Was man über den VW Typ 181 wissen muss
- Die Bundeswehr brauchte 1968 einen Nachfolger für den DKW Munga, und Volkswagen baute ihn aus dem, was ohnehin im Regal lag: Bodengruppe, Boxermotor und Getriebe vom Käfer.
- Zivil hieß er Kurierwagen, in Großbritannien Trekker, in den USA The Thing, in Mexiko Safari.
- 140.768 Stück entstanden zwischen 1969 und 1983, gebaut in Wolfsburg, Hannover, Emden und Puebla.
- Der 1,5- und später 1,6-Liter-Boxer leistete 44 bis 48 PS; Allrad gab es nie, dafür ein Sperrdifferenzial und viel Bodenfreiheit.
Der Typ 181 ist ein Auto aus dem Ersatzteilregal, und genau das hat ihn gerettet. Als die Bundeswehr 1968 einen leichten Geländewagen suchte, hatte Volkswagen keinen im Programm. Also nahm Wolfsburg die Bodengruppe des Käfers, die verstärkten Achsen des Transporters, den Boxermotor aus dem Heck und setzte eine offene Blechkarosserie darauf, die jeder Schlosser reparieren kann.
Was den Typ 181 ausmachte: Technik aus dem Baukasten
Woher die Teile kamen
Die Zentralrohrbodengruppe stammt vom Karmann Ghia, die Reduktionsgetriebe an der Hinterachse vom Transporter, der luftgekühlte Boxer mit 1,5 und ab 1970 1,6 Litern aus dem Käfer. 44 bis 48 PS bewegen rund 910 Kilogramm. Die Türen sind abnehmbar, die Scheibe klappt um, das Verdeck ist Stoff, und die Seitenwände bestehen aus gesickten Blechen, die Beulen verzeihen.
Warum der Typ 181 vier Namen trägt
In Deutschland verkaufte Volkswagen ihn ab 1971 zivil als Kurierwagen. In Großbritannien lief er als Trekker mit Rechtslenkung, in den USA ab 1972 als The Thing, in Mexiko als Safari. Gebaut wurde er in Wolfsburg, Hannover, Emden und im Werk Puebla, von wo die letzten 1983 kamen.
Darum ist der Typ 181 heute gesucht
Er ist der einzige offene Volkswagen der Siebziger neben dem Käfer Cabriolet, und er ist der letzte, der ohne Elektronik auskommt. Von den 140.768 gebauten Wagen steht ein erheblicher Teil in Amerika, wo das trockene Klima die Bleche geschont hat. In Deutschland sind die ehemaligen Bundeswehrfahrzeuge häufiger als die zivilen Kurierwagen.
Was heute beim VW Typ 181 zählt
- Rost sitzt im Zentralrohr, in den Bodenblechen unter den Sitzen, in den Schwellern und in den Ecken der Seitenwände. Das Rohr ist tragend und von außen nicht einsehbar.
- Papiere entscheiden: Ein ehemaliges Bundeswehrfahrzeug mit lückenloser Kette vom Verwertungsverkauf bis heute ist leichter zuzulassen als ein Import ohne Vorgeschichte.
- Anbauteile wie Verdeckgestell, Scheibenrahmen und Türen fehlen oft oder passen nicht. Sie sind teurer als der ganze Antrieb.
Der Typ 181 steht in der Kartei für die Zeit, in der ein Auto noch aus dem gebaut wurde, was da war. Wer einen hat, hält ein Stück Käfer in einer Form, die kein Käfer je hatte.

Quellen
Was Leser über den VW Typ 181 fragen
Ist der Typ 181 ein Geländewagen?
Er sieht aus wie einer und fährt sich fast wie einer, angetrieben werden aber nur die Hinterräder. Kurze Überhänge, hohe Bodenfreiheit und das geringe Gewicht bringen ihn weiter, als die zwei angetriebenen Räder vermuten lassen. Wer echten Allrad sucht, landet beim Iltis.
Warum heißt er in den USA The Thing?
Volkswagen of America suchte 1972 einen Namen für ein Auto, das in keine Schublade passte, und nahm das Wort, mit dem die Leute es ohnehin beschrieben. Zwei Jahre später war Schluss: Die US-Sicherheitsvorschriften stuften ihn 1975 als Pkw ein, und die erfüllte er nicht.
Was kostet ein Typ 181 heute?
Gute Fahrzeuge liegen deutlich über dem Niveau eines gleichaltrigen Käfers, weil die Karosserie selten unverbastelt ist. Der Wert steckt im Blech, nicht in der Technik: Motor und Getriebe sind Käferteile und jederzeit zu bekommen.







