Was man über den Trabant 601 wissen muss
- Der Trabant 601 wurde von 1964 bis 1990 fast unverändert gebaut, über 3 Millionen Stück, in Zwickau, mit einer Karosserie aus Duroplast auf einem Stahlgerippe.
- Zweizylinder-Zweitakter mit 595 Kubik, 23 und später 26 PS, Frontantrieb, Freilauf im Getriebe; die Wartezeit auf einen Neuwagen lag zuletzt bei über 10 Jahren.
- Limousine, Universal (Kombi) und Tramp (offen, für Armee und Forst); 1990 kam der 1.1 mit VW-Polo-Motor, bis 1991.
- Der Trabant ist heute ein Klassiker mit eigener Szene, eigenen Treffen und einer Teileversorgung, die besser ist als die eines Neuwagens von damals.
Der Trabant war das Auto, das die meisten DDR-Bürger fuhren, weil es das einzige war, das sie bekamen. Und er war ein gutes Auto: leicht, einfach, geräumig für seine Größe und mit Bordmitteln zu reparieren. Und er war 27 Jahre lang derselbe.
Wie aus dem P 50 der Trabant 601 wurde
Der erste Trabant P 50 kam 1957 aus Zwickau, dem alten Audi-Werk: Duroplast-Karosserie auf Stahlgerippe, Zweizylinder-Zweitakter mit 500 Kubik. 1962 folgte der 600 mit 595 Kubik, 1964 der 601 mit neuer, kantigerer Karosserie und 23 PS. Der 601 sollte nach wenigen Jahren abgelöst werden; die Nachfolger, ein Wagen mit Wankelmotor, ein Prototyp mit Viertakter, wurden aus Kostengründen gestrichen. Der 601 blieb.
Was den Trabant 601 ausmachte
Was Duroplast, Zweitakter und Freilauf beim Trabant ausmachen
Das Duroplast war Phenolharz mit sowjetischer Baumwolle; es blieb rostfrei, wurde aber spröde. Der Motor saß vorn, quer, mit Frontantrieb, damals modern. Ein Freilauf im Getriebe ließ den Wagen im Schub rollen, um den Motor zu schonen, der ohne Öldruck-Schmierung von Gemisch lebte. Ab 1969 hatte er 26 PS; ab 1984 eine 12-Volt-Anlage; die letzten Modelle Scheibenbremsen vorn.

Welche Varianten es vom Trabant 601 gab
Der Universal war der Kombi und das meistgewünschte Modell; der Tramp (Kübel) ohne Türen ging an Armee und Forst und in kleiner Zahl nach Griechenland. Ausstattungen: Standard, Sonderwunsch, de luxe mit Zweifarbenlackierung und Nebelscheinwerfern. Alles, was der Trabant an Komfort hatte, war Sonderwunsch.
Warum 1990 der 1.1 kam und das Ende folgte
Nach der Grenzöffnung wollte niemand mehr einen Zweitakter. Der Trabant 1.1 mit dem 1,1-Liter-Motor des VW Polo, seit Jahren vorbereitet, kam 1990, zu spät. Im April 1991 lief der letzte Trabant in Zwickau vom Band. Viele wurden verschenkt, stehen gelassen, verschrottet. Was übrig blieb, ist heute Klassiker.
Das zählt heute beim Trabant 601
- Rahmen: Das Stahlgerippe unter dem Duroplast rostet an Schwellern, Bodenblechen, Querträgern und den Aufnahmen der Vorderachse. Blech gibt es nach, Duroplast-Teile auch.
- Motor: Der Zweitakter ist einfach und mit wenig Werkzeug instand zu setzen; Kurbelwellendichtringe, Kolben und Vergaser sind die üblichen Baustellen. Gemisch 1:50 mit Zweitaktöl.
- Szene: Teile, Clubs, Treffen, der Trabant hat eine der lebendigsten Klassikerszenen Deutschlands, und sie ist jung.
Der Trabant steht in der Kartei zwischen Wartburg und Barkas, oft mit dem Zusatz „seit der Wende in der Familie“. Das ist die Geschichte, die zählt.

Foto: Niels de Wit from Lunteren, The Netherlands · CC BY 2.0
Quellen
Was Leser über den Trabant 601 fragen
Woraus besteht die Karosserie des Trabant?
Aus Duroplast: Phenolharz mit Baumwollfasern, gepresst auf ein Stahlgerippe. Das Material bleibt rostfrei, ist leicht und war ein Ausweg aus dem Blechmangel, der Stahlrahmen darunter rostet wie jeder.
Wie lange musste man in der DDR auf einen Trabant warten?
Je nach Zeit und Region 10 bis 15 Jahre. Man meldete sich an, wenn man volljährig wurde, und bekam den Wagen, wenn die Kinder in der Schule waren. Gebrauchte Trabant kosteten deshalb mehr als neue.
Ist ein Trabant alltagstauglich?
Für die Stadt und die Landstraße ja: Er fährt 100 km/h, verbraucht 7 Liter Gemisch und ist mit Bordwerkzeug reparierbar. Was fehlt, sind Servolenkung, Bremskraftverstärker und Ruhe, der Zweitakter ist laut und riecht.






