Was man über den Alfa Romeo 75 wissen muss
- Der 75 kam im Mai 1985 zum 75. Geburtstag der Marke und war der letzte Alfa der Großserie mit Transaxle: Motor vorn, Getriebe an der Hinterachse.
- Dazu die De-Dion-Hinterachse und Drehstabfedern vorn. Das ergibt eine Gewichtsverteilung nahe 50:50, die es in dieser Klasse sonst nicht gab.
- Die Motoren reichen vom Vierzylinder über den 1.8 Turbo bis zum Busso-V6 mit 3,0 Litern und 189 PS.
- Rund 387.000 Stück wurden gebaut, davon gut 21.000 mit V6. Der V6 ist heute der gesuchteste 75.
Alfa Romeo wurde 1910 gegründet. 75 Jahre später stellte die Marke ein Auto vor, das nach diesem Jubiläum heißt und aussieht, als hätte jemand eine Limousine mit dem Lineal gezeichnet: Keil, Kante, ein durchgehendes Band aus schwarzem Kunststoff auf halber Höhe. Der 75 ist bis heute der letzte Alfa der Großserie, bei dem das Getriebe hinten sitzt.
Was Alfa Romeo 1985 mit dem 75 vorhatte
Der 75 löste die Giulietta ab und stand auf deren Technik: Motor vorn längs, Kupplung und Getriebe an der Hinterachse, dazwischen eine Kardanwelle. Hinten arbeitet eine De-Dion-Achse, vorn federn Drehstäbe. Das Ergebnis ist eine Gewichtsverteilung, die fast gleich auf beiden Achsen liegt, und ein Fahrverhalten, das in der Klasse der viertürigen Limousinen allein stand.
Welche Motoren im Alfa 75 arbeiteten
Die Palette beginnt beim 1,6-Liter-Vierzylinder mit 110 PS und endet beim V6. In der Mitte stehen der 2,0 Twin Spark mit Doppelzündung, der 1.8 Turbo und in Italien der 2.0 Turbodiesel von VM. Der Busso-V6 kam zuerst mit 2,5 Litern, ab 1987 mit 3,0 Litern und 189 PS. Sein Klang ist der Grund, warum der Markt heute nach diesen Wagen sucht.
Die seltenen unter den 75ern
Der Turbo Evoluzione entstand 1987 in 500 Exemplaren für die Homologation in der Gruppe A. Das V6-Modell bekam in Amerika den Namen Milano, dazu Stoßstangen, die dem Wagen die Proportionen nehmen. Die Sammler suchen die europäischen Ausführungen.
Warum der 75 heute wieder gesucht wird
Er ist der letzte seiner Art. Der Nachfolger 155 fuhr mit Frontantrieb, und damit war die Transaxle-Bauweise in der Mittelklasse vorbei. Wer heute einen Alfa mit Heckantrieb aus den 1980ern will, landet beim 75 oder bei der GTV6.
Daran erkennt man heute einen guten 75
Die Endspitzen, die Radläufe, die Batterieablage und die Schweller sagen mehr über den Zustand als der Kilometerstand. Bei der Probefahrt hört man auf das Spiel im Kardanmittellager und darauf, wie der zweite Gang kalt einrastet. Ein Wagen mit Historie in der Kartei nimmt die Unsicherheit heraus.
Der 75 fährt sich wie ein Versprechen, das Alfa danach 30 Jahre lang nicht mehr gab.
Quellen
Was Leser über den Alfa Romeo 75 fragen
Was bedeutet Transaxle beim Alfa 75?
Der Motor sitzt vorn, Kupplung und Getriebe hinten an der Achse, verbunden durch eine Kardanwelle. Das verteilt das Gewicht fast gleichmäßig auf beide Achsen und gibt dem Wagen sein Einlenkverhalten. Der Preis ist eine Schaltung, die länger und eigenwilliger wirkt als die eines Wagens mit Getriebe am Motor.
Welcher Alfa 75 ist der beste?
Der 3.0 V6 für den Klang und den Wert, der 2.0 Twin Spark für den Alltag. Der 1.8 Turbo mit Ladedruck ab Werk und die Evolution-Modelle sind die Sammlerstücke; der Turbo Evoluzione entstand in 500 Stück für die Homologation.
Worauf achtet man beim Kauf eines Alfa 75?
Auf den Rost an Radläufen, Schwellern, Endspitzen und der Batterieablage, und auf die Gelenke der Kardanwelle. Beim V6 gehören Zahnriemen und die Zylinderkopfdichtungen ins Scheckheft, beim Turbo der Ladeluftschlauch. Die Innenausstattung fällt schneller auseinander als die Technik.



