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Ein Club im Porträt: der Allgemeine Schnauferl-Club, seit 1900, Titelbild
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Ein Club im Porträt: der Allgemeine Schnauferl-Club, seit 1900

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Gegründet am 25. Mai 1900 in Nürnberg, 1933 als einziger Automobilclub unabhängig geblieben, Mitgründer der FIVA: was der älteste Oldtimerclub Deutschlands heute ist und was jeder Club von ihm lernen kann

· 14.09.2026 · aktualisiert 14.09.2026

Was man über den Allgemeinen Schnauferl-Club wissen muss

Als der Allgemeine Schnauferl-Club gegründet wurde, gab es keine Oldtimer. Es gab Automobile, und sie waren neu. Der 25. Mai 1900 in Nürnberg liegt 14 Jahre nach dem Patent-Motorwagen, 8 Jahre vor dem Ford T, 38 Jahre vor dem Käfer. Der Club, der an diesem Tag entstand, ist heute der älteste Oldtimerclub Deutschlands, und ein Lehrstück darüber, wie ein Verein 126 Jahre alt wird.

Woher der Club kommt

Der Name, der schnauft

„Schnauferl“ war um 1900 das Wort für den Motor, die Maschine, die unter dem Sitz schnaufte, und für das Gefährt, das sie antrieb. Der Club trug bei der Gründung einen anderen Namen und wechselte schnell zum Schnauferl; das Wort blieb, als die Motoren aufhörten zu schnaufen. Heute ist es der Name für die Wagen, die die Mitglieder fahren: Der Benz Velo gehört dazu wie der 300 SL, der Adler Trumpf wie der 911 der Achtziger.

Das Jahr 1933

Als 1933 die deutschen Automobilclubs gleichgeschaltet und in einer Organisation zusammengefasst wurden, blieb der ASC als einziger unabhängig. Es ist der Satz, den jedes Porträt des Clubs enthält, und er sagt etwas über Vereine: Ein Club, der klein ist, alt ist und keinen Zweck hat außer seinen Wagen, ist schwer zu vereinnahmen. Der ASC überlebte den Krieg, die Teilung und die Jahrzehnte, in denen alte Autos schlicht alte Autos waren.

Die FIVA

Der ASC ist Mitgründer der Fédération Internationale des Véhicules Anciens, des Weltverbands der historischen Fahrzeuge, und sein Präsident Kraft zu Hohenlohe-Langenburg führte die FIVA von 1983 bis 1996. Die FIVA ist die Organisation, die Oldtimer-Pässe ausstellt, Rallyes international regelt und in Brüssel für die alten Autos spricht. Dass ein Club aus Nürnberg dort am Tisch saß, als der Verband entstand, ist das internationale Kapitel einer Geschichte, die lokal begann.

Was der Club heute ist

1.500 Mitglieder, 16 Landesgruppen

Rund 1.500 Mitglieder, organisiert in 16 Landesgruppen, eine je Bundesland. Die Landesgruppe ist die Ebene, auf der der Club lebt: Ausfahrten, Treffen, Schrauberabende, Stammtische. Die Zentrale ist klein, die Gruppen sind es, die fahren. Das ist die Struktur, die viele Markenclubs später übernommen haben, und der Grund, warum ein Club mit 1.500 Mitgliedern in ganz Deutschland an einem Sonntag auf 16 Straßen unterwegs sein kann.

Die Deutsche Schnauferl-Rallye

Jedes Jahr richtet eine andere Landesgruppe die Deutsche Schnauferl-Rallye aus, eine Ausfahrt über mehrere Tage, mit Wagen aller Epochen. Sie ist das Gegenteil des Stammtischs: Man fährt, man wohnt für 3 Tage in derselben Gegend, man sieht die Wagen der anderen in Bewegung. Früher gab es dazu die Schnauferl-Bälle während der Automobilausstellungen, die in den späten Siebzigern endeten; die Rallye blieb, weil Fahren bleibt.

Das Schnauferl, das Magazin

„Das Schnauferl“ erscheint seit 2003 in eigener Regie des Clubs, in Farbe, mit Berichten aus den Landesgruppen, Technik und Geschichte. Ein Clubmagazin ist das, was ein Verein hinterlässt: Wer wissen will, wie 1965 eine Ausfahrt aussah, liest es im Schnauferl von 1965. Für einen Club, der 1900 begann, ist das Archiv das zweite Vereinsheim.

Das kann jeder Club vom ASC lernen

Alter statt Marke

Der ASC hat nie eine Marke gewählt, und deshalb nie eine Marke überlebt. Markenclubs altern mit ihren Modellen: Wenn der letzte Halter seinen Wagen verkauft, ist der Club vorbei. Ein Club, der Fahrzeuge nach Alter aufnimmt, bekommt jedes Jahr neue Modelle, weil jedes Jahr neue Modelle 30 werden, 2026 der Boxster, 2027 der Golf IV.

Gruppen statt Zentrale

Sechzehn Landesgruppen bedeuten 16 Orte, an denen etwas passiert. Ein Club, der nur eine Zentrale hat, hat einen Stammtisch; ein Club mit Gruppen hat Ausfahrten in jeder Region. Wer einen Club gründet, gründet ihn regional und offen, wie das geht, steht hier.

Fahren statt sitzen

Die Rallye ist das Herz des ASC, und sie ist eine Fahrt, kein Treffen. Die Clubs, die heute wachsen, haben dasselbe verstanden: Termine auf der Straße, Wagen in Bewegung, Fotos davon. Warum den Clubs der Nachwuchs fehlt erklärt, was die Jungen suchen, und ein 126 Jahre alter Club zeigt, dass er es schon 1900 hatte.

Wo der ASC auf Patinamore steht

Clubs stehen im Verzeichnis mit ihren Landesgruppen, Treffen und den Fahrzeugen ihrer Mitglieder, und die Mitglieder mit ihren Wagen in der Kartei, vom Vorkriegs-Adler bis zum Youngtimer. Das Clubverzeichnis nennt die Gruppen in jeder Region; die Treffen den Kalender. Wer seinen Wagen einträgt, verbindet ihn mit seinem Club, und der Club mit den 923.538 Wagen, die das Kraftfahrt-Bundesamt zählt und die alle irgendwo jemandem gehören.

Ein Club im Porträt: der Allgemeine Schnauferl-Club, seit 1900, Bild zum Zitat
In einem SatzDer ASC wurde am 25. Mai 1900 in Nürnberg gegründet, 14 Jahre nach dem Patent-Motorwagen und lange bevor irgendein Auto alt war. „Schnauferl“ war das Wort der Zeit für den Motor, der schnaufte.

Quellen

  1. Wikipedia: Allgemeiner Schnauferl-Club, Gründung am 25. Mai 1900 in Nürnberg, rund 1.500 Mitglieder in 16 Landesgruppen, Mitgründer der FIVA, Präsident Kraft zu Hohenlohe-Langenburg als FIVA-Präsident 1983 bis 1996.
  2. Allgemeiner Schnauferl-Club e.V.: der Club, die Landesgruppen, die Deutsche Schnauferl-Rallye
  3. Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA): Geschichte und Mitgliedsverbände
  4. Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg: Der Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026 (Pressemitteilung Nr. 09/2026), 923.538 Fahrzeuge mit Oldtimer-Status.

Was Leser über den Allgemeinen Schnauferl-Club fragen

Was ist der Allgemeine Schnauferl-Club?

Der älteste Club für historische Fahrzeuge in Deutschland, gegründet am 25. Mai 1900 in Nürnberg. Rund 1.500 Mitglieder in 16 Landesgruppen pflegen Vorkriegswagen, Klassiker und Youngtimer; der Club richtet die Deutsche Schnauferl-Rallye aus, gibt das Magazin „Das Schnauferl“ heraus und ist Mitgründer des Weltverbands FIVA.

Woher kommt der Name Schnauferl?

Vom Motor: „Schnauferl“ war um 1900 das Wort für die Maschine, die schnaufte, und für das Auto, das sie trug. Der Club hieß zuerst anders und übernahm das Wort schnell; heute steht es für die Wagen, die die Mitglieder fahren, vom Benz Velo bis zum 300 SL.

Was unterscheidet den ASC von einem Markenclub?

Er ist keiner Marke verpflichtet und keiner Epoche. Der ASC nimmt Fahrzeuge nach Alter und Zustand auf, nicht nach Emblem; seine Landesgruppen fahren gemeinsam, ob Vorkriegs-Adler oder Achtziger-Porsche. Das ist der Grund, warum er 126 Jahre alt geworden ist: Marken kommen und gehen, das Alte bleibt.

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