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Wer kann das eigentlich noch? Über das Werkstattsterben

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36.030 Kfz-Betriebe, jedes Jahr weniger, und in immer weniger davon jemand, der einen Vergaser einstellt: warum die Klassiker ein Werkstattproblem haben und wo die Betriebe sind, die es lösen

· 14.09.2026 · aktualisiert 14.09.2026

Was man über das Werkstattsterben wissen muss

Die Frage kommt an jedem Stammtisch, und sie klingt jedes Jahr dringlicher: Wer kann das eigentlich noch? Wer stellt einen Solex ein, wer wechselt Unterbrecherkontakte, wer verzinnt einen Kotflügel, wer weiß, was ein Käfermotor bei 90 Grad Öltemperatur macht? Die Zahlen des Kfz-Gewerbes zeigen ein Sterben, aber ein langsames, und das Problem der Klassiker ist ein anderes, als die Zahlen zeigen.

Was die Zahlen sagen

36.030 Betriebe, jedes Jahr ein paar weniger

Ende 2024 gab es in Deutschland 36.030 Kfz-Betriebe, 140 weniger als im Jahr davor, ein Rückgang um 0,4 Prozent. Das sagt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Die 14.120 Markenbetriebe schrumpfen mit 1,2 Prozent dreimal so schnell wie die 22.050 freien Werkstätten, die Hersteller straffen ihre Netze, die Freien halten sich. 430.000 Menschen arbeiten in der Branche, und der Nachwuchs kommt wieder: 23.517 junge Leute haben 2024 eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen, fast 9 Prozent mehr als im Jahr davor.

Die Kundschaft, die wächst

Auf der anderen Seite stehen 923.538 Fahrzeuge mit Oldtimer-Status, 4 Prozent mehr als im Jahr davor, 26 Prozent mehr als vor 4 Jahren. Jedes davon braucht alle 24 Monate eine Hauptuntersuchung, alle paar Jahre eine Werkstatt und irgendwann jemanden, der Blech kann. Dazu kommen die Youngtimer, die noch kein H haben und schon keine Vertragswerkstatt mehr: Wer mit einem W 124 zum Mercedes-Händler fährt, bekommt einen freundlichen Hinweis auf den freien Betrieb um die Ecke.

Warum das Wissen stirbt, nicht die Werkstatt

Was heute niemand mehr lernt

Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker kennt Diagnosegeräte, Hochvoltsysteme und Assistenzsensoren, und keinen Vergaser. Kontaktzündung, Trommelbremsen mit Nachstellung, Vorderachsen mit Achsschenkelbolzen, Getriebe ohne Synchronisation, Schweißen und Verzinnen am Blech: Das stand in den Lehrplänen der Siebziger und Achtziger und steht dort seit 30 Jahren nicht mehr. Ein Betrieb mit 8 Mechatronikern hat oft niemanden, der einen Solex zerlegen kann, und wenn, dann den Chef.

Wer es noch kann, geht in Rente

Die Meister, die an Käfern und Strich-Achtern gelernt haben, sind heute über 60, und mit jedem, der schließt, geht eine Werkstatt, die es noch konnte. Das ist das eigentliche Werkstattsterben der Klassiker: Es sind selten die Betriebe, die verschwinden, es ist das Wissen darin. Wenn der Chef geht, übernimmt der Sohn den Betrieb und die Diagnose, und der Käfer-Kunde bekommt eine Nummer eines Bekannten, der es „vielleicht noch macht“.

Was die Hersteller tun und was nicht

Mercedes-Benz Classic, Porsche Classic, Volkswagen Classic: Die Hersteller haben Klassikprogramme mit Teilen, Datenkarten und Partnerbetrieben, für die, die es bezahlen. Ein Motor bei Porsche Classic ist ein anderes Budget als einer beim freien Schrauber. Für Opel, Ford, die Franzosen und die Italiener gibt es solche Programme kaum; ihre Halter sind auf die Freien angewiesen, und auf die Clubs.

Wo die Lösung entsteht

Die Spezialisten: freie Betriebe, die sich entscheiden

Die Antwort auf das Sterben sind Betriebe, die sich spezialisieren, auf Luftgekühlte, auf Mercedes bis 1990, auf britische Roadster, auf Blech. Sie kommen aus 2 Richtungen: der freie Betrieb, dessen Chef die Klassiker zum zweiten Standbein macht, und der Schrauber aus der Szene, der sich mit 40 selbstständig macht, weil er sonst keiner mehr bezahlt. Beide haben, was der Markenbetrieb nicht hat: Zeit, Erfahrung und Kunden, die die Rechnung verstehen. Wie man mit ihnen umgeht, steht in Getriebe und Kupplung am Oldtimer genauso wie in jedem anderen Werkstatttext: Belege, Kilometerstand, Fotos.

Die Clubs: Hallen mit Hebebühne

Wo die Werkstatt fehlt, hilft die Halle: Clubs mit Hebebühne, Werkzeug und einem Mitglied, das es weiß. Der Schrauberabend am Donnerstag ist in vielen Regionen die einzige Stelle, an der ein junger Halter lernt, wie man Ventile einstellt, und in der der alte Meister sein Wissen weitergibt, bevor es mit ihm geht. Wie Clubs das organisieren, steht in Einen Oldtimer-Club gründen; wer den Nachwuchs dafür findet, in Warum den Clubs der Nachwuchs fehlt.

Das Verzeichnis: wer was schon gemacht hat

Die Frage „wer kann das noch“ lässt sich beantworten, wenn man aufschreibt, wer es gemacht hat. Das Werkstattverzeichnis auf Patinamore führt verifizierte Betriebe mit den Marken, die sie betreuen, und den Arbeiten, die Halter dort haben machen lassen, dokumentiert im Fahrzeugbuch, mit Datum, Kilometerstand und Rechnung. Ein Betrieb, bei dem 5 Halter ihre Käfermotoren haben überholen lassen, kann Käfermotoren; das ist ein Beleg, den kein Prospekt liefert. Werkstätten für Oldtimer, und für Betriebe, die sich eintragen wollen: der eigene Eintrag.

Das kann der Halter tun

Drei Dinge: früh suchen, dokumentieren, weitersagen. Die Werkstatt sucht man, bevor der Motor steht, nicht danach. Jede Arbeit kommt mit Beleg ins Fahrzeugbuch. Sie hilft dem nächsten Halter und dem nächsten Kunden derselben Werkstatt. Und wer einen Betrieb gefunden hat, der es kann, sagt es weiter: in der Kartei als Bericht, im Club, auf dem Treffen. Die Werkstätten, die überleben, sind die, deren Kunden von ihnen erzählen.

Wer kann das eigentlich noch? Über das Werkstattsterben, Bild zum Zitat
In einem Satz36.030 Kfz-Betriebe gab es 2024 in Deutschland, 140 weniger als im Jahr davor, die Markenbetriebe schrumpfen mit 1,2 Prozent dreimal so schnell wie die freien.

Quellen

  1. Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK): Das Kfz-Gewerbe 2024 in Deutschland — Jahrespressekonferenz 2025, 36.030 Kfz-Betriebe (−140, −0,4 Prozent), davon 14.120 fabrikatsgebunden (−1,2 Prozent) und 22.050 freie (−0,4 Prozent); 430.000 Beschäftigte; 23.517 neue Ausbildungsverträge Kfz-Mechatronik (+8,9 Prozent).
  2. Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg: Der Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026 (Pressemitteilung Nr. 09/2026), 923.538 Fahrzeuge mit Oldtimer-Status, +4,0 Prozent; Durchschnittsalter der Pkw 10,9 Jahre.
  3. Wirtschaftsfaktor Young- und Oldtimer 2025 (Classic Studie) von BBE Automotive für VDA, ZDK und VDIK
  4. Patinamore: Das Werkstattverzeichnis: verifizierte Betriebe mit dokumentierten Arbeiten

Was Leser über das Werkstattsterben fragen

Wie viele Werkstätten gibt es in Deutschland, und werden es weniger?

36.030 Kfz-Betriebe Ende 2024, nach den Zahlen des ZDK, 140 weniger als im Jahr davor. Davon sind 14.120 an eine Marke gebunden und 22.050 frei; die Markenbetriebe schrumpfen schneller. Beschäftigt sind 430.000 Menschen, und die Ausbildungszahlen steigen wieder: 23.517 neue Kfz-Mechatroniker im Jahr.

Warum finden Oldtimerbesitzer keine Werkstatt?

Weil das Wissen fehlt, nicht der Betrieb. Vergaser einstellen, Unterbrecherkontakte, Trommelbremsen, Vorderachsen ohne Elektronik, Schweißen und Verzinnen von Blech: Das lernt heute niemand mehr in der Ausbildung, und die Meister, die es können, sind über 60. Ein Betrieb mit 8 Mechatronikern hat oft niemanden, der einen Solex zerlegt.

Wo finde ich eine Werkstatt, die meinen Klassiker kann?

Im Werkstattverzeichnis auf Patinamore: verifizierte Betriebe mit den Marken, die sie betreuen, und den Arbeiten, die Halter dort dokumentiert haben. Ein Betrieb, bei dem 5 Halter ihre Käfer-Motoren haben überholen lassen, kann Käfer-Motoren, die Berichte im Fahrzeugbuch sind der Beleg, den kein Prospekt liefert.

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