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Reifen für Klassiker: alte Größen, Radialumstellung, DOT-Alter

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Was 5.60-15 und 165 R 15 bedeuten, wann Radial statt Diagonal erlaubt ist, was die Zulassungsbescheinigung dazu sagt, wie alt ein Reifen sein darf: und wo es die Größen noch gibt

· 14.09.2026 · aktualisiert 14.09.2026

Was man über Reifen am Klassiker wissen muss

Reifen sind das Teil am Klassiker, das niemand fotografiert und das über alles entscheidet: Bremsweg, Kurvenlage, Regen, Prüfung. Sie altern auch im Stand, sie tragen Zahlen, die niemand liest, und sie sind bei vielen alten Größen schwerer zu bekommen als ein Motor. Hier steht, wie man die Größe liest, wann Radial statt Diagonal geht, wie alt ein Reifen sein darf, und was der Prüfer sehen will.

Wie man alte Größen liest

Diagonal: 5.60-15

Die Diagonalgröße nennt die Breite in Zoll und die Felge in Zoll, sonst nichts. 5.60-15 heißt 5,6 Zoll breit, 15-Zoll-Felge; 6.40-13, 6.00-16, 7.35-14 folgen demselben Muster. Das Höhen-Breiten-Verhältnis steht nirgends, weil es bei Diagonalreifen meist um 90 Prozent lag. Die Karkasse läuft diagonal von Wulst zu Wulst, deshalb der Name, deshalb das weiche Einlenken, deshalb das Schwimmen bei Spurrillen.

Radial: 165 R 15 und 165/80 R 15

Die Radialgröße nennt die Breite in Millimetern, das Verhältnis in Prozent, die Bauart und die Felge. 165 R 15 ist ein 165 Millimeter breiter Radialreifen auf 15 Zoll; ohne Prozentangabe gilt 80 Prozent Höhe, also dasselbe wie 165/80 R 15. Dann folgen Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex: 165 R 15 86 T trägt 530 Kilogramm je Reifen bis 190 km/h. Der Index muss zur Höchstgeschwindigkeit im Feld T der Zulassungsbescheinigung passen, mindestens, gern darüber.

Was zusammengehört

FahrzeugDiagonal ab WerkRadialgröße heute
VW Käfer 1200/13005.60-15165 R 15
VW Käfer 1302/13036.00-15175/70 R 15
Mercedes W 123175 R 14 (schon radial)195/70 R 14
Opel Kadett B6.15-13155 R 13
Fiat 500125-12125 R 12
Citroën 2CV125-15125 R 15

Die rechte Spalte gilt, wenn sie eingetragen oder freigegeben ist. Sie ist das Übliche, nicht das Erlaubte.

Radial statt Diagonal: was erlaubt ist

Die Umstellung ist erlaubt, wenn die Radialgröße für das Fahrzeug eingetragen ist oder eine Freigabe vorliegt, Feld 15.1 bis 15.3 der Zulassungsbescheinigung, die Betriebserlaubnis oder eine Freigabe des Fahrzeug- oder Reifenherstellers, die man beim Reifenhändler bekommt. Was in den Papieren steht, erklärt Fahrzeugpapiere lesen, Feld für Feld. Zwei Regeln aus § 36 StVZO gelten immer: Auf einer Achse müssen die Reifen gleicher Bauart sein, und wer vorn Diagonal und hinten Radial fährt, fährt so herum und nie umgekehrt. Beim Wechsel auf Radial gehören meist auch andere Schläuche oder schlauchlose Felgen dazu; die alten Felgen mit Sicherheitsbett tragen den Radialreifen, die ganz alten ohne Hump brauchen einen Schlauch.

Wie alt ein Reifen sein darf

Die DOT-Nummer lesen

Auf jeder Flanke steht nach dem Kürzel DOT eine Zeichenfolge, deren letzte 4 Ziffern Woche und Jahr der Herstellung nennen. 3623 ist die 36. Woche 2023, 0819 die 8. Woche 2019. Bei Reifen aus den Neunzigern sind es 3 Ziffern mit einem Dreieck dahinter; ein Reifen mit 3 Ziffern ohne Dreieck stammt aus den Achtzigern und gehört ins Regal, nicht auf die Straße. Wie man das Alter beurteilt und Standplatten vermeidet, steht in Standplatten und Reifenalter.

Die Grenze, die es gibt, und die, die es nicht gibt

Für Pkw nennt das Gesetz kein Höchstalter; der Prüfer bemängelt Risse, Aushärtung, Verformung. Die Empfehlung von ADAC und Herstellern: spätestens nach 8 bis 10 Jahren wechseln, weil der Gummi mit der Zeit aushärtet, auch bei 2.000 Kilometern im Jahr. Die Grenze, die es gibt, gilt für Anhänger mit 100-km/h-Zulassung: Reifen älter als 6 Jahre sind dort verboten. Wer seinen Klassiker auf dem Trailer zum Treffen bringt, prüft die Anhängerreifen zuerst.

Was das H-Kennzeichen an Reifen erlaubt

Zeitgenössisch heißt: die eingetragene Größe, und eine Bauart, die zum Fahrzeug passt oder in den ersten 10 Jahren nach Erstzulassung üblich war. Radial auf einem Wagen von 1965, dessen Größe eingetragen ist: erlaubt. Ein heute gefertigter Reifen mit historischem Profil oder Weißwand: erlaubt. Breitreifen in Größen, die es erst seit den Nullerjahren gibt, auf Rädern, die nie eingetragen waren: das H ist weg. Beim Gutachten ist die Bereifung ein Prüfpunkt wie die Karosserie, was dort sonst noch zählt, steht in Das Oldtimergutachten.

Wo es die Größen gibt

Die historischen Größen fertigen wenige Hersteller weiter: Michelin Classic, Vredestein, Continental, Pirelli für ihre alten Profile, dazu Nachfertiger wie Blockley oder Lucas. Ein Satz kostet mehr als moderne Reifen derselben Breite, weil die Stückzahlen klein sind, dafür halten sie 8 Jahre, wenn der Wagen im Dunkeln steht. Der Reifenhändler vor Ort bestellt sie; die Kartei-Kacheln der Modelle nennen Bezugsquellen unter Leitfäden und Literatur.

Ein Klassiker auf frischen Reifen in der richtigen Größe fährt so, wie sein Konstrukteur ihn gemeint hat. Alles andere ist Kompromiss, und der Prüfer sieht ihn.

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In einem SatzAlte Größen lesen sich anders: 5.60-15 ist ein Diagonalreifen mit 5,6 Zoll Breite auf 15-Zoll-Felge, 165 R 15 ein Radialreifen mit 165 Millimetern Breite und 80 Prozent Höhe, dieselbe Felge, dasselbe Auto, ein anderes Fahrverhalten.

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz: § 36 StVZO — Bereifung und Laufflächen
  2. ADAC: Reifenalter — wie alt dürfen Reifen sein?, Empfehlung des Automobilclubs: Wechsel spätestens nach 8 bis 10 Jahren, die DOT-Nummer lesen.
  3. Michelin Classic: Reifengrößen für historische Fahrzeuge und Umrüstung von Diagonal auf Radial
  4. Bundesministerium der Justiz: 9. Ausnahmeverordnung zur StVZO — Anhänger mit 100 km/h, Reifenalter höchstens 6 Jahre

Was Leser über Reifen am Klassiker fragen

Darf ich Radialreifen auf einen Wagen ziehen, der mit Diagonalreifen ausgeliefert wurde?

Ja, wenn die Radialgröße für das Fahrzeug eingetragen oder freigegeben ist, im Feld 15 der Zulassungsbescheinigung, in der Betriebserlaubnis oder in einer Freigabe des Fahrzeug- oder Reifenherstellers. Für die meisten Klassiker der Sechziger und Siebziger gibt es die passende Radialgröße; auf einer Achse müssen beide Reifen gleicher Bauart sein, und Radial gehört bei Mischung nach hinten.

Wie alt dürfen die Reifen an einem Oldtimer sein?

Für Pkw gibt es kein gesetzliches Höchstalter; die Prüfer bemängeln Risse, Verhärtung und Verformung, nicht das Datum. ADAC und Reifenhersteller empfehlen den Wechsel nach spätestens 8 bis 10 Jahren, weil der Gummi aushärtet, auch bei wenig Kilometern. Bei Anhängern mit 100-km/h-Zulassung sind Reifen über 6 Jahre verboten.

Welche Reifen erlaubt das H-Kennzeichen?

Reifen in einer eingetragenen Größe, deren Bauart zum Fahrzeug passt oder in den ersten 10 Jahren nach Erstzulassung üblich war. Radialreifen auf einem 1965er Käfer gehen durch, weil die Umstellung in den Siebzigern üblich war; 205er-Breitreifen auf 17-Zoll-Rädern nicht. Ein moderner Reifen in historischer Größe ist erlaubt, auch mit weißer Flanke.

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