Was man über die Pagode wissen muss
- Die Pagode löste 1963 den 190 SL und den 300 SL zugleich ab: ein Roadster mit Sicherheitskarosserie, Einspritz-Sechszylinder und dem nach innen gewölbten Hardtop, das ihr den Namen gab.
- Drei Motoren: 230 SL (1963–1967), 250 SL (1966–1968) und 280 SL (1967–1971) mit 170 PS; die meisten wurden mit Automatik ausgeliefert.
- Eugen Böhringer gewann 1963 mit einem 230 SL die Rallye Spa–Sofia–Lüttich, der Beweis, dass der elegante SL ein Fahrwerk hatte.
- Knapp 49 Tausend Stück entstanden; der 280 SL ist der häufigste und gesuchteste, das Kalifornien-Coupé ohne Verdeck die Ausnahme.
Die Pagode ist der SL, der beides konnte: elegant sein und ankommen. Als Mercedes 1963 den Nachfolger des 190 SL und des 300 SL vorstellte, war das Ergebnis ein Roadster mit der Sicherheitskarosserie von Béla Barényi, der Form von Paul Bracq und einem Hardtop, das jeder sofort erkannte.
Warum die Pagode 1963 Sicherheit zur Form machte
Barényi hatte die Knautschzone erfunden; die Pagode war der erste Sportwagen mit steifer Fahrgastzelle und verformbaren Enden. Bracq zeichnete eine Karosserie mit senkrechten Scheinwerfern, geraden Flanken und dem Hardtop, dessen Dach zur Mitte hin einsinkt. Der 230 SL hatte 150 PS aus 2,3 Litern, Einspritzung, Scheibenbremsen vorn, und er fuhr sich wie ein Mercedes: sicher, ruhig, komfortabel.
Was die Pagode ausmacht: Modelle und Rallye
Wie sich 230, 250 und 280 SL unterscheiden
1966 kam der 250 SL mit 2,5 Litern, Scheibenbremsen rundum und einem größeren Tank; er wurde nur gut ein Jahr gebaut. Ab November 1967 folgte der 280 SL mit 170 PS, dem Motor M 130 und einer Ausstattung, die den Wagen vom Sport- zum Reisewagen machte. Die meisten Pagoden wurden mit Viergang-Automatik verkauft, viele in die USA, viele in Hellelfenbein, Weiß oder Silber.
Was die Pagode bei Spa–Sofia–Lüttich gewann
Dass die Pagode ein Rallyeauto sein konnte, bewies Eugen Böhringer im August 1963: Er gewann mit einem 230 SL die Marathon-Rallye Spa–Sofia–Lüttich, fünfeinhalbtausend Kilometer fast ohne Pause. 1964 wurde er Dritter. Danach wusste die Kundschaft, was unter dem Dach steckte.
Worauf man heute bei der Pagode achtet
- Blech: Schweller, Bodenbleche, der Bereich unter dem Batteriekasten, Radläufe, das Frontblech unter dem Grill. Ein restaurierter Wagen braucht Belege, die Pagode ist teuer genug, dass sich Schönfärben lohnt.
- Technik: Die mechanische Einspritzung will fachkundig eingestellt werden; Motoren und Getriebe sind robust. Das Hardtop muss zum Wagen gehören, die Verdeckmechanik gangbar sein.
- Papiere: Datenkarte von Mercedes-Benz Classic, die Farbe und Ausstattung ab Werk bestätigt.
Die Pagode ist der Klassiker, bei dem die Historie den Preis macht. In der Kartei steht sie mit Rechnungen, Fotos und dem Kilometerverlauf, genau das, was ein Käufer später sehen will.

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Quellen
Was Leser über die Pagode fragen
Warum heißt der Mercedes W 113 Pagode?
Wegen des Hardtops: Sein Dach ist zur Mitte hin leicht nach innen gewölbt, die Seitenfenster sind hoch. Das erinnerte an ein ostasiatisches Pagodendach, und die Form gab dem Dach Steifigkeit und dem Fahrer freie Sicht.
Welche Pagode ist die beste?
Der 280 SL hat den stärksten Motor und die vollständigste Ausstattung, der 230 SL die reinste Form und den drehfreudigsten Sechszylinder. Der 250 SL ist der seltenste. Wichtiger als die Ziffer ist der Zustand des Blechs.
Was ist ein Kalifornien-Coupé?
Eine Pagode ohne Stoffverdeck, nur mit Hardtop und einer Notsitzbank hinten. Sie wurde für sonnige Märkte gebaut, und ist heute wegen der Sitzbank und der Seltenheit gesucht.
















