Ein niederländischer Importeur zeichnet 1947 einen Kasten auf Käfer-Technik in sein Notizbuch. 66 Jahre später läuft der letzte Bulli mit Heckmotor vom Band, in Brasilien
Patinamore-Redaktion · 04.10.2026 · aktualisiert 04.10.2026
Der Anfang des Bullis in vier Sätzen
- Am 23. April 1947 skizzierte der niederländische Importeur Ben Pon in Wolfsburg einen Kastenwagen auf Käfer-Technik, mit dem Motor hinten und dem Fahrer ganz vorn.
- Am 12. November 1949 zeigte Volkswagen den Transporter der Presse, am 8. März 1950 begann in Wolfsburg die Serie. Er hieß Typ 2, weil der Käfer der Typ 1 war.
- Ab dem 8. März 1956 baute ein eigenes Werk in Hannover den Bus, 1962 lief dort der millionste vom Band.
- T2 1967, T3 1979, T4 1990 mit Frontmotor. In Deutschland endete die Heckmotor-Zeit damit, in Brasilien und Südafrika noch lange nicht.
Der VW-Bus beginnt mit einer Bleistiftskizze. Im April 1947 zeichnete ein niederländischer Autohändler in Wolfsburg einen Kasten auf Käfer-Technik in sein Notizbuch, und daraus wurde das Auto, das man auf der ganzen Welt Bulli, Kombi oder Microbus nennt. In drei Teilen erzählen wir seine Geschichte. Dieser erste Teil führt von der Skizze bis zum T4. Der zweite geht nach Brasilien, wo der T2 bis 2013 gebaut wurde, der dritte nach Südafrika, wo der T3 bis 2002 lief.
So entstand der Bulli aus einem Werkswagen
Ben Pon war der erste Volkswagen-Importeur der Niederlande. Im April 1947 besuchte er das Werk in Wolfsburg, um über den Export des Käfers zu sprechen. Dort fiel ihm der Plattenwagen auf, ein einfacher Karren auf Käfer-Fahrgestell, mit dem die Arbeiter Teile durch die Hallen fuhren.
Pon sah darin mehr. Am 23. April 1947 zeichnete er in sein Notizbuch einen Kastenwagen mit dem Motor hinten und dem Fahrer ganz vorn über der Vorderachse. Die Ladung lag in der Mitte, zwischen den Achsen. Dieses Blatt liegt heute im Rijksmuseum in Amsterdam.
Gebaut wurde die Idee erst, als Heinrich Nordhoff 1948 die Leitung des Werks übernahm. Unter der Bezeichnung Typ 29 entwickelte Volkswagen den Transporter, am 12. November 1949 zeigte das Werk ihn in Wolfsburg der Presse. Am 8. März 1950 begann die Serie. Weil der Käfer intern Typ 1 hieß, wurde der Bus der Typ 2.
Darum zog der Bus 1956 nach Hannover
Der Transporter verkaufte sich so gut, dass Wolfsburg zu eng wurde. Auf den Tag sechs Jahre nach dem Serienstart, am 8. März 1956, liefen in Hannover-Stöcken die ersten Busse aus einem eigenen Werk. 1962 baute Hannover den millionsten Transporter.
Aus dem einen Grundwagen wurde eine ganze Familie: Kastenwagen, Kombi, Bus, Pritsche, Krankenwagen und der Samba mit seinen Dachfenstern. Wie die Varianten des ersten Bullis aussahen, steht in unserem Porträt VW T1.
Wie aus dem T1 der T2, T3 und T4 wurden
1967 kam die zweite Generation, der T2. Er hatte eine durchgehende Frontscheibe statt der geteilten und serienmäßig eine Schiebetür. Mit dem Westfalia-Aufbau wurde er zum Campingbus einer ganzen Generation. Hannover baute ihn bis 1979, im Frühjahr 1979 folgte der kantige T3.

Der T3 war der letzte Bulli, den Volkswagen in Deutschland mit Heckmotor baute. In Hannover lief er bis Anfang der Neunziger, der Syncro mit Allradantrieb kam bis 1992 aus Graz. Am 6. Januar 1990 begann in Hannover die Produktion des T4. Er hatte den Motor vorn und Vorderradantrieb, und damit war der Bus ein anderes Auto.
- 1947Ben Pon skizziert am 23. April einen Kastenwagen auf Käfer-Technik.
- 1949Volkswagen zeigt den Transporter am 12. November der Presse.
- 1950Am 8. März beginnt in Wolfsburg die Serie des Typ 2.
- 1956Ab dem 8. März baut das neue Werk in Hannover den Bus.
- 1962In Hannover läuft der millionste Transporter vom Band.
- 1967Der T2 kommt mit Panoramascheibe und Schiebetür.
- 1979Im Frühjahr folgt der T3, der letzte deutsche Bulli mit Heckmotor.
- 1990Am 6. Januar beginnt die Produktion des T4 mit Frontmotor.
- 2013Hannover feiert 9 Millionen Nutzfahrzeuge seit 1956.
Der Name Bulli gehörte lange einem anderen
Bulli sagten die Leute schon in den Fünfzigern. Der Name kommt vermutlich von Bus und Lieferwagen und von der bulligen Form. Volkswagen durfte ihn trotzdem jahrzehntelang nicht verwenden, denn die Rechte lagen bei Kässbohrer, dem Hersteller des Pistenbully. Erst 2007 kaufte Volkswagen sie und meldete Bulli als Wortmarke an.
Wo der Heckmotor-Bulli weiterlebte
Mit dem T4 war die Zeit des Heckmotors in Hannover vorbei. Auf anderen Kontinenten ging sie weiter. In Brasilien baute Volkswagen den Bus seit 1957 selbst, den T2 als Kombi bis Dezember 2013. In Mexiko lief er bis in die Neunziger. Und in Südafrika bekam der T3 einen Fünfzylinder von Audi und wurde bis 2002 gebaut.
Diese beiden Geschichten erzählen die nächsten Teile. Teil 2: Der T2c lief in Brasilien bis 2013. Teil 3: Der T3 aus Südafrika lief bis 2002.
Wer selbst einen Bulli fährt, schreibt an dieser Geschichte mit. Trag deinen Bus in die Kartei ein und halte fest, was er erlebt hat.

Foto: Gene Giromini · Unsplash License
Quellen
- Rijksmuseum Amsterdam: Sketch for the Volkswagen Transporter, Ben Pon, 1947
- Auto Motor Klassiek: Ben Pon and the Volkswagen Transporter
- Landeshauptstadt Hannover: Unternehmens-Chronik Volkswagen Nutzfahrzeuge
- autoplenum: Ben und die Bullis, 70 Jahre Volkswagen Transporter
- L'argus: Volkswagen Transporter, le célèbre Combi fête ses 75 ans
- AUTO BILD: Bulli-Namensrechte
- wandern und mehr: Warum heißt es Bulli?
- Wikipedia: Volkswagen Type 2 (T3)
- Wikipedia: VW T2
Was Leser zum Anfang des VW-Busses fragen
Wer hat den VW-Bus erfunden?
Die Idee stammt von Ben Pon, dem niederländischen Volkswagen-Importeur. Am 23. April 1947 sah er im Wolfsburger Werk den Plattenwagen, einen einfachen Transportkarren auf Käfer-Technik, und zeichnete in sein Notizbuch einen Kastenwagen mit Heckmotor und dem Fahrer vorn. Die Skizze liegt heute im Rijksmuseum in Amsterdam. Gebaut hat den Bus Volkswagen unter Heinrich Nordhoff.
Wann wurde der erste VW-Bus gebaut?
Die Serienproduktion begann am 8. März 1950 in Wolfsburg. Der Presse hatte Volkswagen den Transporter schon am 12. November 1949 gezeigt. Ab dem 8. März 1956 kam der Bus aus dem neuen Werk in Hannover.
Woher kommt der Name Bulli?
Vermutlich aus Bus und Lieferwagen, und aus der bulligen Form. Der Name war jahrzehntelang im Gebrauch, die Rechte daran lagen aber bei Kässbohrer, dem Hersteller des Pistenbully. Erst 2007 erwarb Volkswagen sie und schützte Bulli als Wortmarke.
Welcher Bulli hatte zuletzt den Motor hinten?
In Deutschland der T3, gebaut bis Anfang der Neunziger in Hannover und als Syncro bis 1992 in Graz. Der T4 kam am 6. Januar 1990 mit Frontmotor. Im Ausland lebte der Heckmotor weiter: der T3 in Südafrika bis 2002, der T2 in Brasilien bis Ende 2013.
Was zu „Geschichte des VW-Busses, 1/3: von einer Skizze zum Weltauto“ noch lesenswert ist
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