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VW Käfer Originalfarben: alle Lacktöne von 1938 bis 2003, Titelbild
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VW Käfer Originalfarben: alle Lacktöne von 1938 bis 2003

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Die Farbgeschichte des Käfers als Zeitleiste: welcher Ton wann im Programm stand, wie er hieß, welche L-Nummer er trug und bei welchem Modell es Besonderheiten gab

· 22.09.2026 · aktualisiert 22.09.2026

Die Farbgeschichte in 4 Sätzen

Kein anderes Auto hat so viele Farben getragen und so lange dieselbe Form behalten. 65 Jahre Käfer heißen 65 Jahre Lackgeschichte, vom matten Grau der Vorserie bis zu den 3.000 Wagen in Aquariusblau und Harvest Moon Beige, mit denen 2003 in Puebla Schluss war. Diese Zeitleiste sortiert, was wann im Programm stand.

Wie die Lacknummer gelesen wird

Volkswagen führte jeden Ton als Lacknummer, erkennbar am vorangestellten L. Die frühen Nummern sind 2-stellig (L41 Schwarz), ab Mitte der 1950er 3-stellig (L225 Jupitergrau), ab den späten 1960ern kommen Buchstaben dazu (L96D Diamantsilber), und in den Mexikojahren wechselt das System noch einmal.

Der Farbname ist dagegen beweglich. Dieselbe Nummer heißt in deutschen Unterlagen anders als in amerikanischen, und Volkswagen benannte Töne zwischen Modelljahren um. Wer nachlackiert, arbeitet deshalb mit der Nummer: Lackhersteller führen ihre Rezepturen darüber, nicht über den Namen.

ZeitraumAufbau der NummerBeispiel
1946 bis etwa 1953L + 2 ZiffernL41 Schwarz
etwa 1953 bis 1967L + 3 ZiffernL456 Rubinrot
ab etwa 1968L + Ziffern + BuchstabeL90C Togaweiß
Mexiko, ab 1978eigene WerkscodesLA5A Floridablau

Die Zeitleiste der Farben

1938 bis 1945: ein Wagen ohne Farbwahl

Die Vorserie und die Kriegsjahre kannten keine Palette. Die wenigen KdF-Wagen, die vor und während des Krieges entstanden, trugen gedeckte, matte Töne; die militärischen Ableger ohnehin. Eine Bestellfarbe gab es nicht, weil es keinen freien Verkauf gab. Wer für ein Fahrzeug aus dieser Zeit einen Ton sucht, arbeitet mit Befunden am Blech und mit RAL-Werten, nicht mit einer L-Nummer.

1945 bis 1948: Grau, und was die Besatzung lieferte

Die Fertigung lief im Sommer 1945 unter britischer Verwaltung wieder an, 1.785 Wagen entstanden bis zum Jahresende und gingen an Besatzungsbehörden und die Post. Die Lackierung folgte dem, was zu bekommen war: graue und blaugraue Töne, matt, ohne Chrom. L41 Schwarz ist der einzige Ton, der aus dieser Zeit durchgehend bis 1967 im Programm blieb.

1949 bis 1953: das Exportmodell bringt die Farbe

Mit dem Exportmodell im Juli 1949 bekam der Käfer Chrom, bessere Ausstattung und eine echte Farbpalette. Der Standard blieb daneben schlicht und einfarbig. Das ist die erste große Besonderheit der Käferfarben: 2 Modelle, 2 Programme, und der Standard hinkt über Jahrzehnte hinterher.

L-NummerFarbnameAnmerkung
L11Pastellgrüneiner der ersten Exporttöne
L13Mittelgrün
L14Resedagrün
L19Atlantikblau
L21Perlgrau
L23Silbergrau
L32Dunkelblau
L41Schwarzdurchgehend bis 1967
L50Korallenrot
L51Bordeauxrotteuer, selten bestellt
L60Elfenbein
L61Gelb
L70Mittelbraun
L71Beige
L76Braunbeigeab 1950
L87Perlweißab 1950, der Klassiker schlechthin

Ab 1951 kamen Taubenblau L31, Azurblau L36, Mittelblau L37, Mohnrot L54, Kastanienrot L55, Kastanienbraun L73, Pergamentweiß L81 und Sandbeige L90 dazu. 1953, im Jahr des Ovalfensters, beginnt die 3-stellige Zählung mit Jupitergrau L225, Texasbraun L271 und Saharabeige L272.

1954 bis 1960: die Pastelljahre

Das ist die Zeit, aus der das Bild vom Käfer stammt. Die Palette wächst auf über 20 Töne, und sie bleibt hell: Islandgrün L213, Stratosilber L227, Irisblau L232, Diamantgrau L243, Felsengrau L264, Schilfgrün L313, Polarsilber L324, Horizontblau L331, Gletscherblau L334, Capriblau L335, Kalaharibeige L343, Jadegrün L349, Nilbeige L370, Prärie-Beige L378.

Die Namen erzählen die Zeit mit: Kalahari, Prärie, Capri. Der Käfer fuhr in den Urlaub, und die Farben fuhren mit.

1961 bis 1967: kräftiger, und endlich Rot

Die Palette wird satter. Rubinrot L456 kommt 1961 ins Programm und wird zu einer der bekanntesten Käferfarben überhaupt, daneben Türkis L380, Anthrazit L469, Perlweiß L87 bleibt, Bahamablau L519 und Javagrün L518 kommen dazu. Panamabeige L572 und Alabaster L473 tragen die helle Linie weiter.

In diese Jahre fällt auch die zweite Besonderheit: der Standard bekommt weiterhin ein eigenes, kleineres Farbprogramm, oft ohne die modischen Töne. Wer einen Standard in einer Exportfarbe sieht, sieht meist eine spätere Lackierung.

1968 bis 1972: Togaweiß, und der erste Metallic

Mit dem Modelljahr 1968 wechselt die Zählweise auf Ziffern mit Buchstaben. Togaweiß L90C und Diamantblau L50B prägen die Jahre, dazu Marsrot L31B, Bali-Grün L62A, Kansasbeige L91D und Chinchillagrau L70F.

1971 taucht zum ersten Mal Metallic in den Werkslisten auf, und es ist ausdrücklich nicht für jeden Käfer: Diamantsilber L96D, Colorado L97D und Gemini L96E standen für die Modelle 151 und 152. Das ist die dritte Besonderheit, und sie hilft beim Datieren: ein metallicfarbener Käfer aus den 1960ern ist umlackiert.

1971 und 1972 kommen die lauten Töne dazu, Texasgelb L10B und Brillantorange L20B. Der Käfer geht in die Popjahre.

1973 bis 1978: die Sondermodelle bringen die stärksten Farben

Hier wird die Farbgeschichte zur Modellgeschichte, denn die kräftigsten Töne gehören Serien mit eigenem Namen.

  1. 1971Jubiläumskäfer, Saturngelb, 15.000 Stück zum 20-millionsten VW
  2. 19731303 S GSR, Saturngelb mit mattschwarzer Front- und Heckhaube, 3.500 Stück
  3. 1973Jeans-Käfer, 1. Serie, Tunisgelb
  4. 1974Jeans-Käfer, 2. Serie, Brillantgelb, Marinegelb, Phoenixrot
  5. 1974Jeans-Käfer, 3. Serie, ausschließlich Nepalorange
  6. 1973Big und City, eigene Ausstattung, Farben aus dem Serienprogramm

Der GSR ist der bekannteste Fall, weil die Zweifarbigkeit Programm war: Saturngelb am Wagen, mattes Schwarz an Haube und Deckel. Dass ausgerechnet ein Käfer mit 50 PS so aussah, gehört zur Geschichte dazu.

1978 bis 2003: Mexiko, und die letzten 3.000

Die deutsche Käferfertigung endete 1978 in Emden, danach kam der Wagen aus Mexiko. Die Farbcodes wechseln in dieser Zeit noch einmal, Töne wie Floridablau LA5A, Indianarot LA3V oder Zitronengelb LA1D stammen aus der mexikanischen Zählung. Viele der späten Wagen kamen einfarbig und schlicht, denn der Käfer war dort kein Liebhaberstück, sondern ein Taxi und ein Familienauto.

Am 30. Juli 2003 lief der letzte Käfer vom Band. Die Última Edición umfasste 3.000 Wagen, je zur Hälfte in Aquariusblau mit grauem Innenraum und in Harvest Moon Beige mit schwarzem. Dazu Chromleisten, Radkappen und Spiegelgehäuse in Chrom, ein 2-Speichen-Lenkrad mit Wolfsburg-Wappen und 50 PS aus 1,6 Litern. Eine Farbgeschichte, die 1938 im matten Grau begann, endete in 2 Tönen, die eigens dafür gemischt wurden.

Was beim Lackieren zu beachten ist

Der Originalton sitzt an geschützten Stellen

Unter dem Armaturenbrett, im Türfalz und hinter der Rücksitzlehne liegt der Lack, wie er ab Werk war. Sonne und Politur verändern die Außenflächen über Jahrzehnte messbar; wer den Ton dort abnimmt, mischt an einem gealterten Muster. Ein Farbmessgerät an einer geschützten Stelle liefert den besseren Ausgangswert.

Die Nummer schlägt das Farbmuster

Lackhersteller führen für die gängigen L-Nummern fertige Rezepturen. Weicht der gemessene Ton davon ab, liegt es meist an Alterung oder an einer früheren Lackierung, nicht an der Rezeptur. Bei einem Wagen, der sein H-Kennzeichen behalten soll, ist die Werksnummer die sichere Wahl.

Zweifarbigkeit gab es selten ab Werk

Abgesehen vom GSR und einigen Cabriolets war der Käfer einfarbig. Zweifarbige Wagen aus den 1950ern sind fast immer nachträglich so lackiert worden, oft nach amerikanischem Vorbild. Das ist erlaubt und beliebt, für das Gutachten nach § 23 StVZO aber erklärungsbedürftig.

Wo die Zeitleiste dünn bleibt

Für die Jahre vor 1949 gibt es keine belastbare Farbliste. Die Quellen nennen graue und blaugraue Töne, aber keine Werksnummern, weil das L-System erst mit der zivilen Fertigung greift. Wer ein Fahrzeug aus dieser Zeit restauriert, arbeitet mit Schliffbildern und mit dem, was Museen und Archive an Befunden veröffentlicht haben.

Auch die mexikanischen Jahre sind schlechter dokumentiert als die deutschen. Die großen Farbtafeln enden meist 1979, danach hilft die Werkstattliteratur des jeweiligen Marktes weiter.

Wer den eigenen Wagen einordnen will, findet die technischen Daten seiner Baureihe im Modellporträt zum VW Käfer, und wie ein Klassiker durch die Prüfung kommt, steht in Das Oldtimergutachten.

VW Käfer Originalfarben: alle Lacktöne von 1938 bis 2003, Bild zum Zitat
In einem SatzDie L-Nummer ist der Anker, nicht der Farbname. Volkswagen führte jeden Ton als Lacknummer mit einem L davor, von L41 Schwarz bis zu den 4-stelligen Codes der späten Jahre. Namen wanderten zwischen Modellen und Ländern, die Nummer blieb.

Quellen

  1. TheSamba.com: Type 1 color combinations, Werksfarbtafeln nach Modelljahr, Die Farbkombinationen je Modelljahr und Karosserieform, aus den Werksunterlagen übertragen.
  2. The Great Big Sortable Table of Volkswagen Beetle Paint Colors 1949–1979, Sortierbare Gesamtliste mit L-Nummern, Farbnamen und Jahren.
  3. paintref.com: Volkswagen Beetle color codes, Abgleich der L-Nummern gegen Lackhersteller-Kataloge.
  4. Volkswagen Newsroom: Beetle (Käfer) 1303, 1972–1975
  5. Volkswagen Newsroom: Beetle (Käfer) 1600/1600i, 1970–2003, Mexikanische Fertigung und die Última Edición von 2003.
  6. Wikipedia: VW Käfer, Modell- und Produktionsgeschichte
  7. motor1: VW 1303 S GSR (1973), der Gelb-Schwarze Renner

Was Leser zu „VW Käfer Originalfarben: alle Lacktöne von 1938 bis 2003“ fragen

Wo finde ich die Farbnummer an meinem Käfer?

Auf dem Typenschild beziehungsweise der M-Plakette, je nach Baujahr im Kofferraum unter der Haube, auf dem Reserveradblech oder am Rahmenkopf. Dort steht die Lacknummer als L mit 2 bis 4 Zeichen. Fehlt die Plakette, hilft eine geschützte Stelle: unter dem Armaturenbrett, im Türfalz oder hinter der Rücksitzlehne liegt der Originallack meist unverblasst.

Warum heißt dieselbe Farbe je nach Quelle anders?

Weil Volkswagen die Namen nach Markt und Modelljahr vergab, die Nummer aber beibehielt. L456 steht in deutschen Listen als Rubinrot, in amerikanischen als Ruby Red; L87 heißt Perlweiß und Pearl White. Beim Nachlackieren zählt die L-Nummer, nicht der Name, weil Lackhersteller ihre Rezepturen daran hängen.

Welche Käferfarben sind heute selten?

Die dunklen Töne der 1950er und die kräftigen Sonderfarben. Bordeauxrot L51 und Kastanienbraun L73 wurden selten bestellt, weil sie teuer und pflegeintensiv waren. Aus den 1970ern sind Nepalorange und Saturngelb rar, weil sie nur in kleinen Serien liefen. Verbreitet sind Perlweiß, Elfenbein und die Blautöne.

Darf ich meinen Käfer in einer anderen Originalfarbe lackieren?

Für das H-Kennzeichen ja, solange der Ton zeitgenössisch ist. Das Gutachten nach § 23 StVZO fragt nach dem originalen Erscheinungsbild, nicht nach der Farbe ab Werk. Ein Käfer von 1966 in einem Ton, den es 1966 gab, ist unproblematisch; ein Perlmutteffekt von heute ist es nicht. Die Farbe im Fahrzeugschein wird bei der Änderung berichtigt.

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