Was man über den VW Fridolin wissen muss
- Die Deutsche Bundespost bestellte 1962 einen Lieferwagen zwischen Käfer und Bulli, und Volkswagen baute ihn bei Westfalia aus vorhandenen Teilen.
- Türen vom Karmann Ghia, Front vom Käfer, Bodengruppe vom Transporter, dazu ein eigener Aufbau mit Schiebetür auf beiden Seiten.
- 6.139 Stück entstanden zwischen 1964 und 1974, die meisten in Gelb für die Post, ein kleinerer Teil für die Schweizer PTT.
- Heute sind schätzungsweise 200 Fahrzeuge weltweit erhalten; in Deutschland stehen rund 40 in den Zulassungsstatistiken.
Der Fridolin ist der Beweis, dass ein gutes Auto nicht neu erfunden werden muss. Die Deutsche Bundespost brauchte 1962 einen Wagen, der mehr lud als ein Käfer und weniger Platz brauchte als ein Bulli. Volkswagen gab den Auftrag an Westfalia in Wiedenbrück, und dort entstand ein Kasten, dessen Teile alle schon existierten.
Was den Fridolin ausmachte: ein Aufbau auf bekannter Technik
Welche Teile von welchem Volkswagen stammen
Die Bodengruppe kommt vom Transporter, gekürzt und verstärkt. Die Vorderachse, das Getriebe und der luftgekühlte Boxer mit zunächst 1,2 Litern und 34 PS sind Käferteile. Die Türen stammen vom Karmann Ghia, die Frontscheibe vom Käfer, die Rückleuchten vom T1. Neu war allein der hohe, schmale Aufbau mit einer Schiebetür auf jeder Seite, damit der Zusteller zur Bordsteinseite aussteigen kann.
Wofür die Post ihn brauchte
Der Fridolin fuhr Pakete und Briefe in Wohngebieten, in denen ein Bulli zu breit und ein Käfer zu klein war. 6.123 Fahrzeuge gingen an die Bundespost, 1.201 weitere kaufte die Schweizer PTT in leicht geänderter Ausführung. Dazu kamen einzelne Wagen für Behörden und Betriebe.
Das bleibt vom VW Fridolin
Er ist der seltenste Gebrauchsvolkswagen der Sechziger. Die Post nutzte ihre Fahrzeuge auf, verkaufte sie und schaffte sie ab, lange bevor jemand auf die Idee kam, einen zu erhalten. Wer heute einen findet, findet meistens einen, der als Werbefahrzeug überlebt hat.
Was heute beim VW Fridolin zählt
- Der Aufbau entscheidet über alles. Bleche werden angefertigt, und ein durchgerosteter Boden kostet mehr als ein guter Motor.
- Die Schiebetüren laufen in Schienen, die oben und unten rosten. Beide Seiten prüfen, nicht nur die, die sich leicht öffnen lässt.
- Die Herkunft ist der halbe Wert: Ein Fahrzeug mit Postvergangenheit und Papieren steht über einem, dessen Geschichte mit dem letzten Besitzer beginnt.
Der Fridolin steht in der Kartei für die Autos, die niemand aufhob, weil sie Arbeit waren. Wer einen hat, hat eines von rund 200 auf der Welt.

Quellen
Was Leser über den VW Fridolin fragen
Woher kommt der Name Fridolin?
Von den Postlern selbst. Volkswagen nannte ihn nüchtern Typ 147 Kleinlieferwagen; der Spitzname kam aus den Zustellbezirken und blieb an dem hochbeinigen, schmalen Wagen hängen.
Was hat der Fridolin mit dem Käfer zu tun?
Fast alles unter dem Blech. Der luftgekühlte Boxer mit 1,2 und später 1,3 Litern, das Getriebe und die Vorderachse sind Käfertechnik, die Bodengruppe stammt vom Transporter. Nur der Aufbau ist eigen.
Kann man einen Fridolin noch restaurieren?
Technisch ja, weil der Antrieb aus dem Käferregal kommt. Karosserieteile gibt es dagegen nicht: Der Aufbau wurde in elf Jahren gut 6.000 Mal gebaut, Bleche werden angefertigt oder von Spenderfahrzeugen genommen.







