Vier Kriterien, eine Jury aus der Szene und ein handgemachter Pokal. Was der Show’n’Shine in Hannover bewertet, wer 2026 gewonnen hat und warum die Bühne trotz 3.000 Wagen auf dem Platz um Teilnehmer wirbt
Patinamore-Redaktion · 20.09.2026 · aktualisiert 20.09.2026
Der Wettbewerb in vier Sätzen
- Der Show’n’Shine läuft ohne Anmeldung. Gegen 10 Uhr zur Bühne vorfahren, Datenblatt ausfüllen, präsentiert wird zwischen 10 und 15 Uhr.
- Bewertet wird in 4 Kriterien: Motor, Chrom und Lack; Inneneinrichtung; Passgenauigkeit von Türen und Hauben; Gesamteindruck und Rarität.
- Prämiert werden die Top 15 des Tages, ausgewählt von einer Jury aus der Käfer-Szene. Der Pokal ist handgemacht und von Partnern der Szene gestiftet.
- 2026 gewannen 6 Käfer und 9 andere Luftgekühlte, vom Brezelkäfer von 1949 bis zum 1303 Cabrio von 1979, angereist aus Dänemark, der Schweiz und Malaysia.
Auf einem Treffen mit 3.000 Wagen fällt kaum jemand auf. Die Bühne ändert das. Wer dort hinauffährt, steht für ein paar Minuten allein, während der Ansager das Datenblatt vorliest und eine Jury um den Wagen herumgeht. Der Show’n’Shine ist der einzige Moment des Tages, in dem ein einzelnes Auto mehr ist als eine Zeile in einer Reihe.
So läuft der Show’n’Shine am 1. Mai ab
Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten und kommt ohne Anmeldung, Frist und Startgebühr aus. Auf der eigenen Seite steht es in einem Satz: „Einfach mit Eurem Fahrzeug gegen 10 Uhr zur Show’n’Shine Bühne vorfahren, dort bekommt den Daten-Fragebogen.“ Wer sich Zeit sparen will, lädt das Datenblatt vorher als PDF herunter und bringt es ausgefüllt mit.
Präsentiert wird über fünf Stunden verteilt, von 10 bis 15 Uhr. Danach entscheidet eine Jury aus der Szene, und am Nachmittag folgt die Siegerehrung mit den Pokalen. Zwei Dinge fallen an diesem Verfahren auf. Erstens bewertet die Szene sich selbst: In der Jury sitzen Leute aus der Käfer-Szene. Zweitens gilt für jede Stunde dieselbe Chance, wer um 14 Uhr vorfährt steht so gut da wie der Erste des Tages.
Die vier Karten unten tragen Kurznamen. Im Wortlaut der Veranstalter heißen die Kriterien „Motor, Chrom & Lack“, „Inneneinrichtung“, „Passgenauigkeit (Türen, Hauben)“ und „Gesamteindruck, Rarität“.
Motor und Lack
- Was die Jury ansieht
- Motorraum, Chromteile, Lackbild in der Fläche und in den Kanten.
- Woran es meistens scheitert
- Frisch lackierte Bleche neben altem Chrom, Silikonspuren im Motorraum.
- Was vorher hilft
- Motorraum trocken reinigen, Chrom polieren statt neu verchromen.
Innenraum
- Was die Jury ansieht
- Sitze, Himmel, Verkleidungen, Armaturen, Bodenbeläge.
- Woran es meistens scheitert
- Neue Sitzbezüge auf altem Himmel, moderne Radios im Armaturenbrett.
- Was vorher hilft
- Alles im selben Alterszustand halten, auch wenn es Patina bedeutet.
Spaltmaße
- Was die Jury ansieht
- Spaltmaße an Türen, Front- und Heckhaube, Fugenbild rundum.
- Woran es meistens scheitert
- Nachgebaute Kotflügel, die 3 Millimeter zu weit stehen.
- Was vorher hilft
- Türen und Hauben vor der Fahrt einstellen, Gummis prüfen.
Eindruck und Rarität
- Was die Jury ansieht
- Wie der Wagen als Ganzes wirkt, und wie selten er ist.
- Woran es meistens scheitert
- Ein perfekter Standardkäfer neben einem seltenen Sonderaufbau.
- Was vorher hilft
- Die Geschichte des Wagens ins Datenblatt schreiben.
Was 2026 auf der Bühne stand
Die Siegerliste der 43. Ausgabe ist das beste Stimmungsbild, das es vom Treffen gibt: 15 Wagen, sortiert nach Baujahr, von 1949 bis 1979. Der Regler unten führt durch die Jahrgänge. Die vollständige Liste mit den Namen der Halter veröffentlichen die Veranstalter in ihrer eigenen Top-15-Galerie.
- Fahrzeug
- VW 1303 Cabrio
- Woher
- Minden
- Was daran auffällt
- Das Käfer-Cabrio von Karmann, in einem der letzten Baujahre.
Als Tabelle
| Baujahr | Fahrzeug | Woher | Was daran auffällt |
|---|---|---|---|
| 1949 | VW Käfer Brezel | Garbsen | Der älteste Wagen der Runde, aus dem ersten Jahrzehnt des Käfers. |
| 1957 | VW Käfer Ovali | Hameln | Das ovale Heckfenster, das diesem Jahrgang seinen Namen gab. |
| 1961 | Karmann Ghia | Kulmbach | Karosserie von Karmann, Form von Ghia, Technik vom Käfer. |
| 1961 | VW Käfer 1200 | Dänemark | Der weiteste Weg innerhalb Europas an diesem Tag. |
| 1962 | VW Käfer 1300 | Berlin | Als 1300 geführt, obwohl Volkswagen diesen Motor erst ab 1965 anbot. |
| 1962 | VW 1500 Variant | Düsseldorf | Der Typ 3 als Kombi, im ersten Jahr des Variant. |
| 1964 | Porsche 356 | Wedemark | Der Luftgekühlte aus Zuffenhausen, gebaut auf derselben Idee. |
| 1967 | Karmann Ghia | Hattersheim am Main | Der zweite Ghia in der Runde, 6 Jahre jünger als der erste. |
| 1969 | VW 1600 Variant | Pulheim | Der Typ 3 in seiner letzten Ausbaustufe. |
| 1970 | Vintage Speedster | Hannover | Ein Nachbau des Porsche 356 Speedster auf Käfer-Bodengruppe. |
| 1971 | VW 147 Fridolin | Neuheim, Schweiz | Der Kastenwagen für die Post, gebaut in kleiner Stückzahl. |
| 1972 | VW Käfer 1200 | Stemmen | Der Sparkäfer der frühen Siebziger. |
| 1979 | VW 1303 Cabrio | Minden | Das Käfer-Cabrio von Karmann, in einem der letzten Baujahre. |

Zwei Teilnehmer stehen ohne Baujahr in der Liste und deshalb außerhalb des Reglers. Der eine ist ein Rometsch Taxi aus Hessisch Oldendorf, eine Berliner Sonderkarosserie auf Käfer-Basis, wie sie in den 1950er Jahren in kleinen Stückzahlen entstand. Der andere ist trip4trees aus Malaysia, ein Team, das mit luftgekühlten Volkswagen um die Welt fährt und für jede Etappe Bäume pflanzt. Es hatte auf seiner Tour in Hannover Halt gemacht.

Darum gewinnen 6 Käfer und 9 andere Wagen
Das Treffen heißt MaiKäferTreffen, und trotzdem stellte der Käfer 2026 nur 6 der 15 Plätze. Der Rest verteilt sich auf alles, was luftgekühlt und hinten motorisiert ist. Das vierte Kriterium erklärt es: Rarität zählt mit. Ein tadelloser 1200er steht damit gegen einen Fridolin, von dem nur wenige übrig sind, und verliert diesen Punkt.
Unter Sonderbau stehen unten die 3 Wagen, deren Karosserie von außerhalb Wolfsburgs kam: der Fridolin vom Typ 147, das Rometsch Taxi und der Vintage Speedster. Der Gast ist das Team aus Malaysia.
- 6Käfer
- 3Sonderbau
- 2Ghia
- 2Typ 3
- 1Porsche
- 1Gast
Als Tabelle
| Fahrzeugart | Wagen in den Top 15 von 2026 |
|---|---|
| Käfer | 6 |
| Sonderbau | 3 |
| Ghia | 2 |
| Typ 3 | 2 |
| Porsche | 1 |
| Gast | 1 |
Ein Blick in ältere Jahrgänge zeigt, dass diese Mischung schwankt. In der Top 15 von 2005 standen allein 5 Busse vom T1 bis zum T2b, dazu Typ 3 und Karmann Ghia. Wer den Wettbewerb über zwei Jahrzehnte verfolgt, sieht die Szene ihre Lieblinge wechseln: erst die Busse, dann die Sonderaufbauten, immer begleitet vom Käfer.
Woher die Sieger nach Hannover fuhren
Die Herkunftsorte der Top 15 lesen sich wie eine Landkarte der luftgekühlten Szene. Hannover und sein Umland stellen mehrere Wagen, dazu kommen das Rheinland, Ostwestfalen, Oberfranken, Berlin, das Rhein-Main-Gebiet und mit Dänemark, der Schweiz und Malaysia drei Länder außerhalb Deutschlands.
Warum die Bühne um Teilnehmer wirbt
Ein Satz im Rückblick der Veranstalter auf 2026 verdient eine eigene Überschrift: „Leider finden sich immer wenige, die ihren Lufti auf der Show & Shine Bühne präsentieren um einen handmade Pokal zubekommen.“ 3.000 Wagen stehen auf dem Platz, und die Bühne bittet um Kandidaten.
Dafür gibt es zwei gute Gründe, und beide sprechen für die Szene. Der erste ist Bescheidenheit: Viele halten ihren Wagen für zu alltäglich, um ihn bewerten zu lassen. Der zweite ist der Tag selbst. Wer um 10 Uhr auf der Bühne steht, verpasst die erste Stunde auf dem Teilemarkt, und genau da liegt für viele der eigentliche Grund der Anreise.
Wer einen Pokal will, braucht 30 Minuten Zeit und den Mut, den eigenen Wagen neben 14 andere zu stellen. Damit ist alles verlangt.
Wovon die Bühne ihre Teilnehmer abzieht und warum der Teilemarkt für viele die Hauptsache ist, steht in Folge 3.
Die Serie
- 1/4: Vom Zooparkplatz auf das Messegelände
- 2/4: Wie ein Wagen in die Top 15 kommt
- 3/4: Was der Teilemarkt am 1. Mai hergibt
- 4/4: Anreise, Eintritt und der Tag von 9 bis 17 Uhr
Mehr dazu: Die anderen Luftgekühlten und Käfer-Looks von Cal Look bis Resto.

Foto: Annie Spratt · Unsplash License
Quellen
- MaiKäferTreffen Hannover: Show’n’Shine Wettbewerb
- MaiKäferTreffen Hannover: Show’n’Shine Top 15, Jahr 2026
- MaiKäferTreffen Hannover: Startseite
- MaiKäferTreffen Hannover: Galerien
- Wikipedia: Mai-Käfer-Treffen
- t-online Hannover: Maikäfertreffen 2026, Paradies für Oldtimer-Fans
- Wikimedia Commons: Brezelkäfer Baujahr 1950, Foto Lothar Spurzem, CC BY-SA 2.0 de
Was Teilnehmer zum Show’n’Shine wissen wollen
Muss ich mich für den Show’n’Shine anmelden?
Die Teilnahme läuft ohne Anmeldung. Die Veranstalter schreiben es ausdrücklich: „Für den Show’n’Shine Wettbewerb ist keine Anmeldung notwendig.“ Wer teilnehmen will, fährt gegen 10 Uhr zur Bühne vor und bekommt dort den Daten-Fragebogen. Das Datenblatt steht als PDF auf der Website und lässt sich zu Hause ausfüllen und mitbringen.
Wonach bewertet die Jury?
Nach 4 Kriterien. Die Veranstalter nennen sie so: „Motor, Chrom & Lack“, „Inneneinrichtung“, „Passgenauigkeit (Türen, Hauben)“ und „Gesamteindruck, Rarität“. Bewertet wird von einer „unabhängigeren Jury der Käfer-Szene“. Auffällig ist das vierte Kriterium: Rarität zählt mit, ein seltenes Modell hat also einen Startvorteil gegenüber dem perfekten Standardkäfer.
Was gewinnt man beim Show’n’Shine?
Einen handgemachten Pokal. Prämiert werden die Top 15 der Fahrzeuge, die im Laufe des Tages zwischen 10 und 15 Uhr auf der Bühne standen. Die Pokale werden von Partnern aus der Szene gestiftet, und alle Siegerlisten seit den frühen 2000er Jahren stehen als Galerien auf der Website des Treffens.
Was ist der Show-&-Shine-Parkplatz?
Eine zweite Auswahl, schon an der Einfahrt. Die Veranstalter schreiben: „An der Einfahrt zum Gelände wählen wir besondere Fahrzeuge für den Show & Shine Parkplatz aus. Diese werden in Katergorien aufgestellt, damit es ein schönes Bild für die vielen Besucher ergibt.“ Wer dort steht, ist Teil der Schau, auch ohne auf die Bühne zu fahren.
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