Was man über die Isetta wissen muss
- Die Isetta stammt von Iso in Mailand; BMW kaufte 1954 die Lizenz und baute sie ab 1955 mit dem Einzylinder-Motorradmotor aus der R 25.
- Isetta 250 (12 PS) und ab 1956 Isetta 300 (13 PS); das Export-Modell mit Schiebefenstern löste 1956 die „Blasenfenster“-Version ab.
- Über 160 Tausend Stück in 7 Jahren, das meistverkaufte Auto seiner Zeit mit einem Zylinder, und das Geld, mit dem BMW die Neue Klasse entwickelte.
- Die Tür ist die Front; Lenksäule und Armaturen schwenken mit. Deshalb parkt man mit der Nase zum Bordstein.
Anfang der Fünfziger stand BMW vor dem Ende: Die großen Limousinen 501 und 502 blieben stehen, das Geld war weg. Die Rettung kam aus Mailand, hatte einen Zylinder und eine Tür vorn. Die Isetta war das Auto, mit dem BMW Zeit kaufte, und am Ende die Neue Klasse bezahlte.
Wie die Isetta von Iso Rivolta zu BMW kam
Renzo Rivolta baute in Mailand Kühlschränke und Motorroller. 1953 kam seine Isetta auf den Markt: ein Ei auf Rädern, Fronttür, Motorrollermotor. In Italien lief sie mäßig; BMW kaufte 1954 die Lizenz samt Werkzeugen und setzte den eigenen Einzylinder aus der R 25 ein, 250 Kubik, 12 PS, Viertakt statt Zweitakt. Im April 1955 begann die Produktion in München.
Was die Isetta ausmachte: Varianten und Erfolg
Wie sich Isetta 250, 300 und Export unterscheiden
Die erste Isetta hatte die gewölbten „Blasenfenster“ der italienischen Version. 1956 kam das Export-Modell mit Schiebefenstern, geänderten Scheinwerfern und einer Karosserie, die weniger nach Roller aussah. Der Motor wuchs auf 300 Kubik und 13 PS. Es gab die Isetta als Standard, als Export, mit Faltdach, und als Cabriolet, in kleinen Stückzahlen.

Warum sich die Isetta so gut verkaufte
Der Preis lag unter dem eines Käfers, der Verbrauch bei 3 bis 4 Litern, der Führerschein war der fürs Motorrad. Für ein Land, in dem noch die Wenigsten ein Auto hatten, war die Isetta das erste Dach über dem Kopf beim Fahren. Über 160 Tausend wurden gebaut, bis 1962, in München, und in Lizenz in Brighton, Brasilien und Argentinien.
Was nach der Isetta kam
Aus der Isetta wurde der BMW 600 mit Vierzylinder-Boxer und einer Seitentür, aus dem 600 der 700 mit Michelotti-Karosserie, und aus dem Geld des 700 die Neue Klasse von 1961. Das Ei brachte den 2002, der 2002 den 3er.
Das zählt heute bei der Isetta
- Blech: Die Bodenwanne, der Bereich um die Hinterachse und die Türunterkante. Blech gibt es nach, und Anpassen gehört dazu.
- Technik: Der Einzylinder ist Motorradtechnik, wer eine R 25 kennt, kennt die Isetta. Getriebe und Kettenantrieb wollen Pflege.
- Fahren: Man wird angesprochen. An jeder Ampel. Wer das mag, hat sein Auto gefunden.
Die Isetta macht mehr Leute schneller freundlich als jeder andere Klassiker. In der Kartei steht die Isetta selten mit vielen Kilometern, aber mit vielen Fotos.

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Quellen
Was Leser über die Isetta fragen
Warum hat die Isetta die Tür vorn?
Weil Iso sie als Motorroller mit Dach dachte: Man steigt von vorn ein wie in eine Telefonzelle, die Lenksäule schwenkt mit der Tür nach außen. Das spart Platz in der Länge und lässt das Auto quer zur Straße parken.
Wie schnell fährt eine Isetta?
Rund 85 km/h mit dem 300er Motor, etwas weniger mit dem 250er. Das reicht für die Landstraße; die Autobahn ist möglich und anstrengend, auch wegen des Tanks, der nach 200 Kilometern leer ist.
Ist die Isetta ein Auto oder ein Motorrad?
Zulassungsrechtlich ein Auto (4 Räder, die hinteren eng zusammen). Fahren durfte man sie in Deutschland lange mit dem Motorradführerschein der Klasse 4, genau darum war sie so erfolgreich.













