Was man über den Audi 100 C1 wissen muss
- 1968 bis 1976 gebaut, 827.474 Stück, die erste eigene Baureihe von Audi unter dem Dach von Volkswagen.
- Ludwig Kraus entwickelte ihn ohne Wissen der Konzernspitze, weil Wolfsburg in Ingolstadt keine eigenen Modelle vorgesehen hatte.
- 80 bis 115 PS aus 1,6 bis 1,9 Litern, 156 bis 185 km/h, bei 1.050 bis 1.120 Kilogramm.
- Das Coupé S ab 1970 trug einen um 115 Millimeter kürzeren Radstand und ein Fließheck. Es ist heute die gesuchteste Form der Reihe.
Es gibt Autos, die ein Unternehmen retten, und es gibt Autos, die es gegen den eigenen Eigentümer retten. Der Audi 100 gehört in die zweite Gruppe. Volkswagen hatte Ingolstadt gekauft, um Käfer zu bauen, nicht um Audi zu entwickeln. Ludwig Kraus hielt sich nicht daran.
Warum dieser Wagen den Konzern verändert hat
Als der 100 im November 1968 vorgestellt wurde, hatte Volkswagen nichts Vergleichbares: eine moderne Limousine mit Frontantrieb, längs eingebautem Vierzylinder und einem Innenraum, der nach Oberklasse aussah, ohne sie zu kosten. 827.474 Wagen später war klar, dass Audi eigene Modelle brauchte, und der Konzern hatte seine zweite Marke.
Die Reihe im Überblick
| Version | Leistung | Anmerkung |
|---|---|---|
| 100 | 80 PS | Der Einstieg mit 1,7 Litern |
| 100 S | 90 PS | Die verbreitetste Wahl |
| 100 LS | 100 PS | Der kräftige Vergasermotor |
| 100 GL | 115 PS | Die Spitze der Limousinen, bis 185 km/h |
| Coupé S | 115 PS | Kurzer Radstand, Fließheck, ab Juli 1970 |
Was das Coupé S besonders macht
Es steht auf einem um 115 Millimeter kürzeren Radstand, trägt ein Fließheck und vier runde Scheinwerfer. Neben der Limousine wirkt es wie ein anderes Auto, und genau deshalb kostet es heute ein Mehrfaches.
Wie sich ein C1 heute fährt
Ruhig und leichtfüßig. Der längs eingebaute Vierzylinder zieht sauber durch, der Frontantrieb macht den Wagen berechenbar, und das Gewicht von knapp über einer Tonne merkt man in jeder Kurve. Für lange Strecken reicht er immer noch.
Das bleibt vom Audi 100 C1
Er ist der Anfang von allem, was Audi heute ist, und er ist ein Auto, von dem wenig übrig ist: Der Rost der Siebziger und das kupferhaltige Blech der späten Jahre haben die meisten geholt. Jeder erhaltene Wagen erzählt deshalb doppelt.
Was heute beim Audi 100 C1 zählt
- Rost an Schwellern, Radläufen, Endspitzen, Bodenblech und Frontscheibenrahmen.
- Blechqualität der späten Baujahre: Wagen ab Mitte der Siebziger sind anfälliger.
- Teile: Technik geht, Karosserie und Zierrat sind Suche und Geduld.
- Das Coupé S ist das Sammlerstück der Reihe, die Limousine der bezahlbare Einstieg.
Der Audi 100 C1 ist der Wagen, den es nach Plan nicht geben sollte. In der Kartei steht er als der Anfang der Marke, wie wir sie kennen.

Foto: Ermell · CC BY-SA 4.0
Quellen
Was Käufer vor dem ersten Audi 100 fragen
Warum entstand der Wagen heimlich?
Volkswagen hatte Auto Union gekauft, um Kapazität für den Käfer zu bekommen, und sah für Ingolstadt keine eigenen Modelle vor. Ludwig Kraus entwickelte den 100 trotzdem, weitgehend nach Feierabend. Als er fertig war, ließ sich das Ergebnis nicht mehr ablehnen, und es wurde die Grundlage des Konzerns der Siebziger.
Welche Karosserien gab es?
Die viertürige Limousine von Anfang an, die zweitürige ab Oktober 1969, das Coupé S ab Juli 1970. Kombis und Cabriolets entstanden bei Karmann und anderen Aufbauherstellern in kleiner Zahl.
Wo rostet der C1?
Überall dort, wo Wasser steht: Schweller, Radläufe, Endspitzen, Bodenblech, Frontscheibenrahmen. Bei Wagen ab Mitte der Siebziger kommt dazu, dass das Blech aus Recyclingstahl mit hohem Kupferanteil gefertigt war und deshalb besonders schnell rostete.
Was fährt sich besser, Limousine oder Coupé?
Das Coupé sitzt straffer und sieht besser aus, die Limousine fährt ruhiger und ist günstiger zu haben. Die Technik ist dieselbe: Frontantrieb, Vierzylinder längs, Scheibenbremsen vorn.














