Was man über den Citroën SM wissen muss
- Der SM kam 1970, nachdem Citroën 1968 Maserati gekauft hatte: französisches Fahrwerk, italienischer Motor.
- Der V6 mit 2,7 Litern und 170 PS stammt von Maserati; der Wagen läuft über 220 km/h.
- Von Citroën kommen Hydropneumatik, mitlenkende Scheinwerfer hinter Glas und die DIRAVI-Lenkung, die mit dem Tempo direkter wird und selbst in die Mittellage zurückgeht.
- 12.920 Stück entstanden bis 1975. Dann kaufte Peugeot Citroën, De Tomaso kaufte Maserati, und der SM war zu Ende.
1968 kaufte Citroën Maserati, und 2 Jahre später stand das Ergebnis auf dem Genfer Salon: ein Coupé mit 6 Scheinwerfern hinter Glas, einer Front, die zur Mitte hin schmaler wird, und einem V6 aus Modena unter der Haube. Der SM war der Versuch, französische Technik und italienischen Motorenbau in einem Auto zusammenzubringen.
Was den SM 1970 ausmachte
Von Citroën kommen die Hydropneumatik mit ihrer Niveauregulierung, die Bremsen mit dem Druckpunkt im Pilzknopf, die mitlenkenden Scheinwerfer und die DIRAVI-Lenkung. Von Maserati kommt der V6 mit 2,7 Litern, 4 obenliegenden Nockenwellen und 170 PS. Zusammen ergibt das einen Reisewagen für 220 km/h.
Warum die Lenkung besonders ist
DIRAVI heißt: direction à rappel asservi. Die Servounterstützung nimmt mit dem Tempo ab, und eine Feder zieht das Lenkrad in die Mittellage zurück. Das Gefühl ist ungewohnt, weil die Rückmeldung nicht von der Straße kommt, sondern erzeugt wird. Auf langen Strecken ist es unschlagbar.
Warum nur 12.920 Stück entstanden
Die Ölkrise traf einen durstigen Reisewagen zuerst. 1975 übernahm Peugeot Citroën und verkaufte Maserati an De Tomaso, womit der Motor keine Zukunft mehr hatte. Die letzten Wagen wurden aus vorhandenen Teilen montiert, 60 Rohkarossen verschrottet.
Daran erkennt man heute einen guten SM
Der Vorderwagen und die Bodengruppe sagen, wie es um das Blech steht. Bei der Hydraulik zählt, ob das grüne LHM-Medium und die Kugeln gepflegt wurden. Beim Motor entscheiden Steuerkette und Ventilspiel. Ein Wagen mit dokumentierter Historie ist die einzige vernünftige Wahl.
Der SM ist das Auto, in dem Frankreich und Italien sich einmal einig waren.

Quellen
Was Leser über den Citroën SM fragen
Was ist die DIRAVI-Lenkung?
Eine hydraulische Servolenkung, deren Unterstützung vom Tempo abhängt und die von selbst in die Geradeausstellung zurückläuft. Im Stand lenkt sie mit 2 Fingern, bei 200 km/h steht sie wie festgeschraubt. Wer sie zum ersten Mal fährt, hält sie für zu leicht, nach 50 Kilometern für richtig.
Ist der Citroën SM so anfällig, wie sein Ruf sagt?
Der Ruf kommt aus den 1970er Jahren, als niemand die Technik kannte. Der Maserati-V6 verlangt eingestellte Ventile und eine gepflegte Steuerkette, die Hydraulik ein sauberes Medium. Wer beides beachtet und einen Spezialisten hat, fährt den Wagen ohne Drama.
Was kostet ein Citroën SM heute?
Weniger als seine Technik vermuten lässt, und mehr als seine Reparaturen erlauben. Entscheidend sind Rost am Vorderwagen, der Zustand der Hydraulik und die Historie des Motors. Ein gepflegter Wagen mit Belegen ist jeden Aufschlag wert.



