dollar für das Hardtop mit dem 2,8-Liter-Reihensechszylinder und 105 PS. Wer wollte, bekam den 4,7-Liter-V8 mit bis zu 271 PS, und die meisten wollten.

Darum trug der deutsche Mustang den Namen T5

Als Ford den Wagen nach Deutschland bringen wollte, war der Name vergeben. Krupp hatte „Mustang“ für einen Lastwagen schützen lassen, Kreidler für ein Zweirad. Ford schraubte die Schriftzüge ab und verkaufte den Wagen von 1964 bis 1979 als T5, nach der internen Projektnummer. 1966 kostete das Hardtop mit dem 3,3-Liter-Sechszylinder 16.100 Mark.

Für Sammler ist das heute ein Glücksfall. Ein T5 mit deutscher Erstauslieferung, T5-Emblemen auf Kotflügel und Kofferraum und dem passenden Brief ist seltener als jeder Mustang aus Kalifornien, und er erzählt eine Geschichte, die nur hier spielt.

Ein weinrotes Ford Mustang Cabriolet von 1966 mit deutschem Kennzeichen auf einem Oldtimertreffen
Ein Mustang Cabriolet von 1966 mit deutschem Kennzeichen. In den ersten 15 Jahren hieß so ein Wagen hierzulande T5. Foto: Lothar Spurzem, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 de, skaliert.

Wie der Mustang in 9 Jahren um 20 Zentimeter wuchs

Jedes Modelljahr brachte mehr Blech und mehr Hubraum. 1967 passte zum ersten Mal der 390er Big Block unter die Haube, 1968 der 428 Cobra Jet, 1969 und 1970 folgten Boss 302 und Boss 429 für die Rennhomologation. Der Wagen wuchs von 4,61 m auf 4,81 m, das Gewicht von 1.109 kg auf 1.615 kg.

ModelljahrWas neu kam
1965Hardtop, Cabriolet, ab August 1964 Fastback; 4,61 m, 1.109 kg; 289 cui mit bis zu 271 PS
1967Erste Verbreiterung, 390 cui Big Block
1968428 Cobra Jet
1969Fastback heißt SportsRoof, Mach 1, Boss 302 und Boss 429
1971Zweite Verbreiterung, die flachste Dachlinie
1973Letztes Jahr: 4,81 m, 1.615 kg

1973 war Schluss mit der ersten Generation. Der Mustang II von 1974 war kürzer, leichter und auf dem Pinto aufgebaut, und er verkaufte sich im ersten Jahr 385.993 Mal, fast so gut wie das Original. Geliebt wird er bis heute deutlich weniger.

Was ein Mustang von 1965 heute kostet

Der Mustang ist der häufigste US-Klassiker auf deutschen Straßen, und das hält die Preise im Rahmen. Classic Trader nennt für den 289er V8 der Jahre 1964 bis 1968 ein Marktfenster von 30.000 bis 70.000 Euro, je nach Originalität, Historie und Restaurierung. Mach 1, GT 390 und Boss-Modelle liegen zwischen 55.000 und 120.000 Euro. Auf mobile.de begannen Coupés im Oktober 2026 bei rund 28.000 Euro, Cabriolets bei 32.500 Euro, ein sehr guter Wagen stand bei 54.900 Euro.

Die Spanne hat Gründe. Ein Hardtop mit Sechszylinder und Automatik ist ein anderes Auto als ein K-Code mit 271 PS und Viergang. Dazwischen liegen Umbauten jeder Art, denn kaum ein Mustang ist nach 60 Jahren noch so, wie er das Werk verließ.

Worauf Käufer bei einem frühen Mustang achten

Die Karosserie ist selbsttragend, und sie rostet an den Stellen, an denen Wasser steht: in den Fußräumen, an den hinteren Radläufen, in den Längsträgern und im Windlauf unter der Frontscheibe, wo die Lüftungsschächte das Wasser nach innen leiten. Schweller und Bodenbleche gibt es als Nachfertigung, der Einbau kostet trotzdem Zeit.

Zweitens die Papiere: Die Fahrgestellnummer verrät Werk, Karosserie und Motorcode, das Türschild Farbe und Ausstattung. Wer einen GT, einen K-Code oder einen Shelby kauft, prüft beide gegen die Nummern am Wagen. Drittens die Herkunft: Die meisten Mustang kamen in den letzten 20 Jahren aus den USA. Was dabei an Zoll, Steuer, Gutachten und Umrüstung anfällt, steht in unserem Beitrag zum Import aus den USA.

Mehr zur Baureihe steht im Porträt Ford Mustang I. Und wer schon einen fährt, egal ob mit Mustang- oder T5-Schriftzug: Trag ihn in die Kartei ein und halte fest, was an ihm original ist, bevor der nächste Käufer fragt.

Ford Mustang 1964 bis 1973: warum er in Deutschland T5 hieß, Bild zum Zitat
In einem SatzAm 17. April 1964 zeigte Ford den Mustang auf der Weltausstellung in New York. 22.000 Bestellungen kamen am ersten Tag, 680.992 Wagen im verlängerten ersten Modelljahr, 1 Million in 18 Monaten.

Foto: Peachyeung316 · CC BY-SA 4.0

Quellen

  1. Wikipedia: Ford Mustang (first generation)
  2. Wikipedia: Ford Mustang
  3. Wikipedia: Ford Mustang (deutsch), Abschnitt Erste Generation und T5
  4. Classic Trader: Ford Mustang 289, Marktübersicht
  5. mobile.de: Ford Mustang, Erstzulassung 1965

Was Leser zum ersten Mustang fragen

Warum hieß der Ford Mustang in Deutschland T5?

Weil der Name hier vergeben war. Krupp hatte „Mustang“ für einen Lastwagen schützen lassen, Kreidler für ein Zweirad. Ford Deutschland nahm die Mustang-Schriftzüge ab und verkaufte den Wagen von 1964 bis 1979 unter seiner internen Projektbezeichnung T5. Ein deutscher Mustang mit Erstauslieferung aus dieser Zeit trägt deshalb T5-Embleme, und die sind heute gesucht.

Wie viele Mustang der ersten Generation wurden gebaut?

Allein das verlängerte erste Modelljahr 1965 brachte 680.992 Wagen, nach 18 Monaten war die erste Million voll. Bis 1973 kamen Jahr für Jahr sechsstellige Stückzahlen dazu, dann lief die erste Generation aus; der kleinere Mustang II verkaufte sich 1974 noch einmal 385.993 Mal.

Welche Motoren hatte der Mustang von 1964 bis 1973?

Vom Sechszylinder mit 105 PS bis zum Boss 429. Zum Start gab es den 2,8-Liter-Reihensechszylinder, V8 mit 4,3 und 4,7 Litern (260 und 289 cui) bis 271 PS. Ab 1967 kam der 390er, ab 1968 der 428 Cobra Jet, 1969 und 1970 Boss 302 und Boss 429.

Was kostet ein Mustang von 1965 heute?

Für ein Hardtop mit V8 in gutem Zustand 30.000 bis 70.000 Euro, so das Marktfenster, das Classic Trader für den 289er von 1964 bis 1968 nennt. Auf mobile.de begannen Coupés im Oktober 2026 bei rund 28.000 Euro, Cabriolets bei 32.500 Euro. Mach 1, GT 390 und Boss liegen zwischen 55.000 und 120.000 Euro.

Wie groß ist ein erster Mustang?

4,61 m lang und 1.109 kg leicht, am Anfang. Bis 1973 wuchs er auf 4,81 m und 1.615 kg. Ein VW Käfer dieser Jahre misst 4,08 m.

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