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Die Überlebensquote: 20 Klassiker, gebaut damals, zugelassen heute

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Vom Käfer bis zur Pagode: was von 21,5 Millionen Käfern übrig ist, warum 1 von 5 Pagoden noch fährt und weshalb der Fiat 500 mit 0,05 Prozent das Schlusslicht ist

· 14.09.2026 · aktualisiert 14.09.2026

Was die Überlebensquote sagt

„Von 1,2 Millionen Golf II sind noch 11.400 zugelassen“, den Satz gibt es nicht, weil das Register den Golf II nicht vom Golf I und VIII trennt. Für 20 andere Klassiker gibt es ihn: Autos, deren Typbezeichnung im Bestand des Kraftfahrt-Bundesamts eindeutig ist und deren Stückzahl die Werke kennen. Die Rechnung ist einfach, gebaut damals, zugelassen heute, und ihr Ergebnis ist die ehrlichste Zahl, die es über einen Klassiker gibt.

Die 20 Modelle, gebaut damals, zugelassen heute

Gebaut (weltweit) — Modell
  1. 48.912Mercedes-Benz W 113 „Pagode“
  2. 57.791Fiat Barchetta
  3. 12.776Porsche 968
  4. 237.287Mercedes-Benz R 107 SL
  5. 103.463Opel GT
  6. 163.192Porsche 944
  7. 150.684Porsche 924
  8. 37.398NSU Ro 80
  9. 76.313Porsche 356
  10. 445.238VW Karmann Ghia Typ 14
  11. 2.818.547Trabant 601
  12. 161.728BMW Isetta
  13. 61.056Porsche 928
  14. 3.868.634Citroën 2CV
  15. 1.033.187Opel Manta A und B
  16. 1.225.190Wartburg 353
  17. 908.817Saab 900 (1978–1993)
  18. 21.529.464VW Käfer
  19. 5.387.862Mini (1959–2000)
  20. 3.893.294Fiat 500 (Nuova)
Als Tabelle
ModellBauzeitGebaut (weltweit)In Deutschland zugelassen, 1. Januar 2026Überlebensquote
Mercedes-Benz W 113 „Pagode“1963–197148.9129.61319,7 %
Fiat Barchetta1995–200557.7918.20214,2 %
Porsche 9681991–199512.7761.74913,7 %
Mercedes-Benz R 107 SL1971–1989237.28724.60810,4 %
Opel GT1968–1973103.4633.0882,98 %
Porsche 9441982–1991163.1924.2732,62 %
Porsche 9241976–1988150.6843.5322,34 %
NSU Ro 801967–197737.3987001,87 %
Porsche 3561948–196576.3131.0401,36 %
VW Karmann Ghia Typ 141955–1974445.2385.2971,19 %
Trabant 6011964–19902.818.54730.1551,07 %
BMW Isetta1955–1962161.7281.6541,02 %
Porsche 9281977–199561.0563520,58 %
Citroën 2CV1949–19903.868.63413.9740,36 %
Opel Manta A und B1970–19881.033.1873.5130,34 %
Wartburg 3531966–19881.225.1903.7220,30 %
Saab 900 (1978–1993)1978–1993908.8172.5750,28 %
VW Käfer1938–200321.529.46455.2850,26 %
Mini (1959–2000)1959–20005.387.8628.3800,16 %
Fiat 500 (Nuova)1957–19753.893.2941.9310,05 %

Was die Zahlen erzählen

Oben: die, die man nie weggeworfen hat

Die Pagode führt mit 19,7 Prozent, und das hat 3 Gründe: Sie war teuer, sie war schön, und sie wurde in Deutschland verkauft. Ein 230 SL kostete 1963 rund 22.000 Mark, das Doppelte eines Käfers; wer ihn hatte, hat ihn behalten oder an jemanden verkauft, der ihn behielt. Dazu kommen die Re-Importe: Viele Pagoden gingen in die USA und kamen in den Neunzigern zurück, die Quote zählt sie mit, obwohl sie 30 Jahre woanders fuhren. Der 968 (13,7 Prozent) ist der jüngste in der Liste und war das teuerste Transaxle-Modell; der Barchetta (14,2 Prozent) hatte Deutschland als größten Markt und eine Szene, die den kleinen Roadster nie hat gehen lassen. Der R 107 (10,4 Prozent) ist der Klassiker, der nie aus der Mode kam.

Mitte: die Porsche-Frage

924, 944 und 356 liegen bei 1,4 bis 2,6 Prozent, und der 928 bei 0,58. Der Gran Turismo mit V8 wurde 61.056 Mal gebaut, meist für Amerika; in Deutschland fahren 352. Das ist die niedrigste Quote aller Porsche und der Beleg dafür, dass Export und Überleben zusammenhängen: Was in die USA ging, kommt selten zurück, wenn es kein 911 ist. Der Ro 80 (1,87 Prozent) steht hier als Wagen, der nach seinem Ende verehrt wurde; der Karmann Ghia (1,19 Prozent) als schöner Käfer, der öfter überlebt hat als der Käfer selbst.

Unten: die Massenautos

Käfer, 2CV, Mini, Fiat 500, Saab 900, Wartburg und Manta liegen unter 0,4 Prozent, weil Millionen gebaut und Millionen verschrottet wurden. Der Käfer ist mit 55.285 Wagen der größte Klassikerbestand Deutschlands und trotzdem nur jeder 400. gebaute. Der Fiat 500 mit 0,05 Prozent ist das Schlusslicht: 3,9 Millionen gebaut, 1.931 hier zugelassen, die meisten Cinquecento fahren, wo sie gebaut wurden. Der Trabant 601 (1,07 Prozent) ist die Ausnahme unter den Massenautos: Er wurde in einem Land gebaut, in dem er nie weggeworfen wurde, und die Quote steigt jedes Jahr, weil abgemeldete Trabis zurückkommen, dazu Trabant 601: Der Bestand wächst.

Wie die Rechnung gemacht ist, und wo sie hinkt

Der Bestand kommt aus der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts nach Herstellern und Typen, Stichtag 1. Januar 2026: die Summe aller Typbezeichnungen, die eindeutig zum Modell gehören. Die Stückzahlen sind die Gesamtproduktionen, wie die Werke und Wikipedia sie nennen, weltweit, über die ganze Bauzeit. Das ergibt eine Untergrenze aus 3 Gründen:

  1. Nur Deutschland. Ein Käfer in Mexiko, ein 2CV in Frankreich, ein 928 in Kalifornien fahren, aber zählen hier nicht.
  2. Nur zugelassene Wagen. Ein Scheunenfund ohne Kennzeichen, ein Wagen in Restaurierung, ein Winterschläfer ohne Saisonkennzeichen fehlen. Wie groß der Anteil ist, weiß niemand, beim Trabant zeigt der jährliche Zuwachs, dass er groß sein muss.
  3. Nur Typen mit Typschlüssel. Importe und Einzelabnahmen tragen die TSN 000 und stehen unter „Sonstige“, warum, erklärt HSN und TSN. Bei Pagode und R 107 fehlen so die Re-Importe, die nie eine deutsche Typgenehmigung bekamen; die wahre Quote liegt höher.

Für Golf, Passat, Kadett, 911, W 123 oder E30 gibt es die Rechnung nicht, weil das Register ihre Generationen unter einem Namen führt. Dort zählt die Kartei: Wer seinen Wagen einträgt, macht ihn zählbar, alle Oldtimer in der Kartei.

Was davon ins Fahrzeugbuch gehört

Die Quote seines Modells, mit Stichtag. Ein Wagen, der zu den 0,26 Prozent gehört, ist ein anderer Wagen als einer der 19,7, im Wertgutachten, in der Versicherung, beim Verkauf. Und die eigene Erstzulassung, weil sie sagt, seit wann der Wagen zu den Überlebenden zählt.

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In einem SatzDie Überlebensquote ist reine Arithmetik: gebaute Stückzahl geteilt durch den Bestand in Deutschland am 1. Januar 2026, für 20 Klassiker, nach den Typbezeichnungen des Kraftfahrt-Bundesamts.

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Quellen

  1. Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg: Bestand an Kraftfahrzeugen nach Herstellern und Typen (FZ 6), Stichtag 1. Januar 2026, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0. Gezählt sind zugelassene Fahrzeuge nach Typbezeichnung; ein Saisonkennzeichen zählt mit, ein abgemeldeter Scheunenfund zählt nicht.
  2. Wikipedia: Produktionszahlen der genannten Modelle — VW Käfer, Trabant 601, Citroën 2CV, Wartburg 353, Karmann Ghia, BMW Isetta, NSU Ro 80, Porsche 356/924/944/928/968, Saab 900, Opel GT, Opel Manta, Mercedes-Benz W 113 und R 107, Fiat 500, Mini, Fiat Barchetta, Die Stückzahlen sind die in den Artikeln genannten Gesamtproduktionen, weltweit, über die gesamte Bauzeit.
  3. Porsche Newsroom: Produktionszahlen der Transaxle-Modelle 924, 944, 968 und 928
  4. Volkswagen Classic: Der Käfer in Zahlen — 21.529.464 gebaute Fahrzeuge bis 2003
  5. Mercedes-Benz Group Classic: Baureihen W 113 und R 107 — Stückzahlen und Bauzeit

Was Leser zu „Die Überlebensquote: 20 Klassiker, gebaut damals, zugelassen heute“ fragen

Wie wird die Überlebensquote berechnet?

Bestand in Deutschland am 1. Januar 2026 geteilt durch die gebaute Stückzahl, in Prozent. Der Bestand kommt aus der Bestandsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts nach Typbezeichnung, die Stückzahl aus den Werksangaben, wie Wikipedia und die Hersteller sie nennen, weltweit, über die ganze Bauzeit. Die Quote sagt also: Von 100 gebauten Wagen fährt heute dieser Anteil mit deutschem Kennzeichen.

Warum ist die Quote beim Käfer so niedrig, obwohl er so häufig ist?

Weil 21,5 Millionen gebaut wurden, in Wolfsburg, Emden, Mexiko und Brasilien, für die ganze Welt. 55.285 sind in Deutschland zugelassen, das ist der größte Klassikerbestand des Landes und trotzdem nur jeder 400. gebaute Käfer. Bei der Pagode wurden 48.912 gebaut, 9.613 fahren hier: jede 5.

Welche Wagen fehlen in der Tabelle und warum?

Alle, deren Typbezeichnung mehrere Generationen umfasst oder die meist ohne Typschlüssel zugelassen sind. „Golf“ steht im Register für 8 Generationen, „911“ für 60 Jahre; der E-Type und der MG B stehen unter „Sonstige“, weil Importe die TSN 000 tragen. Für sie gibt es Bestandszahlen erst, wenn die Kartei sie zählt.

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