Was man über die Alfa Romeo Alfetta wissen muss
- Die Alfetta kam 1972 und blieb 12 Jahre im Programm. Ihr Name erinnert an den Formel-1-Wagen Tipo 158, die kleine Alfa der 1950er.
- Sie brachte die Transaxle-Bauweise in die Großserie: Motor vorn, Getriebe und Differential hinten, dazu eine De-Dion-Achse und innenliegende Bremsscheiben.
- 1974 kam das Coupé Alfetta GT, gezeichnet von Giorgetto Giugiaro; aus ihm wurden GTV und 1980 der GTV6.
- Rund 478.000 Stück entstanden. Die Limousinen sind selten geworden, die Coupés halten den Markt.
Der Name ist ein Versprechen: Alfetta hieß der Formel-1-Wagen, mit dem Alfa Romeo 1950 und 1951 die ersten beiden Weltmeisterschaften gewann. 1972 gab die Marke ihn einer Limousine, weil diese die Idee des Rennwagens übernahm: Das Getriebe wandert nach hinten, das Gewicht verteilt sich, das Auto lenkt anders ein.
Was die Alfetta 1972 anders machte
Motor vorn längs, Kupplung, Getriebe und Differential hinten an der Achse, verbunden durch eine Kardanwelle. Hinten arbeitet eine De-Dion-Achse mit Schräglenkern und Schraubenfedern, die Bremsscheiben sitzen innen am Differential und senken die ungefederte Masse. Diese Bauweise blieb bei Alfa bis zum 75 von 1985 in der Großserie.
Welche Motoren die Alfetta hatte
Zum Start arbeitete der Doppelnockenwellen-Vierzylinder mit 1,8 Litern unter der Haube, 1975 kam die Ausführung mit 1,6 Litern und 108 PS dazu. Später folgten 2,0 Liter, in Italien ein Turbodiesel von VM, und im Coupé der Busso-V6 mit 2,5 Litern. Alle Vierzylinder haben zwei obenliegende Nockenwellen und ein Aluminium-Gehäuse: Technik, die 1972 in der Mittelklasse selten war.
Vom GT zum GTV6
1974 zeichnete Giorgetto Giugiaro das Coupé Alfetta GT: ein Fließheck mit langer Haube und kurzem Deck, innen mit dem Drehzahlmesser vor dem Fahrer und den übrigen Instrumenten in der Mitte. Aus dem GT wurde der GTV, 1980 kam der GTV6 mit dem V6 und der Beule auf der Haube. Vom GTV6 entstanden rund 22.300 Stück.
Warum die Alfetta heute selten ist
Die Limousinen fuhren sich zu Tode und rosteten weg. Die Coupés überlebten in Sammlungen. Wer heute eine Limousine sucht, sucht lange, und zahlt für ein gutes Exemplar mehr, als der Wagen 1980 gekostet hat.
Daran erkennt man heute eine gute Alfetta
Auf den Unterboden sehen, auf die Endspitzen, die Domlager und die Batterieablage. Bei der Probefahrt auf das Kardanmittellager hören und darauf achten, ob der zweite Gang kalt kratzt. Das gehört zur Bauweise und darf trotzdem nicht schlimmer werden.
Die Alfetta ist der Beweis, dass ein Rennwagenprinzip eine Familienlimousine tragen kann.

Quellen
Was Leser über die Alfa Romeo Alfetta fragen
Woher kommt der Name Alfetta?
Von den Formel-1-Wagen Tipo 158 und 159, die in den 1940er und 1950er Jahren Alfetta gerufen wurden. Die kleine Alfa gewann 1950 und 1951 die ersten beiden Weltmeisterschaften. 1972 lieh die Limousine sich den Spitznamen, weil sie deren Transaxle-Idee auf die Straße brachte.
Was ist der Unterschied zwischen Alfetta GT, GTV und GTV6?
Der GT von 1974 ist das Coupé mit Vierzylinder, der GTV die stärkere Ausführung mit 2,0 Litern, der GTV6 von 1980 trägt den Busso-V6 mit 2,5 Litern und 160 PS. Den V6 erkennt man an der Haube mit der Beule über dem Ansaugtrakt.
Worauf achtet man beim Kauf einer Alfetta?
Auf Rost an Endspitzen, Radläufen, Schwellern, Federbeindomen und dem Blech unter der Batterie. Technisch sind die Kardanwellenlager, die Kupplung an der Hinterachse und die Synchronringe im Getriebe die Punkte, an denen Arbeit anfällt.





