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Geschichte des VW-Busses, 3/3: der T3 aus Südafrika lief bis 2002, Titelbild
Szene

Geschichte des VW-Busses, 3/3: der T3 aus Südafrika lief bis 2002

Wikimedia Commons, CC BY 2.0, Riley from Christchurch, New Zealand, skaliert

Als in Hannover längst der T4 lief, baute Volkswagen in Uitenhage den T3 weiter, mit Audi-Fünfzylinder im Heck, größeren Fenstern und runden Doppelscheinwerfern. Der letzte kam im Juni 2002

· 04.10.2026 · aktualisiert 04.10.2026

Der Südafrika-T3 in vier Sätzen

In Hannover endete der T3 Anfang der Neunziger. In Südafrika lief er weiter, noch gut zehn Jahre, mit einem Fünfzylinder von Audi im Heck. Im Juni 2002 rollte im Werk Uitenhage der letzte südafrikanische T3, ein goldener Microbus 2.6i. Teil 3 unserer Serie erzählt, wie der eckige Bulli in Südafrika zu einem eigenen Auto wurde, und warum dort bis heute jeder Kleinbus Kombi heißt.

So wurde Uitenhage zur Heimat des T3

Uitenhage liegt in der Provinz Ostkap, nahe Port Elizabeth, heute Gqeberha. Volkswagen baute dort den T3 ab 1980. Anfangs war er derselbe Bus wie in Hannover. Mit den Jahren entfernte er sich immer weiter davon.

In Südafrika hieß der Personen-T3 Microbus, die besser ausgestattete Version Caravelle. Dazu gab es Kombi und Kastenwagen mit einfacheren Motoren. Gebaut wurde er ausschließlich für den südafrikanischen Markt. Einige kamen später doch nach Übersee, unser Titelbild zeigt eine Caravelle, die 1994 von Südafrika nach Neuseeland ging.

Darum steckte ein Audi-Fünfzylinder im Heck

Das stärkste Argument des Südafrika-T3 saß hinten. Volkswagen baute dort Fünfzylinder von Audi ein, statt des Boxers oder der Dieselmotoren aus Deutschland. Damit der lange, hohe Reihenmotor ins Heck passte, wurde der Motorraum nach oben erweitert.

MotorHubraumLeistung
Vierzylinder1,8 Liter95 PS
Fünfzylinder 2.3i2,3 Liter120 bis 122 PS
Fünfzylinder 2.5i2,5 Liter136 PS
Fünfzylinder 2.6i2,6 Liter136 PS

Der 2.6i schaffte laut Werk 163 km/h und brauchte 14,4 Sekunden auf Tempo 100. Den Verbrauch gab Volkswagen mit 15,9 Litern Super an, und wer voll beladen fuhr, brauchte mehr. 1995 kostete ein Microbus 2.6i 108.473 Rand.

Ein Audi-Fünfzylinder im Motorraum eines südafrikanischen T3
Ein Fünfzylinder von Audi im Heck eines südafrikanischen T3. Foto: Howard Dickins, Wikimedia Commons, CC BY 2.0.

Daran erkennt man das Facelift von 1991

Ab 1991 bekam der Südafrika-T3 Änderungen, die es in Europa nie gab. Hinter der B-Säule sitzen größere Seitenfenster, die Lüftungsgitter in den hinteren Säulen sind andere, und die Bleche der vorderen Türen wurden geändert. Die Microbus der späten Jahre tragen runde Doppelscheinwerfer.

Wer einen T3 mit großen Seitenscheiben sieht, hat also mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Südafrikaner vor sich. In Europa sind sie selten und unter T3-Fans gesucht, wegen des Fünfzylinders und weil sie jünger sind als jeder deutsche T3.

Ein südafrikanischer VW Microbus 2.6i von hinten, mit großen Seitenfenstern
Ein Microbus 2.6i in Lesotho, gebaut in Südafrika. Gut zu sehen sind die größeren Seitenfenster hinter der B-Säule. Foto: Di Jones, bearbeitet von Mr.choppers, Wikimedia Commons, CC BY 2.0, skaliert.

Warum Südafrika jeden Kleinbus Kombi nennt

Der T3 wurde in Südafrika zu mehr als einem Auto. Er fuhr als Sammeltaxi, brachte Mannschaften zum Sport und Familien in die Ferien. Kombi wurde dort zum Wort für jeden Kleinbus, egal welcher Marke. Hans-Christian Maergner, 2002 Chef von Volkswagen Südafrika, sagte zum Abschied, der Microbus habe einem südafrikanischen Lebensgefühl Ausdruck gegeben.

So endete der T3 im Juni 2002

Am Ende waren es nicht die Kunden, die den T3 beendeten. Die Stückzahlen wurden zu klein, um die Produktion zu rechnen, und wichtige Zulieferer stellten einzelne Teile ein. Im Juni 2002 lief in Uitenhage der letzte T3 vom Band, ein goldener Microbus 2.6i. Seinen Platz übernahm der T4, importiert und unter dem Namen Caravelle, mit Frontantrieb.

Damit war der T3 nach 23 Jahren Geschichte, zehn Jahre nach dem letzten Syncro aus Graz. Mehr zum deutschen T3 mit Syncro, Multivan und Joker steht in unserem Porträt VW T3.

Die ganze Serie: Teil 1, von der Skizze zum Weltauto, und Teil 2, der T2c lief in Brasilien bis 2013.

Du fährst einen T3, vielleicht sogar einen aus Uitenhage? Trag ihn in die Kartei ein und halte fest, woher er kommt.

Geschichte des VW-Busses, 3/3: der T3 aus Südafrika lief bis 2002, Bild zum Zitat
In einem SatzIm Werk Uitenhage baute Volkswagen den T3 ab 1980 und bis Juni 2002, gut zehn Jahre länger als in Hannover.

Foto: Daniel J. Schwarz · Unsplash License

Quellen

  1. Wikipedia: Volkswagen Type 2 (T3)
  2. CAR Magazine (Südafrika): Final Microbus rolls off the line
  3. AUTO BILD: VW T3 2.6i Microbus, Klassiker des Tages
  4. Motor1: VW T3, der eckigste Bulli feiert seinen 45. Geburtstag
  5. Autoentusiastas: Os VW Kombis sul-africanos
  6. Landeshauptstadt Hannover: Unternehmens-Chronik Volkswagen Nutzfahrzeuge

Was Leser zum T3 aus Südafrika fragen

Wie lange wurde der VW T3 in Südafrika gebaut?

Von 1980 bis Juni 2002 im Werk Uitenhage. In Deutschland endete die Produktion des T3 Anfang der Neunziger in Hannover und 1992 mit dem Syncro in Graz. Südafrika baute ihn also zehn Jahre länger, ausschließlich für den eigenen Markt.

Welche Motoren hatte der T3 aus Südafrika?

Neben einem 1,8-Liter-Vierzylinder mit 95 PS vor allem Fünfzylinder von Audi. Der 2.3i leistete 120 bis 122 PS, der 2.5i und der 2.6i je 136 PS. Damit der höhere Motor ins Heck passte, wurde der Motorraum nach oben erweitert.

Woran erkennt man einen südafrikanischen T3?

An den größeren Seitenfenstern hinter der B-Säule und an den geänderten Lüftungsgittern in den hinteren Säulen, die ab 1991 kamen. Die Microbus der späten Jahre tragen runde Doppelscheinwerfer und geänderte Bleche an den vorderen Türen.

Warum wurde der T3 in Südafrika 2002 eingestellt?

Weil sich die kleinen Stückzahlen nicht mehr rechneten und wichtige Zulieferer die Produktion einzelner Teile beendeten. So erklärte es der damalige Chef von Volkswagen Südafrika, Hans-Christian Maergner. Nachfolger wurde der importierte T4 Caravelle mit Frontantrieb.

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