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Pagode kaufen: 230, 250 oder 280 SL und was 2026 zu zahlen ist

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48.912 Wagen zwischen 1963 und 1971, davon 23.885 als 280 SL. Aluminium an Türen, Hauben und Deckel, Rost im Rahmen darunter. Woran man eine ehrliche Pagode erkennt und was sie kostet

· 25.09.2026 · aktualisiert 25.09.2026

Was man vor dem Kauf einer Pagode wissen muss

Die Pagode ist der SL, der zwischen dem Flügeltürer und der großen Zeit der Achtziger steht. Zwischen 1963 und 1971 entstanden 48.912 Wagen: 19.831 als 230 SL, 5.196 als 250 SL und 23.885 als 280 SL. Ihren Namen bekam sie vom abnehmbaren Hardtop, dessen Dach nach innen gewölbt ist, damit die Scheiben höher stehen und der Einstieg größer wird. Paul Bracq zeichnete eine Karosserie, die bis heute niemand nachmacht, und Béla Barényi baute darunter die erste Sicherheitszelle in einem Roadster. Wer heute eine kauft, kauft ein Auto, dessen Preis von 3 Dingen abhängt: Substanz, Papiere, Originalität.

Die 3 Modelle und woran man sie unterscheidet

Stück — Modell
  1. 19.831230 SL
  2. 5.196250 SL
  3. 23.885280 SL
Als Tabelle
ModellBauzeitStückMerkmale
230 SL1963 bis 196719.831Die Urform, leichter, direkter, mit M 127.II und 150 PS
250 SL1966 bis 19685.196Der seltenste, Scheibenbremsen hinten, größerer Kühlkreislauf
280 SL1968 bis 197123.885Der reifste mit M 130, 170 PS, das meiste Drehmoment

Alle 3 haben Reihensechszylinder mit Bosch-Einspritzung und laufen bis 200 km/h. Die Unterschiede liegen im Charakter: Der 230 SL fährt sich spitzer, der 280 SL souveräner. Dazu kommt die Variante California mit Notsitz statt Verdeck, die heute ihre eigenen Liebhaber hat.

Was den Preis macht

MerkmalWirkung auf den Preis
Matching Numbers laut Datenkarte10 bis 20 Prozent
Schaltgetriebe statt Automatik15 bis 25 Prozent
Originalfarbe, etwa Horizontblaudeutlicher Zuschlag
Hardtop vorhanden und passendfester Bestandteil des Werts
Dokumentierte Historieentscheidet über die Spitze

Die Datenkarte von Mercedes-Benz Classic sagt, welcher Motor, welches Getriebe und welche Farbe ab Werk zusammengehörten. Wer sie nicht im Ordner hat, bestellt sie, bevor er zahlt. Danach vergleicht man Nummern an Motor, Getriebe und Karosserie. Diese halbe Stunde entscheidet über ein Fünftel des Kaufpreises.

Bei der Pagode kauft man die Papiere mit. Ein Auto ohne Datenkarte ist ein schönes Auto, ein Auto mit Datenkarte ist ein Wertgegenstand.

Das prüft man an der Pagode

Rost: unter dem Aluminium

Türen, Motorhaube und Kofferraumdeckel sind aus Aluminium, dort rostet nichts. Der Rahmen darunter rostet sehr wohl: Längsträger, Rahmenausleger, die Aufnahmen der Karosserie, die vorderen Kotflügel, der Bereich unter Batterie und Luftfiltergehäuse, die Bodenbleche unter den Matten und die Schwellerenden. Kontrollieren heißt hier: Matten heraus, Teppich anheben, mit der Lampe in die Radhäuser, den Wagen auf die Bühne. Ungleiche Spaltmaße und schwer schließende Türen sind der Hinweis auf einen Rahmen, der einmal nachgegeben hat.

Technik: Motor, Einspritzung, Getriebe

Die Sechszylinder gelten als sehr zuverlässig, wenn sie gewartet werden. Beim 230 SL kommen Risse im Zylinderkopf vor, deshalb gehört eine Kompressionsmessung zum Kauf. Die mechanische Einspritzpumpe verlangt einen Fachmann und mag keine Standzeiten. Das Viergang-Schaltgetriebe ist gesucht, die Automatik verbreitet. Bei der Probefahrt zählt, ob der Motor rund läuft, ohne zu ruckeln, ob er warm Öldruck hält und ob die Lenkung ohne Spiel arbeitet.

Ausstattung, Chrom, Innenraum

Die Verchromung ist der teuerste unsichtbare Posten: Stoßstangen, Zierleisten, Rahmen und Kleinteile zusammen kosten in der Aufarbeitung 8.000 bis 15.000 Euro. Im Innenraum zählen die originalen Materialien, das Holz, die Instrumente, das Lenkrad und ein Verdeck, das ohne Gewalt schließt. Ein fehlendes Hardtop ist ein spürbarer Abschlag, ein falsches Hardtop ebenso.

Was eine Pagode im Jahr 2026 kostet

WagenPreis 2026
Restaurierungsobjektab 40.000 €
230 SL fahrbereit, Zustand 360.000 bis 90.000 €
280 SL fahrbereit, Zustand 2100.000 bis 140.000 €
250 SL5 bis 10 Prozent über vergleichbarem 230 SL
Concours, Matching Numbers220.000 bis über 300.000 €

Deutschland gilt wegen des Angebots als vergleichsweise günstiger Markt, im Vereinigten Königreich kosten Rechtslenker 10 bis 15 Prozent mehr. Gute Wagen legen im Jahr 3 bis 5 Prozent zu, was die Pagode zu einem der ruhigsten Papiere im Sammlermarkt macht. Der billigste Weg zu einer Pagode bleibt trotzdem der teure Wagen: Wer ein Projekt kauft, zahlt die Restaurierung und bekommt am Ende ein Auto, das weniger wert ist als die Summe der Rechnungen.

Der kurze Weg zur Entscheidung

Erst die Datenkarte, dann der Rahmen, dann die Kompression. Wer diese 3 Schritte in dieser Reihenfolge geht, hat die Pagode verstanden. Und wer über 80.000 Euro ausgibt, lässt für 300 bis 500 Euro jemanden mitschauen, der jede Woche eine sieht: Dieses Geld ist die günstigste Versicherung des ganzen Kaufs.

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In einem Satz48.912 Wagen von 1963 bis 1971: 19.831 als 230 SL, 5.196 als 250 SL und 23.885 als 280 SL. Der Name kommt vom Hardtop mit dem nach innen gewölbten Dach.

Foto: Avi Werde · Unsplash License

Quellen

  1. Wikipedia: Mercedes-Benz W 113 (deutsch)
  2. pagodenteile.de: Produktionszahlen 230 SL bis 280 SL
  3. auto motor und sport: W113 Kaufberatung, solide Pagode mit Rostproblem
  4. Classic Trader: Mercedes-Benz W113 Kaufberatung
  5. carseto: Mercedes W113 Pagode, europäischer Preisguide 2026
  6. MBIG: Pagoden-SL, technische Daten der Typen 230 SL bis 280 SL
  7. Mercedes-Benz SL-Club Pagode: W113 Daten

Was Leser vor dem Kauf einer Pagode fragen

230, 250 oder 280 SL, welche Pagode kaufen?

Der 280 SL ist die reifste und meistgebaute Version, 23.885 Stück von 1968 bis 1971, mit dem größten Drehmoment und der besten Alltagstauglichkeit. Der 230 SL von 1963 bis 1967 ist die Urform mit 19.831 Stück und dem leichtesten Fahrgefühl. Der 250 SL ist mit 5.196 Stück der seltenste, er brachte Scheibenbremsen hinten und einen größeren Kühlkreislauf und liegt preislich 5 bis 10 Prozent über einem vergleichbaren 230 SL.

Wo rostet die Pagode?

Im Rahmen und in den Längsträgern, an den vorderen Kotflügeln, unter Batterie und Luftfiltergehäuse, in den Bodenblechen unter den Matten und an den Türunterkanten. Türen, Hauben und Deckel bestehen aus Aluminium, dort blüht nichts, dafür sagen ungleiche Spaltmaße etwas über Unfälle und schlechte Reparaturen. Bei Wagen aus den USA lohnt der zweite Blick, dort wurden viele früh und günstig aufgehübscht.

Was kostet eine Pagode im Jahr 2026?

Ein fahrbereiter 280 SL wird in Europa üblicherweise für 100.000 bis 140.000 Euro gehandelt, Wagen mit Matching Numbers, Originalfarbe und dokumentierter Historie liegen am oberen Ende und darüber. Restaurierungsobjekte beginnen bei rund 40.000 Euro, Concours-Fahrzeuge erreichen 220.000 bis über 300.000. Gute Exemplare legen seit Jahren 3 bis 5 Prozent im Jahr zu.

Was kostet eine Restaurierung?

Mehr als der Wagen. Allein die Verchromung aller Teile liegt bei 8.000 bis 15.000 Euro, eine Karosserie mit Rahmeninstandsetzung, Lack und Innenausstattung erreicht schnell 80.000 bis 120.000. Deshalb ist die Pagode das Auto, bei dem sich ein teurer, fertiger Wagen fast immer günstiger rechnet als ein günstiger, der noch Arbeit braucht. Ein unabhängiges Vorkaufsgutachten kostet 300 bis 500 Euro und ist bei jedem Wagen über 80.000 Euro selbstverständlich.

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