Was man über den VW Typ 4 wissen muss
- Der 411 kam 1968 als größter Volkswagen: selbsttragende Karosserie, McPherson-Federbeine, Schräglenker hinten, und doch ein luftgekühlter Boxer im Heck.
- 1,7 Liter mit 68 PS, ab 1969 mit Bosch-Einspritzung 80 PS; der 412 von 1972 bekam 1,8 Liter und eine neue Front.
- Limousine mit 2 oder 4 Türen und der Variant mit großem Laderaum; die Automatik war eine Neuheit für Volkswagen.
- Nach rund 367 Tausend Stück endete der Typ 4 im Sommer 1974; der Passat und der Audi 100 nahmen seinen Platz.
Der 411 war der große Wurf, der keiner wurde. Volkswagen stellte ihn im August 1968 vor: der erste selbsttragende Volkswagen, mit McPherson-Federbeinen vorn, Schräglenkern hinten, 4 Türen auf Wunsch und Platz für 5. Nur der Antrieb blieb, wie er immer war, ein luftgekühlter Boxer im Heck, jetzt mit 1,7 Litern und 68 PS.
Was den Typ 4 ausmachte: modern, und dann der 412
Was am Typ 4 modern war, und was nicht
Alles am Typ 4 war neu außer dem Prinzip. Die Karosserie kam ohne Rahmen aus, das Fahrwerk war auf der Höhe der Zeit, es gab eine Standheizung serienmäßig und als erste beim Volkswagen eine Dreigang-Automatik. 1969 bekam der 411 E die elektronische Bosch-Einspritzung und 80 PS. Der Boxer aber blieb hinten, und die Kundschaft, die einen Opel Rekord verglich, fand den Motor laut, die Front leer und den Verbrauch hoch.
Was der 412 am Typ 4 änderte
1972 kam der 412 mit neuer Front, flacheren Scheinwerfern, geändertem Heck und 1,8 Litern. Der Variant war das praktische Modell mit großem Laderaum über dem Motor, die Limousine gab es mit 2 und 4 Türen. Der Wagen war gut, aber 1973 stand der Passat daneben, mit Frontantrieb, Wasserkühlung und Audi-Technik, und der Typ 4 hatte keine Zukunft mehr. Im Sommer 1974 endete die Fertigung nach rund 367 Tausend Stück.

Wo der Motor des Typ 4 weiterlebte
Der Typ-4-Boxer überlebte das Auto: Er trieb den Porsche 914 an, den T2 ab 1972 und den T3 bis zum Wasserboxer. Wer heute einen Typ 4 fährt, hat einen Motor, den die Bulli-Szene kennt, und eine Karosserie, die kaum jemand kennt.
Was heute beim VW Typ 4 zählt
- Rost an Schwellern, Bodenblechen, Radläufen, Federbeindomen und der Front unter dem Kofferraum.
- Einspritzung braucht einen Kenner: Die D-Jetronic ist zuverlässig, wenn Geber und Kabel in Ordnung sind, und teuer, wenn sie es nicht sind.
- Karosserieteile sind das Nadelöhr; wer einen Typ 4 kauft, kauft am besten einen vollständigen.
Der Typ 4 ist der Volkswagen, den die wenigsten kennen und die wenigsten haben. In der Kartei steht er für die Zeit, in der Wolfsburg noch glaubte, mit dem Heckmotor alles bauen zu können.

Foto: Calreyn88 · CC BY-SA 4.0
Quellen
Was Leser über den VW Typ 4 fragen
Warum wurde der VW 411 gebaut?
Volkswagen brauchte Ende der Sechziger ein Auto oberhalb des Typ 3, gegen Opel Rekord und Ford 17M. Der 411 war der Versuch, das mit der bekannten Heckmotor-Technik zu schaffen, modern in Karosserie und Fahrwerk, konservativ im Antrieb.
Was ist der Unterschied zwischen 411 und 412?
Der 412 von 1972 hat eine neue Front mit flacheren Scheinwerfern, eine geänderte Heckpartie, den 1,8-Liter-Motor und überarbeitete Innenausstattung. Technisch sind beide eng verwandt.
Ist der Typ 4 heute gesucht?
Er ist selten: Wenige Wagen haben überlebt, und die Szene ist klein, aber treu. Die Preise liegen unter denen des Typ 3, die Teileversorgung ist beim Motor gut, er lebte im T2 und T3 weiter, und bei der Karosserie dünn.









