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VW-Tuning von damals, 4/4: Oettinger WBX6, Porsche B32 und der Bus, Titelbild
Szene

VW-Tuning von damals, 4/4: Oettinger WBX6, Porsche B32 und der Bus

Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Mustavi, skaliert

Vom T1 als Servicewagen bei der Rallye bis zum T3 mit sechs Zylindern: wie Oettinger den Bulli schneller machte, und warum Porsche einen T3 mit 231 PS baute

· 05.10.2026 · aktualisiert 05.10.2026

Bus-Tuning von damals in vier Sätzen

Der Bus war nie das Auto für die linke Spur. Ein voll beladener T1 mit 30 PS war langsam, und auch der T2 mit Flachmotor zog kein Wohnmobil im Eiltempo über die Alpen. Gerade deshalb lohnte sich Tuning beim Bus mehr als irgendwo sonst. Ein Name zieht sich durch alle drei Generationen: Oettinger aus Friedrichsdorf. Teil 4 unserer Serie folgt ihm vom T1 bis zum Sechszylinder im T3.

So kam Oettinger zum Bus

Gerhard Oettinger hatte mit Okrasa den Käfer schnell gemacht, das steht in Teil 1. Zum Bus kam er über den Motorsport. Laut Oettinger fuhr 1964 ein T1-Campingbus als Servicewagen bei der Rallye Spa–Sofia–Lüttich mit, der erste Bus im Dienst der Firma.

Mehr Hubraum für den T2

Ab 1971 baute Volkswagen in den T2 auch den Flachmotor aus dem VW 411, mit 1,7 Litern und 66 PS, später mit 1,8 Litern und 68 PS und mit 2 Litern und 70 PS. Oettinger setzte darauf auf. 1971 gab es einen 1,9-Liter mit 75 PS, 1974 einen 2,3-Liter mit 90 PS. Ein Bus mit Erstzulassung im Juli 1976 trägt laut Rechnungen im Bulli-Forum einen Oettinger-Motor mit 2,3 Litern und 90 PS, ein anderer einen 2,4-Liter mit 100 PS. Gute Fahrt nannte 1972 für Oettingers Bus-Motor einen Preis von 1.500 Mark.

BusMotor ab WerkOettinger
T2 ab 19711,7 Liter, 66 PS1,9 Liter, 75 PS
T2 ab 19741,8 Liter, 68 PS2,3 Liter, 90 PS
T3 ab 19852,1 Liter Wasserboxer, bis 112 PSWBX6, 3,2 Liter, 165 PS
T3 ab 19872,1 Liter Wasserboxer, bis 112 PSWBX6, 3,7 Liter, 180 PS

Der GTI-Bus

1982 setzte Oettinger nach eigener Darstellung den Motor des Golf GTI in den T3, als GTI-Bus. Danach folgten Stufen für den Wasserboxer mit 95 und 105 PS. Diese Angaben stammen von Oettinger selbst.

Der WBX6 brachte sechs Zylinder in den T3

Der bekannteste Oettinger-Bus hat zwei Zylinder mehr als jeder andere T3. Volkswagen hatte einen Sechszylinder-Boxer mit Wasserkühlung begonnen und gab das halb fertige Projekt 1984 an Oettinger ab. 1985 stand er auf der IAA: 3.164 cm³, 165 PS, 260 Nm. Anfangs gab es ihn laut Wikipedia nur mit Dreigang-Automatik.

Von 3,2 auf 3,7 Liter

1987 folgte der WBX6 mit 3,7 Litern, 180 PS und geregeltem Katalysator. Laut Autoentusiastas gab es daneben Varianten mit 140 PS für Normalbenzin und Fünfgang-Schaltgetriebe und mit 175 PS für die Automatik. Der Preis lag bei 32.940 Mark. Oettinger nennt ihn für Motor und Getriebe, AUTO BILD für den ganzen Umbau mit Fahrwerk, Rädern und Tank.

Wie viele es gibt

Oettinger hatte sich 500 Umbauten in zwei Jahren vorgenommen, und laut AUTO BILD wurden es auch rund 500. Eine verlässliche Gesamtzahl gibt es nicht. Nach Wikipedia gingen rund 45 WBX6 nach Südafrika. Die Motoren erkennt man am Oettinger-Wappen auf dem Ansaugkrümmer.

Der Motorraum eines VW T3 Carat mit dem Sechszylinder-Boxer WBX6 von Oettinger
Ein Oettinger WBX6 vom Typ T3700E im Motorraum eines T3 Carat, 2006 fotografiert. Foto: Mustavi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, skaliert.

Porsche baute einen T3 mit 231 PS

Noch einen Schritt weiter ging Porsche selbst. Mitte der Achtziger entstand der B32, ein T3 mit dem 3,2-Liter-Sechszylinder aus dem 911 Carrera, 231 PS und Porsche-Getriebe. Er lief 185 km/h und rollte auf Fuchs-Felgen. Porsche baute ihn als Begleitwagen für die Rallye Paris–Dakar, ein Exemplar fuhr Porsche-Chef Peter W. Schutz. Wie viele es gab, ist offen: Hagerty nennt 7, promobil etwa 10, die AUTO ZEITUNG etwa 20. 2022 stand ein B32 für 364.900 Euro zum Verkauf.

Das gibt es heute noch für den Bus

Volkswagen selbst stattete den T3 Carat ab Werk mit Leichtmetallrädern, breiten Reifen und einem Frontspoiler aus. Bei Ronal gibt es seit Januar 2020 das Rad R9 aus dem Jahr 1981 wieder, in 7x15 und mit Freigabe für den T3. Und Oettinger verkauft selbst noch einen T3 mit 2,3-Liter-Vierzylinder und 120 PS, umgebaut Mitte der Neunziger.

Für den T3 mit Wasserboxer haben wir einen eigenen Ratgeber: Der Wasserboxer, Schwächen und Pflege. Die Geschichte des Busses von T1 bis T3 erzählt unsere Serie zum VW-Bus.

Die Serie zum Tuning von damals: Teil 1, Okrasa, TDE, Judson und die Motoren, Teil 2, Felgen von BRM, EMPI, Lemmerz und ATS, und Teil 3, Fahrwerk und Karosserie von Kamei bis Rometsch.

Steht ein Oettinger-Bus in deiner Garage? Trag ihn in die Kartei ein und halte fest, welcher Motor in ihm steckt.

VW-Tuning von damals, 4/4: Oettinger WBX6, Porsche B32 und der Bus, Bild zum Zitat
In einem SatzOettinger aus Friedrichsdorf tunte den Bus von Anfang an: am T2 mit 1,9 Litern ab 1971 und mit 2,3 Litern und 90 PS ab 1974, statt 68 PS ab Werk.

Foto: Gene Giromini · Unsplash License

Quellen

  1. Oettinger: Oettingers bullige Bullis
  2. Bulli-Forum: Oettinger-Motor im T2 mit Rechnungen
  3. Gute Fahrt 6/1972: Donnerbüchsen, Vergleichstest getunter Käfer (PDF)
  4. AUTO BILD: VW T3 Multivan mit Oettinger WBX6
  5. Wikipedia: Volkswagen Type 2 (T3)
  6. Autoentusiastas: Oettinger WBX6
  7. Wikipedia: VW T2
  8. Hagerty UK: All aboard the Porsche bus
  9. AUTO ZEITUNG: Porsche B32, der T3 mit Porsche-Motor
  10. promobil: Bulli T3 mit Porsche-Motor B32 in der Auktion
  11. Oettinger: VW Bus T3 Caravelle im Fahrzeugverkauf
  12. Ronal Group: Ronal R9 is back
  13. autosprint.ch: Ronal R9

Was Leser zum Bus-Tuning von damals fragen

Was ist der Oettinger WBX6?

Ein Sechszylinder-Boxer mit Wasserkühlung für den VW T3. Volkswagen hatte ihn begonnen und 1984 an Oettinger abgegeben. Oettinger zeigte ihn 1985 auf der IAA mit 3.164 cm³, 165 PS und 260 Nm, ab 1987 gab es ihn mit 3,7 Litern, 180 PS und geregeltem Katalysator.

Was kostete ein WBX6?

32.940 Mark. Oettinger nennt den Preis für Motor und Getriebe, AUTO BILD für den ganzen Umbau mit Fahrwerk, Rädern und Tank. Dazu kam der Bus selbst.

Wie viele Porsche B32 gibt es?

Die Angaben reichen von 7 bis etwa 20. Hagerty nennt 7, promobil etwa 10, die AUTO ZEITUNG etwa 20. Sicher ist: Porsche baute den B32 Mitte der Achtziger als Begleitwagen für die Rallye Paris–Dakar, ein Exemplar fuhr Porsche-Chef Peter W. Schutz.

Hatte der T2 ab Werk mehr Leistung als der T1?

Ja, ab 1971 mit dem Flachmotor aus dem VW 411. Den gab es mit 1,7 Litern und 66 PS, mit 1,8 Litern und 68 PS und mit 2 Litern und 70 PS. Oettinger setzte darauf auf und holte 1974 aus 2,3 Litern 90 PS.

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