Was man über den VW Iltis wissen muss
- Der Iltis löste ab 1978 den DKW Munga bei der Bundeswehr ab, entwickelt bei Audi in Ingolstadt aus dessen Grundkonzept.
- 9.547 Fahrzeuge entstanden zwischen 1978 und 1982 in Deutschland, weitere bauten Bombardier in Kanada für Kanada und Belgien.
- Sein zuschaltbarer Allradantrieb wurde zur Vorlage des Audi quattro: Die Ingenieure erprobten das System im Winter 1977 auf Schnee, und was sie dabei sahen, führte 1980 zum Serienauto.
- 1980 gewann ein Iltis die Rallye Paris–Dakar, mit 75 PS aus 1,7 Litern gegen ungleich stärkere Wettbewerber.
Der Iltis ist der seltene Fall eines Militärfahrzeugs, das die Zivilwelt verändert hat. Die Bundeswehr wollte Ende der Siebziger einen Nachfolger für den DKW Munga, dessen Zweitakter nicht mehr zeitgemäß war. Audi in Ingolstadt entwickelte den Wagen, Volkswagen baute ihn in Wolfsburg, und was dabei an Technik entstand, landete wenig später unter einem Coupé.
Was den Iltis ausmachte: Allrad, wenn man ihn braucht
Wie der Antrieb arbeitet
Der Iltis fährt mit Vorderradantrieb und einem zuschaltbaren Hinterradantrieb, dazu Sperren an beiden Achsen und eine Geländeuntersetzung. Der Vierzylinder mit 1,7 Litern und 75 PS stammt aus dem Konzernregal, das Getriebe hat vier Gänge plus Kriechgang. Das Ganze wiegt gut 1,5 Tonnen und steigt Hänge hinauf, an denen schwerere Geländewagen scheitern.
Warum 1980 alle vom Iltis sprachen
Im Januar 1980 gewann ein Iltis die Rallye Paris–Dakar, vor Fahrzeugen mit doppelter Leistung. Im selben Jahr stellte Audi auf dem Genfer Salon den quattro vor, dessen Allradkonzept aus den Erprobungen mit genau diesem Wagen kam. Der Iltis war damit Sieger und Stichwortgeber in einem Jahr.
Darum sind gute Iltis selten geworden
Die Bundeswehr nutzte ihre Fahrzeuge bis weit in die Neunziger und verkaufte sie danach. Viele gingen in den Forst, an Feuerwehren und an Privatleute, die sie als Arbeitsgerät bewegten. Wer heute einen sucht, sucht nach einem, der nicht als Werkzeug verbraucht wurde.
Was heute beim VW Iltis zählt
- Der Rahmen ist tragend und rostet an den Aufnahmen der Federn und am Heck. Eine Probefahrt ersetzt keine Bühne.
- Die Sperren müssen sich schalten lassen. Festsitzende Sperren sind teuer, weil die Teile militärisch und nicht im Handel sind.
- Verdeck und Türen aus Stoff fehlen häufig oder sind hart geworden. Neuware gibt es, sie kostet aber einen spürbaren Teil des Fahrzeugwerts.
Der Iltis steht in der Kartei für ein Auto, dessen Idee größer war als es selbst. Wer einen hat, fährt den Vorfahren jedes quattro.

Quellen
Was Leser über den VW Iltis fragen
Was hat der Iltis mit dem Audi quattro zu tun?
Der Allradantrieb des quattro geht auf die Versuche mit dem Iltis zurück. Audi-Ingenieur Jörg Bensinger beobachtete 1977 in Finnland, dass der militärische Geländewagen den schnelleren Straßenwagen auf Schnee davonfuhr, und schlug vor, das Prinzip in eine Limousine zu bauen.
Ist der Iltis ein Volkswagen oder ein Audi?
Entwickelt hat ihn Audi, gebaut wurde er als Volkswagen im Werk Wolfsburg. Auf dem Typschild steht Typ 183, im Fuhrpark der Bundeswehr lief er als LKW 0,5 t tmil gl.
Taugt ein Iltis als Alltagsauto?
Er fährt 130 km/h, ist laut, spartanisch und hat ein Verdeck statt eines Dachs. Als Zweitwagen für Wald, Schnee und Hänger ist er unschlagbar, als tägliches Auto verlangt er Überzeugung.






