Was man über den W140 wissen muss
- Juli 1991 bis September 1998, 406.717 Limousinen und 26.025 Coupés.
- Der erste Serienwagen mit CAN-Bus: 5 Steuergeräte sprachen über ein Netz miteinander, wo vorher Kabelbäume lagen.
- 193 bis 408 PS, vom Sechszylinder über die V8 bis zum Zwölfzylinder mit 6 Litern, dazu Diesel mit 150 bis 177 PS.
- ESP kam 1995, Parktronic im Mai 1995, die Sprachbedienung Linguatronic 1996 als weltweit erste ihrer Art.
Der W140 kam 1991 in eine Welt, die er nicht mehr traf. Geplant in den Achtzigern, als Größe ein Argument war, stand er im Jahr nach der Wiedervereinigung als 5,11 Meter langer Beweis dessen, was möglich ist. Die Kritik nannte ihn voluminös. 406.717 Limousinen später war er trotzdem die S-Klasse, an der sich alle maßen.
Was in ihm zum ersten Mal fuhr
Er war der erste Serienwagen mit CAN-Bus: 5 Steuergeräte, die über ein Netz reden, statt über eigene Leitungen. Dazu Doppelverglasung an den Seiten, bis zu 60 Stellmotoren für Komfortfunktionen, Parktronic ab Mai 1995, ESP ab 1995 und Linguatronic ab 1996 als weltweit erste Sprachbedienung im Auto.
Die Reihe im Überblick
| Version | Leistung | Anmerkung |
|---|---|---|
| S 280 / S 320 | 193 bis 231 PS | Sechszylinder, der vernünftige Einstieg |
| S 420 / S 500 | 279 bis 326 PS | Die V8 für lange, leise Strecken |
| S 600 | 394 bis 408 PS | 12 Zylinder, 6 Liter, bis 250 km/h |
| S 300 Turbodiesel | 150 bis 177 PS | Der Langstreckenwagen der Baureihe |
| CL / C140 | 279 bis 408 PS | Das Coupé, 26.025 Stück |
Warum die Parkpeilstäbe zum Symbol wurden
Weil sie zugaben, was alle dachten: Der Wagen war so groß, dass man seine Ecken nicht sah. Zwei Stäbe fuhren aus den hinteren Kotflügeln, sobald der Rückwärtsgang eingelegt war. Ab Mai 1995 übernahm Parktronic die Aufgabe mit Ultraschall.
Wie sich ein W140 heute fährt
Leise. Die Doppelverglasung hält die Welt draußen, die Federung nimmt der Straße die Kanten, und der Sechszylinder reicht völlig, solange man es nicht eilig hat. Wer einen V8 fährt, merkt vom Antrieb nur den Vortrieb.
Das bleibt vom Mercedes-Benz W140
Er ist die letzte S-Klasse, die ohne Rücksicht auf Kosten entwickelt wurde, und genau das macht ihn heute zum Liebling der Szene. Die Technik, die in ihm zuerst fuhr, steckt inzwischen in jedem Auto.
Was heute beim W140 zählt
- Elektrik: Stellmotoren, Kabelbaumisolierung der frühen Jahre, Steuergeräte.
- Rost an Radläufen, Türunterkanten, Unterboden und Kofferraumboden.
- Doppelverglasung: Beschlagene Scheiben bedeuten undichte Verbünde und kosten.
- Der S 600 verlangt eine Werkstatt, die 12 Zylinder kennt, und ein Budget dafür.
Der W140 ist die S-Klasse, die man erst zu groß fand und heute vermisst. In der Kartei steht er als der Wagen, in dem die Elektronik des modernen Autos begann.

Foto: Alexander Migl · CC BY-SA 4.0
Quellen
Was Käufer vor dem ersten W140 fragen
Warum galt der Wagen als zu groß?
Weil er 5,11 bis 5,21 Meter lang und bis zu 2.250 Kilogramm schwer war und 1991 in eine Zeit fiel, in der Sparsamkeit zum Thema wurde. Die Presse nannte ihn voluminös, die Kundschaft kaufte trotzdem. Heute liest sich dieselbe Größe als Souveränität.
Welcher Motor ist der richtige?
Der 300 SE beziehungsweise S 320 mit Sechszylinder ist der solide Einstieg. Die V8 im S 420 und S 500 sind die ruhigen Reisemotoren. Der S 600 mit 12 Zylindern und bis zu 408 PS ist der Wagen für Liebhaber, mit doppelter Elektronik und entsprechenden Rechnungen.
Was kostet den W140 heute Geld?
Die Elektrik: bis zu 60 Stellmotoren für Komfortfunktionen, dazu die Kabelbäume der frühen Jahre, deren Isolierung spröde wird. Dazu Rost an Radläufen, Türunterkanten und am Unterboden. Wer die Doppelverglasung und die Parkpeilstäbe geprüft hat, hat das Wichtigste gesehen.
Ist der W140 schon ein Klassiker?
Die frühen Wagen sind über 30 Jahre alt und H-fähig. Gepflegte Exemplare mit Historie sind gesucht, vor allem der S 600 und das Coupé C140. Die Preise haben angezogen, gute Wagen sind seltener geworden.












