Was man über den VW Caddy I wissen muss
- Der Caddy ist vorn ein Golf I und hinten eine Pritsche mit Blattfedern, entwickelt als Rabbit Pickup für Nordamerika.
- In Europa lief er von 1982 bis 1992 im Werk Sarajevo, dort entstanden 94.659 Fahrzeuge; weltweit kam die erste Generation auf über 207.000.
- Der Golf war da längst in der zweiten Generation, der Caddy behielt die Front der ersten bis zum Schluss.
- Motoren waren die bekannten Golf-Aggregate von 1,5 bis 1,8 Litern, dazu der 1,6-Liter-Diesel, der die meisten Fahrzeuge antrieb.
Der Caddy ist das, was entsteht, wenn ein europäischer Kleinwagen nach Amerika geht. Volkswagen baute ab 1979 im Werk Westmoreland in Pennsylvania einen Pick-up auf Basis des dort gefertigten Rabbit, wie der Golf in den USA hieß. Drei Jahre später kam dasselbe Auto nach Europa, gebaut in Sarajevo, und hieß hier Caddy.
Was den Caddy ausmachte: halb Golf, halb Pritsche
Wie er gebaut ist
Vorderwagen, Türen und Armaturenbrett kommen vom Golf I. Ab der B-Säule trägt er einen eigenen Hinterbau mit Ladefläche, Bordwänden und einer Starrachse an Blattfedern statt der Verbundlenkerachse. Damit lädt er schwer und federt leer entsprechend hart.
Welche Motoren er hatte
Die Palette des Golf: Benziner von 1,5 bis 1,8 Litern mit 70 bis 90 PS, und der 1,6-Liter-Diesel mit 54 PS, der die Mehrzahl der Fahrzeuge antrieb, weil er sparsam war und für die Arbeit reichte.
Darum lief er zehn Jahre länger als sein Spender
Der Golf II kam 1983, doch für ein Nutzfahrzeug lohnte die Umstellung nicht. Also lief der Caddy mit der alten Front weiter, bis 1992 die zweite Generation folgte. Für Sammler ist das heute der Reiz: Er ist der letzte Golf I, den man neu kaufen konnte, lange nachdem der Golf I vom Markt war.
Was heute beim VW Caddy I zählt
- Der Hinterbau rostet an den Aufnahmen der Blattfedern, am Rahmen unter der Ladefläche und an den Bordwandscharnieren. Diese Teile gibt es nicht mehr neu.
- Vorne hilft der Golf: Bleche, Technik und Innenraumteile des Golf I passen und sind gut zu bekommen.
- Umbauten auf stärkere Motoren sind verbreitet. Ein originaler Diesel mit Papieren steht heute höher im Kurs als ein umgebautes Fahrzeug.
Der Caddy steht in der Kartei für den Golf, der arbeiten ging. Wer einen hat, hält die einzige Pritsche, die Wolfsburg je aus einem Kleinwagen gemacht hat.

Quellen
Was Leser über den VW Caddy I fragen
Warum sieht der Caddy aus wie ein Golf I?
Weil er einer ist, vorn. Bis zur B-Säule stammt die Karosserie vom Golf der ersten Generation, dahinter sitzt ein eigener Rahmen mit Ladefläche und Starrachse an Blattfedern. Diese Front blieb bis 1992, zehn Jahre nach dem Ende des Golf I.
Was trägt ein Caddy I?
Je nach Ausführung rund 500 bis 600 Kilogramm auf einer Fläche von gut 1,8 Metern Länge. Damit lag er zwischen Kombi und kleinem Lastwagen, und genau dafür kauften ihn Handwerker, Gärtnereien und Bäckereien.
Sind Caddy I heute selten?
Sehr. Er war ein Arbeitsfahrzeug, das benutzt und danach entsorgt wurde. Erhalten sind vor allem Wagen, die früh in Liebhaberhand kamen, oft mit Aufbauten oder als Basis für Umbauten auf Golf-GTI-Technik.







