Nach 12 Jahren auf der Spielwiese in Burgtiefe zieht das Festival 2027 um. Auf dem alten Platz entsteht ein Resort für über 200 Millionen Euro. Was über den neuen Ort bekannt ist, und was nicht
Patinamore-Redaktion · 19.09.2026 · aktualisiert 19.09.2026
Was über den Umzug bekannt ist
- Das Festival 2026 war das letzte am Südstrand. Nach 12 Jahren auf der Spielwiese in Burgtiefe zieht es 2027 um, Termin ist der 24. bis 27. Juni.
- Der Grund steht schon im Bauantrag: Auf Teilen des Geländes entsteht ein Familienresort der österreichischen Gruppe Familux auf rund 26.000 Quadratmetern, für über 200 Millionen Euro. Baubeginn ist Anfang 2027.
- Der neue Ort ist bisher nur einfach belegt: „strandnahe Flächen zwischen Sahrensdorf und Burg“, also die Inselmitte statt der Südspitze. Der Veranstalter selbst spricht bislang nur von einem „leicht veränderten Standort“.
- Nicht bekannt sind: Adresse, Eigentümer, Größe, Untergrund und Zahl der Stellplätze. Wer 2027 hinfährt, sollte die Ankündigung des Veranstalters abwarten, bevor er Navigationsziele verteilt.
Wer in den letzten 12 Jahren zum Bulli-Festival kam, hat immer denselben Weg genommen: über die Fehmarnsundbrücke, durch Burg, hinunter nach Burgtiefe, und dann standen links die drei Hochhäuser und rechts der Südstrand. Auf der Wiese dazwischen, von der Insel Spielwiese genannt, stand das Camp. 2026 war das letzte Mal.

Was auf der Spielwiese entsteht
Im Januar 2026 meldeten der Tourismus-Service Fehmarn und die Bauherren, was dort geplant ist. Die Fehmarn Südstrand GmbH unter Geschäftsführer Tim Thelosen baut gemeinsam mit der österreichischen Familux Resorts Mayer Familyhotels GmbH ein Familienresort: rund 26.000 Quadratmeter, über 200 Millionen Euro, 120 Familiensuiten ab 44 Quadratmetern, rund 260 Apartments und Ferienwohnungen, fünf Villen, Erlebnisbäder, Kidsclub, Restaurant, Theater, Kino, Spa und eine Tiefgarage mit 500 Plätzen.
Der Zeitplan: Baubeginn Anfang 2027, Hotel Ende 2028 oder Anfang 2029, alles fertig Anfang der 2030er Jahre. In der Meldung heißt es, dem seien „jahrelange Gespräche mit verschiedenen Investoren über mögliche Bauprojekte auf der Spielwiese am Südstrand“ vorausgegangen. Das Festival kommt in dieser Mitteilung nur als eine von mehreren Inselveranstaltungen vor; vom Umzug steht dort kein Wort.
Drei Monate später, im April 2026, sagte es der Veranstalter selbst, unter der Zwischenüberschrift „Spielwiese am Südstrand soll ab 2027 bebaut werden“:
„Der Südstrand von Fehmarn steht vor einer grundlegenden Veränderung: Auf Teilen des jetzigen Festival-Areals ist ein groß angelegtes Tourismusprojekt geplant. Dort werden Ferienwohnungen und ein 5-Sterne-Familien-Hotel entwickelt. Damit wird sich das Gesicht des Südstrandes in den kommenden Jahren nachhaltig verändern, das Midsummer Bulli Festival verabschiedet sich 2026 voraussichtlich vom Standort seines bisherigen Festivalzentrums. Das Festival selbst wird den Liebhaberinnen und Liebhabern der mobilen Freiheit aber erhalten bleiben."
Was über den neuen Platz bekannt ist
Wenig. Und das ist die ehrlichste Antwort, die man im September 2026 geben kann.
Der alte Platz bis 2026
- Ort
- Südstrandpromenade, Burgtiefe, 23769 Fehmarn
- Wie sicher
- 12 Jahre erprobt
- Lage auf der Insel
- Südspitze, hinter Burg
- Entfernung zu Burg
- rund 5 Kilometer
- Untergrund
- Veranstaltungswiese, dazu Äcker und Wiesen Richtung Sahrensdorf
- Stellplätze
- rund 2.840 im Beachcamp
- Weg zum Wasser
- direkt am Südstrand
Der neue Platz ab 2027
- Ort
- „strandnahe Flächen zwischen Sahrensdorf und Burg“
- Wie sicher
- eine einzige Quelle, der Veranstalter sagt „leicht verändert“
- Lage auf der Insel
- Inselmitte, östlich von Landkirchen
- Entfernung zu Burg
- rund 2 Kilometer ab Sahrensdorf
- Untergrund
- nicht veröffentlicht
- Stellplätze
- nicht veröffentlicht
- Weg zum Wasser
- „strandnah“, ohne Angabe
Der belastbarste Satz stammt vom Portal ostsee.de: „Das Festival fand 12 Jahre auf der Südstrandpromenade und am Südstrand von Burgtiefe statt. Durch Bebauung der Flächen zieht das Event ab 2027 auf die strandnahen Flächen zwischen Sahrensdorf und Burg um.“ Dieselbe Seite schreibt, der neue Ort führe das Event an einem Platz zusammen, und die Campingplätze der Insel böten zusätzliche Flächen, wodurch „ganz Fehmarn zur Festival-Insel“ werde.
Der Veranstalter hält sich bedeckter. Auf der Startseite und im Rückblick vom 25. Juni 2026 steht nur: „Wir freuen uns jetzt schon wie Bolle auf 2027 - mit leicht verändertem Standort - der ein oder andere hat's schon mitbekommen“. Im April 2026 klang es noch offener: „Aktuell ist noch keiner dieser Standorte hundertprozentig bestimmt.“ Beteiligt an der Suche sind laut derselben Mitteilung die Untere Naturschutzbehörde, der Landesbetrieb für Küstenschutz und mehrere Grundstücksbesitzer.
Ein Detail macht den Umzug plausibler, als er klingt: Das Camp ist schon länger in diese Richtung gewachsen. Wörtlich: „Bereits in den letzten Jahren hatte sich das Festival mit seinen unterschiedlichen Sektoren mit jeweils bis zu 600 Fahrzeugen auf die umliegenden Äcker und Wiesen vom Südstrand Richtung Sahrensdorf ausgebreitet.“ Der Weg dorthin ist also keiner ins Unbekannte.
Das Surf-Festival zieht woandershin
Dieselbe Firma, dieselbe verlorene Fläche, ein anderer neuer Ort. Das Surf-Festival, ebenfalls von der Freiluft GmbH, zieht 2027 an die Westmole am Südstrand, rund 4,5 Hektar, und wird dort mit dem Foil Festival zusammengelegt. Acht Monate Verhandlungen mit Küstenschutz, Naturschutzbehörden, Grundeigentümern und Landwirten, fünf geprüfte Flächen. Veranstalter Torsten Schulze dazu: „Wir freuen uns schon jetzt auf tolle Sonnenuntergänge und echte Beach-Partys“. Dana Zielinski vom Tourismus-Service nennt die Lage realistisch: „Die Infrastruktur vor Ort stellt zwar eine Herausforderung dar“. Die Westmole gilt als Übergang bis 2028.
Wer also liest, das Festival ziehe an die Westmole, hat das andere Festival vor sich.
Von der Südspitze in die Mitte
Die beiden Punkte liegen rund 9 Straßenkilometer auseinander. Wo genau der neue Platz bei Landkirchen liegt, steht noch aus; die Karte zeigt den Ort, nicht das Gelände.
Sahrensdorf, Burg und die Inselmitte
Sahrensdorf ist ein kleines Dorf rund zwei Kilometer östlich von Burg, beschrieben als „kleines, idyllisches Dorf“ mit einer Mischung aus neueren Häusern und großen alten Bauernhäusern. In der Umgebung liegen mehrere steinzeitliche Fundplätze, weshalb der Ort als älter gilt als Burg selbst. Burg auf Fehmarn ist der Hauptort: Fußgängerzone, Geschäfte, der Bahnhof Fehmarn-Burg.
Für Besucher ändert sich damit vor allem eines: Der Weg wird kürzer. Wer über die Fehmarnsundbrücke kommt, erreicht die Inselmitte, bevor er Burg durchquert hat; Burgtiefe lag hinter dem Ort. Das ist eine naheliegende Folgerung, aber keine, die eine Quelle ausspricht.
Und weit ist nichts auf dieser Insel. 185 Quadratkilometer, 13.000 Einwohner, 42 Dörfer, 78 Kilometer Küste. Von der Inselmitte erreicht man in 20 Minuten jeden Punkt.

Was in der Nähe liegt
- Südstrand und Burgtiefe, rund 1,5 Kilometer: der breite Badestrand mit Promenade, der bisherige Festivalort.
- Burgstaaken, direkt südlich von Burg: Hafen mit Fischerei, Museumsschiffen und Fischbrötchen.
- Katharinenhof an der Ostküste: Steilküste, Naturstrand, alte Gutshöfe.
- Staberhuk in der Südostecke: Steilküste und Leuchtturm, meist menschenleer.
- Leuchtturm Flügge im Südwesten: 37,5 Meter hoch, 2010 und 2011 saniert.
- Orth und Lemkenhafen an der Westküste: kleine Häfen, Lemkenhafen mit Museumshafen, beliebt bei Kitesurfern.
- Wasservogelreservat Wallnau des NABU an der Westküste: eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete Schleswig-Holsteins.
- Grüner Brink an der Nordküste: Naturschutzgebiet mit breitem Sandstrand.
So voll wird die Anreise 2027
Die Fehmarnsundbrücke ist schon ohne Baustelle das Nadelöhr; ein Besucherbericht empfiehlt deshalb, einen Tag früher anzureisen. Ab 2026 laufen daneben die Hauptbauarbeiten für den Fehmarnsundtunnel, einen Absenktunnel westlich der Brücke mit zwei Straßen- und zwei Bahnröhren. Die Brücke selbst wird seit 2019 instand gesetzt, derzeit werden alle 80 Seile getauscht, voraussichtlich bis Ende 2027. Sie soll erhalten bleiben, danach für Fußgänger, Radfahrer und den langsamen regionalen Verkehr.
Am anderen Ende der Insel, in Puttgarden, baut Femern den Fehmarnbelttunnel nach Dänemark, rund 18 Kilometer, nach Fertigstellung der längste Absenktunnel der Welt. Die Eröffnung hat sich von 2029 auf voraussichtlich 2031 verschoben; Projektchef Mikkel Hemmingsen begründete das mit der Präzision beim Absenken: „Es war schwieriger als geplant.“ Der Fährverkehr nach Rødbyhavn läuft während der ganzen Bauzeit weiter.
Konkrete Sperrungen oder Umleitungen für den Juni 2027 sind bisher nirgends angekündigt. Aber wer mit einem 60 Jahre alten Bus anreist, plant die Brücke ohnehin nicht auf die letzte Minute.
Der Termin steht in der Kartei: Midsummer Bulli Festival, 24. bis 27. Juni 2027.
Die Serie
- 1/4: Woodstock der Bulli-Fahrer: Was das Festival ist
- 2/4: Ausfahrt, Show 'n' Shine und die Mittsommerstange
- 3/4: Der Abschied vom Südstrand: der Umzug 2027
- 4/4: Wo der Bulli schläft: die Campingplätze der Insel

Foto: Gene Giromini · Unsplash License
Quellen
- Tourismus-Service Fehmarn und Freiluft GmbH: Pressemitteilung zum Festival 2026, 20. April 2026
- Tourismus-Service Fehmarn: Familux eröffnet Familienresort am Südstrand, 20. Januar 2026
- ostsee.de: Midsummer Bulli Festival
- Midsummer Bulli Festival: Rückblick 2026, 25. Juni 2026
- Midsummer Bulli Festival: Informationen für Gäste
- presseportal.de: Surf-Festival bleibt auf Fehmarn, neuer Standort ab 2027, 18. Mai 2026
- Tourismus-Service Fehmarn: Inselinfos
- Tourismus-Service Fehmarn: Feste Fehmarnbeltquerung
- DEGES: Neubau Fehmarnsundquerung
- Tageblatt: Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels verschiebt sich bis 2031, 16. Januar 2026
- NABU: Wasservogelreservat Wallnau
Was Leser zu „Midsummer Bulli Festival, 3/4: Der Abschied vom Südstrand“ fragen
Warum zieht das Midsummer Bulli Festival um?
Weil sein Gelände bebaut wird. Auf der sogenannten Spielwiese am Südstrand von Burgtiefe entsteht ein Familienresort der österreichischen Gruppe Familux zusammen mit der Fehmarn Südstrand GmbH: rund 26.000 Quadratmeter, über 200 Millionen Euro, 120 Familiensuiten, rund 260 Apartments, fünf Villen, Bäder, Spa und eine Tiefgarage mit 500 Plätzen. Baubeginn ist Anfang 2027, das Hotel soll Ende 2028 öffnen. Der Veranstalter schreibt dazu: „Damit wird sich das Gesicht des Südstrandes in den kommenden Jahren nachhaltig verändern.“
Wo findet das Festival 2027 statt?
Die einzige Quelle, die einen Ort nennt, ist das Portal ostsee.de: „Durch Bebauung der Flächen zieht das Event ab 2027 auf die strandnahen Flächen zwischen Sahrensdorf und Burg um.“ Sahrensdorf liegt unmittelbar östlich von Landkirchen, rund zwei Kilometer von Burg. Der Veranstalter selbst sagt bislang nur: „Wir freuen uns jetzt schon wie Bolle auf 2027 - mit leicht verändertem Standort“. Eine Adresse, die Größe des Platzes und die Zahl der Stellplätze sind nirgends veröffentlicht.
War die Suche nach dem neuen Platz schwierig?
Ja, und sie lief noch im April 2026. Wörtlich aus der Pressemitteilung: „Alle Beteiligten sind überzeugt, dass die neuen Flächen schnell gefunden werden, und es herrscht ein sehr konstruktiver Austausch mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landesbetrieb für Küstenschutz und Grundstücksbesitzern. Aktuell ist noch keiner dieser Standorte hundertprozentig bestimmt. Es bleibt also spannend für das Jahr 2027.“ Beim Schwesterevent Surf-Festival dauerte dieselbe Suche acht Monate und umfasste fünf geprüfte Flächen.
Zieht das Surf-Festival an denselben Ort?
Nein, und das ist die häufigste Verwechslung. Beide Veranstaltungen kommen von derselben Firma und verlieren dieselbe Fläche. Das Surf-Festival zieht 2027 an die Westmole am Südstrand, rund 4,5 Hektar, dort zusammengelegt mit dem Foil Festival. Die Westmole ist ausdrücklich nicht der neue Ort des Bulli-Festivals.
Was zu „Midsummer Bulli Festival, 3/4: Der Abschied vom Südstrand“ noch lesenswert ist
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