Was man über den VW Golf Country wissen muss
- Der Country ist ein Golf II Syncro, den Steyr-Daimler-Puch in Graz auf einen Rohrrahmen setzte und 12 Zentimeter höher legte.
- 438 eigene Teile unterscheiden ihn vom Serien-Golf: Rohrrahmen, Unterfahrschutz, Rammbügel, Reserveradträger, eigene Stoßfänger und ein eigenes Fahrwerk.
- 7.735 Fahrzeuge entstanden 1990 und 1991, dann endete die Fertigung im Dezember 1991.
- Die Bodenfreiheit stieg auf rund 18 Zentimeter, gut 6 mehr als beim normalen Golf II.
Der Golf Country ist ein Auto aus einer Idee, für die es 1990 noch kein Wort gab. Heute hieße er Crossover, damals hieß er Abenteuer für den Alltag. Volkswagen lieferte vormontierte Golf GL Syncro nach Graz, und Steyr-Daimler-Puch machte daraus ein Fahrzeug, das aussah, als hätte es den Weg über die Alm im Blick.
Was den Country ausmachte: ein Rahmen unter dem Golf
Was Graz hinzufügte
Unter die Karosserie kam ein zusätzlicher Rohrrahmen, der den Wagen um 12 Zentimeter anhob und die Anbauteile trug. Dazu Unterfahrschutz, Rammbügel vorn, ein Reserveradträger an der Heckklappe, eigene Stoßfänger und Kotflügelverbreiterungen. 438 Teile unterscheiden ihn vom Serienauto.
Was darunter blieb
Der Allradantrieb Syncro mit Viskokupplung, der 1,8-Liter-Vierzylinder mit 98 PS und das Fahrwerk des Golf II, angepasst an die neue Höhe. Der Wagen fährt sich auf der Straße wie ein hoher Golf, mit spürbar mehr Seitenneigung und einem Antrieb, der erst eingreift, wenn vorn die Traktion ausgeht.
Darum blieb es bei zwei Jahren
Der Country war teuer, der Umbau aufwendig, und der Markt für ein solches Auto war 1990 klein. Im Dezember 1991 endete die Fertigung nach 7.735 Fahrzeugen. Die Idee kam zwölf Jahre später zurück, als andere Hersteller Kompaktwagen höher legten und damit Erfolg hatten.
Was heute beim VW Golf Country zählt
- Der Rohrrahmen rostet dort, wo man ihn nicht sieht, und seine Aufnahmen an der Karosserie sind die teuersten Stellen des Autos.
- Die eigenen Teile von Stoßfänger bis Reserveradträger gibt es nicht mehr. Ein vollständiges Fahrzeug ist mehr wert als ein technisch besseres ohne Anbauteile.
- Der Allradstrang mit Viskokupplung und Hinterachsgetriebe will bewegt werden. Ein Fahrzeug, das jahrelang stand, zeigt das zuerst hier.
Der Country steht in der Kartei für den Golf, der zwölf Jahre zu früh kam. Wer einen hat, fährt eines von unter 8.000 Fahrzeugen, die je gebaut wurden.

Quellen
Was Leser über den VW Golf Country fragen
Ist der Golf Country ein echter Geländewagen?
Er ist ein Kompaktwagen mit Allradantrieb, Bodenfreiheit und Unterfahrschutz. Untersetzung und Sperren fehlen, dafür kommt er über Feldwege, Schnee und Schotter, wo ein normaler Golf aufsetzt. Als Auto für Berg und Winter war er gedacht, nicht für die Wüste.
Warum ist der Country so teuer geworden?
7.735 Stück in zwei Jahren, dazu ein Aufbau, den nur Graz konnte, und ein Rohrrahmen, der von unten rostet. Wer heute ein gutes Fahrzeug sucht, konkurriert mit einer Szene, die genau weiß, wie wenige übrig sind.
Worin unterscheidet sich der Country vom Golf Syncro?
Der Syncro ist ein Golf mit Allradantrieb in Serienhöhe. Der Country ist derselbe Wagen auf einem zusätzlichen Rohrrahmen, mit eigenem Fahrwerk, anderen Anbauteilen und dem Reserverad an der Heckklappe.









