Was man über den Karmann Ghia wissen muss
- Der Karmann Ghia Typ 14 wurde 1955 vorgestellt: Karosserie von Ghia in Turin entworfen, bei Karmann in Osnabrück von Hand gefügt, Technik vom Käfer.
- Coupé ab 1955, Cabriolet ab 1957; die Motoren folgten dem Käfer vom 1200 mit 30 PS bis zum 1600 mit 50 PS.
- Über 440 Tausend Stück entstanden bis 1974, dazu der größere Typ 34 auf Basis des VW 1500, der „große Karmann“.
- Das Blech ist von Hand verzinnt und dünn: Rost an Nase, Schwellern und Bodenblechen entscheidet über jeden Kauf.
Ein Käfer, der aussieht wie ein italienischer Sportwagen: Das war die Idee, und sie funktionierte 19 Jahre lang. Der Karmann Ghia war gemütlich, und er war das schönste Auto, das Volkswagen je verkauft hat, und das eleganteste, das man für den Preis eines gehobenen Käfers bekam.
Wie der Karmann Ghia in Turin, Osnabrück und Wolfsburg entstand
1953 ließ Wilhelm Karmann bei Ghia in Turin einen Entwurf auf einem Käfer-Fahrgestell aufbauen, ohne dass Wolfsburg davon wusste. Heinrich Nordhoff sah den Prototyp im November 1953 und sagte zu. Ab August 1955 baute Karmann das Coupé in Osnabrück: Die Karosserie wurde aus vielen Blechteilen gefügt, die Nähte von Hand verzinnt und verschliffen, deshalb sieht ein Karmann Ghia so glatt aus, und deshalb ist eine Restaurierung so teuer.
Welche Karmann Ghia es gab
Was Coupé und Cabriolet des Karmann Ghia unterscheidet
1957 folgte das Cabriolet, mit einem gefütterten Verdeck, das im Aufbau dem des Käfer Cabriolets ähnelt. Die Technik blieb Käfer: 1200 mit 30 PS, ab 1965 der 1300, ab 1967 der 1500 mit Scheibenbremsen vorn, ab 1970 der 1600 mit 50 PS. 1959 bekam die Front größere Scheinwerfer, die Nase wurde höher; 1969 wuchsen die Stoßstangen, 1972 die Rückleuchten.
Was den Typ 34 zum großen Bruder machte
1961 kam der Typ 34 auf Basis des VW 1500: kantiger, mit dem Flachmotor des Typ 3, der einen richtigen Kofferraum erlaubte. Er war teurer als der Typ 14 und blieb dem wichtigsten Markt, den USA, offiziell vorenthalten. 1969 war Schluss; heute ist er der seltenere und für viele der interessantere Karmann.
Wo der Karmann Ghia rostet, und was ein ehrlicher aussieht
- Die Nase unter der Stoßstange, die Schweller, die Bodenbleche und der Rahmenkopf sind die klassischen Stellen. Ein verzinnter Karmann lässt sich schlecht mit dem Magneten prüfen, die Verzinnung ist original.
- Blechteile gibt es, aber die Passung ist Handarbeit. Ein guter Wagen mit Patina ist besser als ein schlecht restaurierter.
- Chrom und Zierleisten sind teuer und selten; ein vollständiger Wagen ist mehr wert als die Summe seiner Teile.
Der Karmann Ghia teilt sich die Technik mit dem Käfer, und den Reparaturleitfaden: Volkswagen Classic Parts stellt den Band für die Typen 11, 14 und 15 der Jahre 1952–1957 kostenlos bereit. Der Literaturkatalog zum Karmann Ghia nennt ihn mit Quelle.
Der Karmann Ghia war der Volkswagen, den man aus Lust kaufte. Das ist bis heute so: In der Kartei steht er selten in der Halle, oft auf dem Foto vor dem Café.

Foto: Keith Luke · Unsplash License
Quellen
Was Leser über den Karmann Ghia fragen
Wer hat den Karmann Ghia entworfen?
Die Karosserie stammt aus dem Turiner Karosseriewerk Ghia, wahrscheinlich von Luigi Segre und Virgil Exner beeinflusst. Karmann in Osnabrück baute sie; Volkswagen lieferte Bodengruppe und Motor des Käfers.
Wie schnell ist ein Karmann Ghia?
So schnell wie der Käfer, dessen Motor er hat: Der 1200 mit 30 PS schafft knapp 120 km/h, der 1600 mit 50 PS gut 140. Er ist ein Gran Turismo im Aussehen und ein Käfer im Fahren, und das war immer bekannt.
Was ist der Unterschied zwischen Typ 14 und Typ 34?
Der Typ 14 ist der bekannte, runde Karmann Ghia auf Käferbasis. Der Typ 34 (1961–1969) ist größer, kantiger, auf Basis des VW 1500 Typ 3 und blieb Europa vorbehalten, daher heute deutlich seltener.












