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VW-Tuning von damals, 2/4: Felgen von BRM, EMPI, Lemmerz und ATS, Titelbild
Szene

VW-Tuning von damals, 2/4: Felgen von BRM, EMPI, Lemmerz und ATS

Wikimedia Commons, gemeinfrei, Tero virta, skaliert

Magnesium aus England, Fünfspeichen aus Kalifornien, Stahl aus Königswinter und Leichtmetall aus Bad Dürkheim: die Räder, mit denen Käfer, Ghia und Bus damals anders aussahen

· 05.10.2026 · aktualisiert 05.10.2026

Felgen von damals in vier Sätzen

An keinem Teil sieht man einem Käfer sein Jahrzehnt so schnell an wie an den Rädern. Schwarz-cremefarbene Stahlräder mit Radkappe, silberne Sportfelgen, Magnesium mit zehn Speichen oder ein Porsche-Rad mit fünf Armen: Jede Felge erzählt, wann und wo jemand seinen Volkswagen umgebaut hat. Teil 2 unserer Serie stellt die Räder und ihre Hersteller vor, von England bis Kalifornien.

Erst der Lochkreis, dann die Felge

Bevor man über Hersteller spricht, muss man über Bolzen sprechen. Der Käfer fuhr lange auf Rädern mit 5 Radbolzen auf einem Lochkreis von 205 mm. Der VW 1500 brachte im August 1966 Scheibenbremsen vorn und Räder mit 4 Bolzen auf 130 mm. Ab dem 1. September 1967, also ab Modelljahr 1968, waren die Vierlochräder bei allen Käfern Serie. Im selben Jahr wurden die Räder einheitlich silbern, vorher waren sie schwarz-creme oder in Wagenfarbe.

KäferLochkreisWas das für Zubehörfelgen heißt
bis Modelljahr 19675x205Felgen für den frühen Käfer, etwa EMPI GT-5 oder BRM in 5x205
ab Modelljahr 19684x130Felgen für den späten Käfer, etwa EMPI GT-8 oder ATS

Schon 1952 war der Käfer von 16 auf 15 Zoll gewechselt. Fast alle Zubehörräder von damals sind deshalb 15-Zöller.

Diese Räder kamen aus dem Werk und von Lemmerz

Die Lemmerz-Sportfelge

Lemmerz aus Königswinter war Zulieferer von VW und Porsche. VW bot das Lemmerz-Rad als Sportfelge ab Werk an. Ab März 1972 wuchs das Serienrad von 4Jx15 auf 4½Jx15, ab 1973 gab es die Sportfelge in 5½Jx15, dieselbe Größe trug ab 1973 auch der VW-Porsche 914. Von 1969 bis 1978 waren die Felgen in Silbermetallic L91 lackiert. Ein Werbemodell, der VW 1200 L von 1973 und 1974, zeigte die Sportfelgen als Extra.

Ein orangefarbener VW Käfer Sondermodell Jeans auf silbernen Stahl-Sportfelgen
Ein Käfer 1200 Sondermodell Jeans, fotografiert Anfang der Achtziger, auf silbernen Stahl-Sportfelgen mit Schlitzkranz. Der Hersteller ist auf dem Bild nicht zu erkennen. Foto: Manfred Tetzlaff, Wikimedia Commons, CC0, skaliert.

Aus England und Kalifornien kamen die Leichtmetallräder

BRM: Magnesium von Rubery Owen

Das BRM-Rad war das Rad des California Look. Rubery Owen in England goss es aus fast reinem Magnesium, als 5J-Felge mit 5 Radbolzen und 10 dünnen Speichen. Speedwell kündigte es im Januar 1966 an, Motor Sport testete es im Februar 1967: 8 Pfund statt 12 beim Serienrad, für 14 Pfund pro Stück. In den USA verkaufte es EMPI, denn Speedwell und EMPI arbeiteten ab November 1965 zusammen. Heute gibt es BRM-Nachbauten aus Aluminium in 5x205 und 4x130.

EMPI: GT-5, GT-8 und Sprintstar

EMPI aus Riverside in Kalifornien verkaufte ab Ende der Sechziger eigene Leichtmetallräder mit fünf Speichen: das GT-5 mit 5x205 für den frühen Käfer, den Ghia und den Bus, das GT-8 mit 4x130 für den späten Käfer. Das Sprintstar-Rad folgte dem Vorbild der Lemmerz-Felge mit fünf Speichen. Alle drei gibt es heute als Nachbau, die Angaben zu den Originalen stammen vor allem von Händlern.

Porsche-Räder gehörten zum Stil

Die Fuchs-Felge

Otto Fuchs aus Meinerzhagen schmiedete das erste Leichtmetallrad für die Serie, 1966 für den 911 S. Die erste Skizze stammt vom 13. Februar 1965, Porsche bestellte am 21. Dezember 1965 die ersten 5.000 Stück, in 4,5x15 mit 5 Bolzen auf 130 mm. Am Käfer passt die Fuchs nur mit Adapter oder Porsche-Naben. Im Cal Look gilt sie als Wunschrad, im German Look sind große Porsche-Räder Pflicht. Der German Look entstand allerdings im Käfer-Cup der Neunziger, er ist jünger als die meisten Räder hier.

Mahle Gas Burner

Mahle goss für Porsche ein einteiliges Magnesiumrad mit zehn Speichen in 15x5,5, Teilenummer 901.361.017.00, als Originalrad am 914-6. Sein Spitzname ist Gas Burner, und im Cal Look ist es beliebt. Ein Nachbau mit 5x130 ist heute erhältlich.

ATS brachte Leichtmetall mit KBA-Nummer

ATS aus Bad Dürkheim

Günter Schmid gründete ATS 1969 in Bad Dürkheim und spezialisierte sich auf Leichtbauräder für Porsche, VW und Mercedes. Das Fünfspeichenrad von ATS gab es für den 1303, mit eingeprägter KBA-Nummer. Auf dem Foto unten ist die Nummer KBA 40012 zu lesen, dazu der Lochkreis 130.

Nahaufnahme eines ATS-Fünfspeichen-Leichtmetallrads mit vier Radbolzen an einem schwarzen VW 1303 Cabrio
Ein ATS-Fünfspeichenrad am VW 1303 Cabrio, mit ATS-Kappe, vier Bolzen und eingeprägter KBA-Nummer 40012. Foto: Dietmar Rabich, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, skaliert.

So bleibt die Felge H-tauglich

Zeitgenössische Zubehörfelgen sind beim H-Kennzeichen erlaubt. Zeitgenössisch ist laut TÜV Hanse, was in den ersten 10 Jahren nach der Erstzulassung üblich war. Reifen dürfen laut AUTO BILD höchstens zwei Nummern breiter sein als original. Nachbauten sind zulässig, wenn sie die alten Dimensionen haben und eine ABE oder ein Teilegutachten mitbringen. Markus Tappert vom TÜV Hanse fasst die Grenze so: „Bei Radgrößen, Reifenbreiten und Designs, die es damals nicht gab, sind wir raus.“

Für den Käferfahrer heißt das: Ein BRM-Nachbau auf einem 1967er ist leichter zu begründen als ein 17-Zöller. Was der Prüfer sonst noch sehen will, steht in H-Kennzeichen für umgebaute Käfer. Wie Cal Look und German Look sich unterscheiden, erklärt Käfer-Looks erklärt.

Die Serie: Teil 1, Okrasa, TDE, Judson und die Motoren, Teil 3, Fahrwerk und Karosserie von Kamei bis Rometsch, und Teil 4, Tuning für den Bus.

Fährt dein Käfer auf BRM, Fuchs oder Lemmerz? Trag ihn in die Kartei ein und notiere die Räder im Fahrzeugbuch, samt Gutachten.

VW-Tuning von damals, 2/4: Felgen von BRM, EMPI, Lemmerz und ATS, Bild zum Zitat
In einem SatzBis Modelljahr 1967 hatte der Käfer 5 Radbolzen auf 205 mm Lochkreis, ab Modelljahr 1968 waren 4 Bolzen auf 130 mm Serie. Welche Felge passt, hängt zuerst davon ab.

Foto: Annie Spratt · Unsplash License

Quellen

  1. Wikipedia: VW Käfer
  2. Speedster Owners: 4 bolt versus 5 bolt
  3. sebeetles: Wheels
  4. Paruzzi: Sprintstar alloy wheel 5x205
  5. Motor Sport 2/1967: A Speedwell VW
  6. sebeetles: Speedwell
  7. Wikipedia: EMPI (automotive)
  8. Heritage Parts Centre: EMPI, a history of high performance
  9. Wikipedia: Fuchs wheel
  10. Porsche Newsroom: Die Fuchsfelge
  11. Wikipedia: Cal looker
  12. Hagerty: How California and Germany painted the VW Beetle's blank canvas
  13. PMB Performance: Mahle Gas Burner, Fastbrake Newsletter
  14. Wikipedia: ATS Wheels
  15. auto motor und sport: Gefährdet Oldtimer-Tuning das H-Kennzeichen?
  16. AUTO BILD: Oldtimer tunen mit H-Kennzeichen

Was Leser zu Felgen von damals fragen

Welchen Lochkreis hat der Käfer?

Bis Modelljahr 1967 fünf Bolzen auf 205 mm, ab Modelljahr 1968 vier Bolzen auf 130 mm. Der VW 1500 brachte die Vierlochräder im August 1966 mit, ab dem 1. September 1967 waren sie bei allen Käfern Serie. Felgen für den frühen Käfer heißen deshalb oft 5x205, für den späten 4x130.

Passen Fuchs-Felgen auf den Käfer?

Nur mit Umbau. Die Fuchs-Felge des Porsche 911 hat 5 Bolzen auf 130 mm, der späte Käfer 4 Bolzen auf 130 mm. Gängig sind Adapter oder Porsche-Naben. Im Cal Look gilt die Fuchs als Wunschrad, im German Look gehören große Porsche-Räder zum Stil.

Hat das BRM-Rad fünf Speichen?

Nein, zehn dünne Speichen und fünf Radbolzen. Mit five-stud meinte Motor Sport 1967 die fünf Bolzen. Das Original war aus fast reinem Magnesium gegossen, heute gibt es Nachbauten aus Aluminium in 5x205 und 4x130.

Sind Zubehörfelgen beim H-Kennzeichen erlaubt?

Ja, wenn sie zeitgenössisch sind. Reifen dürfen laut AUTO BILD höchstens zwei Nummern breiter sein als original. Nachbauten sind in alten Dimensionen mit ABE oder Teilegutachten erlaubt. Der TÜV Hanse sagt dazu: Bei Radgrößen, Reifenbreiten und Designs, die es damals nicht gab, sind wir raus.

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