Was man über den Sierra wissen muss
- 1982 in Paris vorgestellt, 11 Jahre gebaut, 2,7 Millionen Stück in 7 Ländern.
- Der cw-Wert von 0,34 war 1982 eine Ansage und der Grund, warum der Wagen aussah, wie er aussah.
- Vom 1,3-Liter mit 60 PS bis zum RS Cosworth 4×4 mit 220 PS, dazu Diesel von 1,8 bis 2,3 Litern.
- Klaus Ludwig gewann 1988 die DTM auf einem Sierra RS Cosworth. Die Rennversionen prägen bis heute das Bild der Baureihe.
Als Ford 1982 in Paris den Sierra zeigte, verstummte kurz das Publikum. Wo der Taunus Kanten gehabt hatte, hatte dieser Wagen Rundungen, und wo ein Kofferraumdeckel gewesen war, war eine große Klappe. Der cw-Wert von 0,34 erklärte die Form, aber er beruhigte die Kundschaft nicht.
Warum die Aerodynamik den Wagen bestimmte
Nach zwei Ölkrisen zählte der Verbrauch, und der hängt bei Tempo 130 vor allem am Luftwiderstand. Ford zog daraus die Konsequenz und baute eine Karosserie, die den Wind teilt statt ihn zu stauen. Der Wagen wurde als Raumschiff verspottet und verkaufte sich am Ende 2,7 Millionen Mal.
Die Reihe im Überblick
| Version | Leistung | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1,3 Liter | 60 PS | Der Einstieg, sparsam und knapp |
| 2,0 Liter | 90 bis 125 PS | Der Brot-und-Butter-Motor der Baureihe |
| XR4i | 150 PS | Der Sechszylinder mit dem doppelten Heckflügel |
| 2,9 Liter V6 | 145 PS | Die Reiseversion, auch mit Allrad |
| RS Cosworth | 204 PS | Heckantrieb, Turbo, Heckflügel |
| RS Cosworth 4×4 | 220 PS | Allrad, 239 km/h, 0 auf 100 in 7 Sekunden |
Was den RS Cosworth ausmacht
Ein Zweiliter mit 16 Ventilen und Garrett-Lader, gebaut, um in der Gruppe A zu gewinnen. Klaus Ludwig holte 1988 auf ihm die DTM, und in Rallyes lief er bis in die Neunziger. Straßenversionen sind heute sechsstellig gehandelt, wenn Historie und Zustand stimmen.
Warum der Turnier der unterschätzte Sierra ist
Er nimmt auf, was eine Familie hat, fährt sich wie die Limousine und kostet als Youngtimer wenig. Wer einen großen Kombi mit Hinterradantrieb sucht, findet hier den günstigsten.
Das bleibt vom Ford Sierra
Er hat den Bruch mit der Kante gewagt und damit die Form der Neunziger vorweggenommen. 11 Jahre Bauzeit, 2,7 Millionen Wagen und ein Rennwagen, der den Namen bis heute trägt.
Was heute beim Sierra zählt
- Rost an Radläufen, Schwellern, Endspitzen, Federbeindomen, Türunterkanten und den Aufnahmen der Hinterachse.
- Der Cosworth braucht Papiere und eine Werkstatt, die den Motor kennt.
- Teile: Für die verbreiteten Motoren gut, für XR4i und Cosworth teuer.
- Zustand vor Ausstattung: Ein gepflegter 2,0 Turnier ist die bessere Grundlage als ein müder XR4i.
Der Sierra ist der Ford, den man erst nicht wollte und heute sucht. In der Kartei steht er als der Wagen, der die Aerodynamik in die Mittelklasse brachte.

Foto: Stuart Bartlett · Unsplash License
Quellen
Was Käufer vor dem ersten Sierra fragen
Warum war die Form so umstritten?
Weil der Vorgänger Taunus eine kantige Stufenhecklimousine war und der Sierra eine runde Schräghecklimousine ohne Kofferraumdeckel. Die Kundschaft brauchte Jahre, und Ford reichte 1987 mit dem Facelift eine Stufenheckversion nach.
Welcher Sierra ist heute gesucht?
Der RS Cosworth in allen Ausbaustufen, danach der XR4i mit seinem doppelten Heckflügel. Ein gewöhnlicher 2,0-Liter kostet einen Bruchteil und fährt sich fast genauso gut.
Wo rostet der Sierra?
An den Radläufen, den Schwellern, den Endspitzen, den Federbeindomen und an den Türunterkanten. Dazu kommen die Aufnahmen der Hinterachse. Bei einem Wagen, der lange stand, gehört ein Blick auf die Bremsleitungen dazu.
Was taugt der Sierra im Alltag?
Viel. Der 2,0-Liter mit Hinterradantrieb ist robust, die Teile sind bezahlbar, und der Kombi Turnier schluckt mehr als mancher moderne Kombi. Als Youngtimer ist er eine der günstigen Möglichkeiten, ein großes Auto zu fahren.















